Kostenlose Sportwetten-Tipps: Der Gratis-Tipp endet dort, wo der Einsatz beginnt

Updated Oktober 2026
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Ein Tennisplatz im ersten Morgenlicht, das Netz hängt leicht durch und auf der Grundlinie liegt ein einzelner Ball.

Oktober 29, 2026 · Die Bewilligungsangaben wurden gegen die Gespa, die interkantonale Geldspielaufsicht, und die veröffentlichten Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos und der Loterie Romande geprüft.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Wer in der Schweiz eine kostenlose Sportwetten-Tipp-App auf dem Handy öffnet, bekommt eine Meinung. Nicht mehr und nicht weniger. Die App weiss nicht, ob der Goalie der Heimmannschaft angeschlagen ist, sie hat keine Liste der gesperrten Spieler, und sie kann den Ausgang eines Spiels nicht kennen — niemand kann das. Was sie liefern kann, sind Zahlen: Formkurven, Ausfälle, Kopf-an-Kopf-Bilanzen, und daraus abgeleitet ein Hinweis. Was sie nicht liefern kann, ist Gewissheit, und genau dort fängt das Problem an, das diese Seite beschreibt.

Denn der Gratis-Tipp ist nur die halbe Rechnung. Die zweite Hälfte steht auf dem Wettschein, und dort kostet jede Voraussage Geld, sobald sie gespielt wird. Eine Quote von 1.90 ist keine Zusage, sie ist ein Preis. Und wer einen Preis liest, ohne zu wissen, welche Kosten darin stecken, wettet teurer als nötig. Deshalb geht es im Folgenden nicht um Trefferquoten, sondern um Folgen: was sich aus einer Regel, einer Limite oder einem Quotenschlüssel für das eigene Konto ergibt, und wann sich das zeigt — beim Ausfüllen des Wettscheins, beim ersten Live-Moment, in dem die Quote kippt, oder erst in dem Moment, in dem jemand mehr setzt, als er eingeplant hatte.

Verlustlimiten und das Budget: was der kostenlose Tipp beim Wettenden auslöst

Eine Tipp-App ist kostenlos. Ein Wettschein ist es nicht. Zwischen den beiden liegt eine Bewegung von zwei bis drei Fingertipps, und diese Strecke ist der teuerste Weg, den ein Sportwetten-Einsteiger in der Schweiz zurücklegen kann.

Ein Smartphone mit dunklem Bildschirm lehnt an einer Wasserflasche, daneben stehen Laufschuhe auf einer Bank am Sportplatz.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000.

Warum Verlustlimiten vor der ersten Wette stehen und nicht danach

Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Teilnahme an Sporttip Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Wer die Limite senken will, tut das sofort; wer sie erhöhen will, wartet 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Die Asymmetrie ist die ganze Botschaft. Ein Klick nach unten wirkt, ein Klick nach oben blockiert für drei Tage. Das ist kein Ärgernis, das ist der Mechanismus, und wer ihn beim Einrichten als Hürde erlebt, hat den Punkt der Regel bereits verstanden: Der Entschluss, weniger zu setzen, ist leicht zu treffen und der, mehr zu setzen, soll es nicht sein.

Ein Velo lehnt an einer Steinmauer am Ufer eines Flusses, die Strassenlaternen leuchten in der Dämmerung.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Der zweite Teil ist die Zahl, die man sich merken sollte — CHF 1’000 Verlustlimite für ein 30-Tage-Fenster bei unter 21-Jährigen. Ein Gratis-Tipp kostet null Franken. Wer über einen Monat hinweg seinen Tipp-Quellen folgt und jede Empfehlung spielt, ist an dieser Limite schneller als an jedem Analysefehler.

Was das eigene Budget mit dem Gratis-Tipp zu tun hat

Ein Tipp ist eine Information. Ein Einsatz ist eine Ausgabe. Diese Trennung klingt nach Selbstverständlichkeit und ist in der Praxis das Erste, was verschwimmt.

Setzt der Gratis-Tipp gegen den Favoriten, ist die Quote hoch und das Risiko ebenso. Setzt er mit dem Favoriten, ist die Quote niedrig und die Erwartung kaum anders: Die Quote ist der Preis, den der Markt für diese Meinung zahlt, und sie sinkt in dem Masse, wie viele dieselbe Meinung haben. Ein Tipp, den hunderttausend Handys anzeigen, ist kein Geheimnis mehr, und die Buchmacher lesen dieselben Tabellen.

Die praktische Konsequenz für das eigene Budget: Wer seine Monatsgrenze nach der Anzahl der Tipps setzt, plant nach dem Angebot und nicht nach dem eigenen Geldbeutel. Wer sie nach einem festen Frankenbetrag setzt, plant nach sich selbst. Die zweite Reihenfolge ist die einzige, die von der Qualität eines fremden Tipps unabhängig bleibt.

Gibt es in der Schweiz ein gesetzlich festgelegtes Einzahlungsmaximum, an das sich alle halten müssen? Nein. Solche Limiten legt der Veranstalter mit seinen Bedingungen fest, und in der Schweiz sind es Limiten, die der Spielende selbst setzt — der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste verlangen. Das ist ein Unterschied mit Folgen: Es gibt keine staatliche Decke, hinter der man sich verstecken könnte.

Spielsperre und Beratung: wo der Sport aufhört und die Hilfe anfängt

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Diese Reichweite ist der eigentliche Schutz. Wer sich sperrt, sperrt sich nicht bei einem Anbieter weg, sondern aus dem Markt. Von jeder Freiwilligkeit abgesehen, bleibt der Punkt: Die Sperre ist stärker als die Limite, weil sie nicht auf Disziplin angewiesen ist, während die Limite jeden Tag neu eingehalten werden muss.

Wer merkt, dass die Tipps nicht das Problem sind, sondern die Zahl der Wetten, für den ist die Limite das falsche Werkzeug. Für solche Fälle gehört der Weg zu einer Fachstelle gelegt, bevor er gebraucht wird, nicht danach. Beim Thema Steuern später gilt derselbe Rat in kleinerem Format, und dort lautet er: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.

Wie ein wettbarer Tipp entsteht: Form, Ausfälle, Statistik und Quote

Ein kostenloser Tipp entsteht nicht aus einem Bauchgefühl, das jemand aufschreibt, sondern aus vier Zutaten, die sich prüfen lassen. Wer sie in der richtigen Reihenfolge durchgeht, erkennt in wenigen Minuten, ob hinter einer Empfehlung eine Methode steht oder ein Werbetext.

Die Zutaten: Form, Ausfälle, Statistik — und was die Quotenbewegung erzählt

Die Formkurve zeigt, wie eine Mannschaft in den letzten Spielen abgeschnitten hat, und sie sagt am wenigsten aus, wenn diese Spiele gegen unterschiedlich starke Gegner liefen. Ein Sieg gegen den Tabellenletzten und eine Niederlage gegen den Meister sind in der Tabelle zwei Zeilen und in der Aussagekraft nahezu identisch. Wer die Form ernst nimmt, liest sie gegnerbereinigt.

Ausfälle sind der Teil, der sich am schnellsten ändert. Eine Verletzung am Dienstag macht eine Analyse vom Montag wertlos. Deshalb ist ein Tipp ohne Zeitangabe stumm: Erst mit dem Zeitpunkt, zu dem er erstellt wurde, wird er überprüfbar.

Statistik schliesslich ist das Gedächtnis des Sports — Kopf-an-Kopf-Bilanzen, Heimbilanz, Tore pro Spiel, und alle Zahlen, die sich nachrechnen lassen. Sie beschreibt Vergangenheit. Kein statistischer Wert sagt ein einzelnes künftiges Spiel voraus.

Dazu kommt die Quote. Sie ist die einzige Zahl am Wettschein, die den Markt selbst abbildet, und sie reagiert auf Information. Eine Quotenschlüssel-Rechnung ist nichts anderes als die Umkehrung dieser Zahl, und dazu im Abschnitt «Der Quotenschlüssel: was von jedem Franken zurückkommt» ein eigenes Rechenbeispiel.

Was ein Value-Bet ist — und warum er kein Favoritentipp ist

Ein Value-Bet liegt vor, wenn der eigene Anspruch auf die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ergebnisses höher ist als die Wahrscheinlichkeit, die in der Quote steckt. Nicht höher als die Quote — höher als die Wahrscheinlichkeit in der Quote. Das ist der ganze Unterschied, und er hat mit der Stärke der Mannschaft nichts zu tun.

Ein Tipp auf den Favoriten ist eine Aussage über den Ausgang. Ein Value-Bet ist eine Aussage über den Preis dieses Ausgangs. Die beiden können zusammenfallen und tun es meist nicht: Bei einem klaren Favoriten steckt fast die gesamte Wahrscheinlichkeit bereits in der niedrigen Quote, und ein Value-Bet auf ihn entsteht erst, wenn die Quote aus irgendeinem Grund über das hinaus gestiegen ist, was die eigene Analyse hergibt.

Die Kehrseite: Rechnet jemand seine eigene Wahrscheinlichkeit sorgfältig aus, liegt er fast immer neben der des Marktes, und der Markt hat mehr Daten. Value-Bets sind deshalb nicht die Ausnahme von der Regel, sondern die Regel mit einer schmalen Lücke.

Vorhersagen gratis: was eine Prognose leisten kann und was nicht

Ein Live-Tipp ist kein zeitversetzter Prematch-Tipp. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Wer diese Regel zum ersten Mal liest, hält sie für eine Formalität. Sie ist der wichtigste Satz im Livewetten-Kapitel. Sie sagt: Die App auf dem Handy kann schneller sein als die Erfassung im System, und wenn sie es ist, zählt die Wette nicht. Live-Tipps aus einer fremden Quelle kommen mit einer Verzögerung, die niemand messen kann, und in den Sekunden, um die es geht, entscheidet diese Verzögerung, ob aus dem Tipp ein Einsatz wird oder eine Ungültigkeit.

Genau deshalb ist eine Vorhersage, die gratis zu haben ist, kein Werturteil über ihre Qualität. Sie ist eine Meinung, die ohne Gewähr ins Netz gestellt wird, und der Wert der Gewähr liegt bei null. Der Preis einer Prognose ist kein Signal für ihre Belastbarkeit — die teure Prognose ist so wenig eine Zusage wie die kostenlose.

Woran sich eine brauchbare Tipp-Quelle erkennen lässt: das Raster

Die Frage ist nicht, welcher Tipp gewinnt, sondern welche Quelle eine Prüfung übersteht. Fünf Merkmale trennen eine nachvollziehbare Empfehlung von einem Werbetext, und keines davon verspricht einen Treffer.

Nachvollziehbarkeit. Eine brauchbare Quelle nennt den Grund für eine Voraussage: Verletzung, Sperre, Form, Heimstärke, Kopf-an-Kopf-Bilanz. Eine Quelle, deren Begründung in der Formulierung « starke Mannschaft, klare Sache » endet, hat keine Begründung.

Offenlegung der Methode. Wer sagt, wie er auf die Zahl kommt — welche Daten, welcher Zeitraum, welche Annahme —, lässt sich überprüfen. Wer die Methode als Betriebsgeheimnis führt, verkauft Vertrauen statt Information.

Zeitstempel. Ein Tipp ohne Uhrzeit ist nicht prüfbar, weil sich Aufstellungen und Ausfälle zwischenzeitlich ändern. Je näher am Anpfiff, desto wertvoller; je älter die Empfehlung, desto schneller veraltet sie.

Kosten und Bindung. Ein Gratis-Tipp, der nach dem Lesen eine Anmeldung bei einem bestimmten Anbieter verlangt, ist ein Vermittlungsgeschäft. Das ist legal, aber es ist eine andere Dienstleistung als eine Analyse, und der Unterschied sollte vor und nicht nach der Anmeldung klar sein.

Sprache. Kein einziger seriöser Hinweis enthält das Wort « sicher ». Ein Tipp beschreibt eine Wahrscheinlichkeit, und wer sie mit Sicherheit verwechselt, hat den Einsatz bereits verloren — nicht unbedingt das Spiel, aber den Massstab.

Dazu kommt ein Merkmal, das nichts mit dem Inhalt zu tun hat: die Versuchung selbst. Eine Quelle, die täglich zwanzig Empfehlungen ausstösst, überzeugt nicht durch zwanzig Analysen, sondern durch zwanzig Anlässe zum Setzen. Wer einen Tipp sucht, braucht einen Grund, nicht einen Kalender.

Und der Blick auf den Anbieter ergänzt das Raster um eine Angabe, die sich objektiv prüfen lässt: Wer die Wette rechtlich anbieten darf, und woher diese Erlaubnis stammt. Nach dieser Frage sortiert die folgende Übersicht.

Wer Sportwetten in der Schweiz anbieten darf: die Bewilligungsübersicht

Plattform Bewilligung in der Schweiz Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Bewilligung für ein Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel, Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung für ein Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Produkt Jouez Sport
Betscore ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste erscheinen
Cloudbet ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste erscheinen
BetAlright ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste erscheinen
bet-at-home ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste erscheinen
1Bet ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste erscheinen
Bahigo ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste erscheinen
Betclic ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste erscheinen
PowBet ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste erscheinen

Zwei Zeilen, acht Nullen. Die Tabelle ist kurz, weil die Rechtslage kurz ist: Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt keine weitere Liste bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Die Spalte der gemeldeten Bewilligung gehört an dieser Stelle in die richtige Reihenfolge gelesen. Wer eine ausländische Bewilligung vorweist — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land —, hat in der Schweiz nichts davon: Eine solche Bewilligung hat nach Art. 4 BGS keine Wirkung hier. Das ist keine Wertung, sondern der Grund, weshalb die zweite Hälfte der Tabelle in einem Satz zusammenfällt.

Für den Leser ist die praktische Folge unangenehm konkret. Ein ausländisches Angebot führt nicht ins Schweizer Sperrregister, es gibt keine Schweizer Aufsicht und keinen Schweizer Rechtsweg. Wer dort ein Guthaben stehen lässt, hat es nicht verloren, aber er hat auch keine Stelle, an die er sich wenden könnte, wenn es streitig wird.

Was kostenlose Sportwetten-Tipps, Tipp-Apps und Live-Hinweise tatsächlich leisten

Ein Tipp ist eine Meinung mit Datum. Eine Tipp-App ist ein Vertriebskanal für solche Meinungen. Und der Kern der Sache liegt darin, dass beide das Richtige falsch verkaufen: Sie liefern Material für eine Entscheidung, nicht die Entscheidung.

Der Rechtsrahmen hinter jeder Tipp-Empfehlung

Wer in der Schweiz auf ein Sportspiel wetten will, kann das legal nur bei zwei Veranstaltern tun, unabhängig davon, woher der Tipp stammt. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat in Kraft seit dem 1.1.2021) beaufsichtigt — nicht von der ESBK, die nur die Casinos im Blick hat. Eine Bewilligung braucht ein Veranstalter- und ein Spielbewilligungsverfahren nach Art. 21 bis 25 BGS und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Für jeden Gratis-Tipp heisst das: Die Empfehlung ist international, der Wettschein nicht. Der Tipp eines ausländischen Portals lässt sich in der Schweiz nicht bei dem Anbieter spielen, der ihn ausgibt.

Wohnsitz, Alter und die Grenzedes Vertragsgebiets

Die beiden Veranstalter teilen sich das Land. Swisslos führt Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Für ein Online-Konto braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Gebiet des jeweiligen Veranstalters, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Wer in Zürich wohnt, kann also kein Online-Konto bei der Loterie Romande eröffnen, und wer in Genf wohnt, keines bei Swisslos. Das ist keine Härte des Systems, sondern seine Definition: Das Vertragsgebiet ist der Preis dafür, dass zwei Anbieter den ganzen Markt unter Aufsicht halten.

Was kostenlos heisst, wenn der Anbieter eine Bewilligung hat

Kostenlose Tipps und Gratisspielguthaben sind zwei verschiedene Dinge, auch wenn sie im Gespräch ständig vermischt werden. Für Gratisspiele oder Gratisguthaben braucht es die vorherige Zustimmung der Gespa. Wie hoch ein Bonus ausfällt und zu welchen Bedingungen, steht ausschliesslich in den eigenen Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.

Die Unterscheidung ist nicht spitzfindig. Ein Tipp ist eine Dienstleistung, die nichts kostet. Ein Gratisspielguthaben ist ein Guthaben mit Regeln, und Regeln sind der Teil, der später zählt.

Der Quotenschlüssel: was von jedem Franken zurückkommt

Wie viel eine Wette zurückgibt, hängt nicht nur vom Ergebnis ab, sondern auch davon, wie der Markt gebaut ist. Beim Schweizer Anbieter ist die Rechnung transparent geregelt: Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Die zweite Rundungsstufe sieht nach Kleinkram aus. Sie ist eine, nur eine. Ein Einsatz von CHF 100 auf eine Quote von 1.90 ergibt einen Gewinnbetrag von CHF 190 und einen Reinertrag von CHF 90 — daran ändert die Rundung nichts. Sie greift erst bei krummen Beträgen, und dort in eine Richtung: Ein Gewinn von CHF 187.93 wird auf CHF 187.90 abgerundet, nie aufgerundet.

Bleibt die Frage, wie viel ein Markt insgesamt zurückzahlt. Ein Beispiel, kein quotierter Preis: Setzt man eine Zwei-Weg-Wette mit je Quote 1.90 auf beiden Seiten an, dann ergibt sich ein Quotenschlüssel von 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90). Das sind rund 95 %. Die Marge — die Differenz zu 100 % — liegt damit bei etwa 5 %. Das ist der Anteil, den der Buchmacher von jedem Franken behält, unabhängig davon, welche Seite aufgeht.

Zwei Dinge folgen daraus, und beide gehören zum Gratis-Tipp. Erstens: Die Marge ist in jeder Quote enthalten, auch in der « aufgewerteten ». Zweitens: Die 5 % gelten für dieses Beispiel, nicht für jeden Markt. Ein Hauptmarkt mit zwei Ausgängen trägt typischerweise eine schmale Marge, ein Nebenmarkt mit vielen möglichen Ausgängen eine deutlich breitere, und Kombinationswetten multiplizieren die Margen ihrer Voraussagen miteinander. Wer eine Quote bewertet, ohne zu wissen, auf welchem Markt sie sitzt, vergleicht Äpfel mit Zwiebeln. Der Quotenschlüssel eines Zwei-Weg-Marktes von rund 95 % und eine Marge von rund 5 % sind dieselbe Sache von zwei Seiten betrachtet.

Risiko- und Geld-Management jenseits der Limite

Die Limite ist eine Regel des Veranstalters. Ein Budget ist eine eigene Regel, und beide brauchen den gleichen Partner: eine Aufzeichnung.

Wer jede Wette mit Einsatz, Quote, Markt und Datum notiert, braucht dazu vier Felder und zwei Minuten pro Woche. Was dabei herauskommt, ist die einzige Zahl, die über das eigene Verhalten etwas aussagt — nicht die Trefferquote, sondern die Summe dessen, was über dreissig Tage tatsächlich vom Konto ging. Trefferquoten sehen gut aus, auch wenn sieben von zehn Wetten zu Quote 1.40 verloren wurden.

Dazu gehört die Unterscheidung der drei Wettenarten. Eine Einzelwette ist eine Voraussage; eine Kombiwette umfasst bei Jouez Sport 2 bis 10 Voraussagen, deren Quoten sich zu einer Gesamtquote multiplizieren; eine Systemwette deckt mehrere Kombinationen ab und verzeiht einzelne Fehler. Je grösser die Zahl der Voraussagen, desto unwahrscheinlicher ist der gemeinsame Erfolg, und desto höher ist die Verlockung, weil die Gesamtquote steigt. Die Rechnung dahinter ist keine Frage der Meinung: Die Verlustwahrscheinlichkeit potenziert sich mit der Zahl der Voraussagen, die Gesamtquote übrigens auch.

Dazu kommt der Zeitpunkt. Prematch-Analysen lassen sich ruhig prüfen, Live-Tipps nicht; bei Livewetten entscheidet unter Umständen die Korrektheit von Meldungen und der Zeitpunkt, zu dem eine Wette erfasst wird. Wer sich im Umfeld des Spiels zu Wetten verleiten lässt, hat den Tipp nicht umgesetzt, sondern eine Vorlage gebraucht.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Die beiden Schweizer Veranstalter stehen zuerst, danach die ausländischen Marken, die ohne Schweizer Bewilligung arbeiten. Beide Gruppen sind für Schweizer Wettende erreichbar, aber nicht im selben Sinn — die zweite Gruppe hat hier keine Zulassung, und ihr Angebot wird deshalb nur beschrieben, nicht empfohlen.

Swisslos Sporttip: das Gratis-Angebot im Rahmen der vollen Bewilligung

Swisslos ist eine der beiden Veranstalterinnen, welche die interkantonale Regelung für Sportwetten zulässt. Hinter dem Produkt Sporttip steht die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) Lotterien und Sportwetten veranstaltet. Die Aufsicht liegt bei der Gespa.

Wetten lassen sich online über Swisslos oder die Sporttip App für iOS und Android abgeben; in der App zusammengestellte Wetten können auch per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Diese Limite ist die erste Zahl, die ein Gratis-Tipp unmittelbar betrifft. Sie liegt weit über dem, was ein Einsteiger setzt, und weit unter dem, was jemand setzt, der eine Voraussage mit Verve spielen will. Für die Masse der Kunden ist die Obergrenze also kein Thema, und die Untergrenze von CHF 1 ist die relevante: Sie macht jeden Tipp zu einer spielbaren Wette, unabhängig vom Budget.

Was das Angebot über die Grundprodukte hinaus anbietet, sind Aufwertungen mit Bedingungen. Der Sporttip Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Das « 100 % » in der Kombiboost-Staffel ist die Zahl, die in der Werbung gross steht. In der Praxis verlangt sie fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50. Die Mindestquote von 1.50 pro Voraussage ist die eigentliche Hürde: Jede Auswahl, die darunter liegt, zählt für den Boost nicht mit, und fünfzehn solcher Auswahlen in einer einzigen Kombination sind ein Konstrukt, das die wenigsten Wettscheine erreichen. Wer den Boost als Grund für eine grössere Kombi nimmt, hat die Reihenfolge der Argumente umgedreht.

Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Bemerkenswert ist eine Detailregel aus dem Kombinationsbereich: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Die Regel schützt den Anbieter vor Wettscheinen, die zwei abhängige Ereignisse so kombinieren, als wären sie unabhängig — und sie trifft jene Wettenden, die den Wettschein absichtlich so bauen.

Dazu die Regeln, die man erst im Streitfall liest. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer — etwa 90 Minuten beim Fussball — plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn, oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.

Auf der Einzahlungs- und Auszahlungsseite gibt es ebenfalls konkrete Zahlen. Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay zum Aufladen des Spielkontos an, wobei die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Innerhalb von 365 Tagen zahlt Swisslos Spielguthaben zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen.

Die 3 % ab der dritten Auszahlung sind klein und in der Praxis selten relevant. Interessanter ist der Satz über das Gratisspielguthaben: Aus Promotionen stammendes Guthaben ist nicht auszahlbar. Wer Gratisguthaben erspielt, erspielt also nicht Geld, sondern Spielzeit. Genau dort endet die Vorstellung, ein Gratis-Angebot liesse sich in einen Barbetrag umwandeln.

Wer bei Swisslos anfängt, sollte vor allem die Limiten kennen: CHF 1 Mindesteinsatz, CHF 1’000 Höchsteinsatz, CHF 10’000 bei einer Systemwette, CHF 9’999 als Wallet-Guthaben-Grenze und die selbst gesetzten Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage. Die drei Limitenarten sind hier die einzige Bremse, die tatsächlich funktioniert.

Loterie Romande Jouez Sport: der Regelrahmen der zweiten bewilligten Anbieterin

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Auch hier ist der Weg über das eigene Konto und die eigenen Regelwerke der einzige, der in der Schweiz Bestand hat. Was die Produktgestaltung angeht, so übersetzt die Loterie Romande dieselbe gesetzliche Vorgabe in eine etwas andere Bedingung: Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Die Obergrenze von CHF 300’000 pro Wette ist im Alltag so gut wie unerreichbar und dient einer anderen Funktion: Sie begrenzt die Haftung des Veranstalters für exotische Konstruktionen. Die relevante Zahl für einen normalen Wettschein ist die Untergrenze. Eine Mindestquote von 1.10 heisst, dass sehr kurze Quoten gar nicht erst angenommen werden — für Kombinationswetten ist das eine Sperre gegen den Versuch, mehrere beinahe sichere Ausgänge zu einer Quote zu stapeln, die über der erlaubten Höchstquote von 100’000 läge.

Wer in der Westschweiz wohnt, findet hier dieselbe Grundkonstruktion wie bei Sporttip: ein Produkt mit bewilligtem Sportprogramm, festen Höchst- und Mindestgrenzen und einem Vertragsgebiet, das nicht verhandelbar ist. Wer ausserhalb der sechs Kantone wohnt, kann kein Konto eröffnen, und daran ändert auch ein noch so guter Tipp nichts.

Betscore

Betscore tritt als internationale Wettplattform auf und ist für Schweizer Nutzer erreichbar, ohne eine Schweizer Bewilligung zu besitzen. In der Schweiz dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten veranstalten, und die gemeldete Bewilligung des Anbieters hat nach Art. 4 BGS hier keine Wirkung. Das Konto ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf der Sperrliste der Gespa landen.

Wer die Seite öffnet, findet ein breites Programm und keine Spur Schweizer Aufsicht. Die Adresse kann morgen nicht mehr erreichbar sein, und blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt. Für Wettende, die das als Nebensache betrachten, ist das eine Frage des Geschmacks. Für jene, die bei einem Streit eine Stelle brauchen, an die sie sich wenden können, ist es die ganze Frage.

Cloudbet

Cloudbet gehört zur Gruppe der ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung. Für die Schweiz gilt dieselbe Feststellung wie für alle Anbieter dieser Art: kein Schweizer Veranstalterstatus, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko für die Domain. Die nach eigenen Angaben bestehende Bewilligung ist hier ohne Wirkung.

Die Plattform ist für Nutzer erreichbar, die wissen, was sie tun. Wer sich für sie interessiert, sollte sich vor der ersten Einzahlung klar machen, dass die Aufsicht, die bei Swisslos und der Loterie Romande eingreift, hier keine Rolle spielt.

BetAlright

BetAlright ist eine weitere Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die Rechtslage unterscheidet nicht zwischen grossen und kleinen Namen: Wer in der Schweiz Sportwetten veranstalten will, braucht eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem BGS, und beide fehlen hier. Die Domain kann auf der Sperrliste der Gespa erscheinen, und die gemeldete Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung.

Wer sich hier anmeldet, tut das ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens. Das ist eine bewusste Entscheidung, und sie sollte es bleiben.

bet-at-home

bet-at-home ist ein bekannter Name aus dem internationalen Wettmarkt und arbeitet in der Schweiz ohne Bewilligung. Die Gespa nennt die Marke im Zusammenhang mit Domain-Hopping — blockierte Domains werden innerhalb von Stunden durch neue ersetzt. Damit ist die Sperrliste kein statischer Zaun, sondern eine Wanderbaustelle.

Wer dort spielt, spielt auf einer Domain, die jederzeit verschwinden kann. Das Guthaben ist dann nicht weg, aber der Zugang schon. Für einen regelmässigen Wetter ist das ein Betriebsrisiko, das man kennen sollte, bevor es eintritt.

1Bet

1Bet gehört zu den Marken, die in der Schweiz ohne Bewilligung auftreten. Verbindungen zum Schweizer Sperrregister und zur Schweizer Aufsicht bestehen nicht, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Eine ausländische Bewilligung bleibt in der Schweiz ohne Wirkung.

Das Angebot ist in der Schweiz also verfügbar, aber nicht zugelassen. Diese Unterscheidung ist keine Formalität, sondern der Grund, weshalb es bei einem Problem keine Stelle gibt, die für den Spieler einschreitet.

Bahigo

Bahigo ist eine weitere Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Für Schweizer Nutzer gelten die gleichen Rahmenbedingungen: kein Veranstalterstatus, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Blockierungsrisiko für die Domain. Die nach eigenen Angaben bestehende ausländische Bewilligung zählt hier nicht.

Wer das Angebot prüft, sollte den Vergleich mit den beiden bewilligten Veranstaltern führen, nicht mit einer weiteren ausländischen Marke.

Betclic

Betclic ist international tätig und in der Schweiz ohne Bewilligung. Die Rechtslage erlaubt Sportwetten nur den beiden bewilligten Veranstaltern, und eine ausländische Bewilligung hat nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste erscheinen.

Interessant ist weniger das Angebot als die Verschiebung: Der Suchbegriff nach Gratis-Tipps führt häufig auf Portale, die mit solchen ausländischen Marken verbunden sind. Die Empfehlung ist dann nicht das Produkt, sondern das Geschäft dahinter.

PowBet

PowBet schliesst die Liste der Marken ohne Schweizer Bewilligung ab. Kein Schweizer Veranstalterstatus, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Blockierungsrisiko. Die gemeldete Bewilligung des Anbieters ist hier ohne Wirkung.

Wer in der Schweiz wohnhaft ist und ein Konto bei einer solchen Marke führt, nutzt bewusst die einzige Variante des Schweizer Wettmarktes, die ohne Aufsicht auskommt. Wer die volle Schweizer Regulierung will, findet sie im Abschnitt «Wer Sportwetten in der Schweiz anbieten darf: die Bewilligungsübersicht».

Was ein Gratis-Guthaben bei der Auszahlung wirklich einbringt

Die folgende Rechnung ist ein Modell, kein Ergebnis. Sie dient der Frage, was bei einem Gratisspielguthaben im Durchschnitt hängen bleibt, und sie steht hier als Beispiel für die Methode, nicht als Wertung eines konkreten Angebots.

Angenommen, ein Gratisguthaben von CHF 10 wird auf eine Quote von 2.00 gesetzt, und der Markt trägt einen Quotenschlüssel von 95 %. Bei einer Freiwette wird der Einsatz im Gewinnfall üblicherweise nicht zurückgezahlt. Der durchschnittliche Wert liegt dann bei 10 × (2.00 − 1) ÷ 2.00 × 0.95, also bei rund CHF 4.75. Wer eine solche Wette gewinnt, erhält CHF 20 gutgeschrieben; die Zahl sagt jedoch nichts über die Chance auf diesen Gewinn und nichts über ein bestimmtes Ergebnis. Sie sagt nur, was die Gratis-Wette über viele Versuche hinweg im Mittel wert ist.

Der Abstand zwischen CHF 10 und CHF 4.75 ist der ganze Punkt. Das Gratisguthaben ist kein Geld, es ist ein Versuch mit einem Preis, und dieser Preis liegt unter dem aufgedruckten Wert, weil zwei Dinge abgezogen werden: die fehlende Rückzahlung des Einsatzes und die Marge des Marktes. Wer den Wert eines Gratisangebots beurteilen will, muss auf beide schauen, nicht auf die Zahl in der Werbung.

Umgerechnet auf die Frage nach einem eigenen Budget: Ein Gratisguthaben, das mit rund CHF 4.75 Erwartungswert anfängt, verändert die Monatsbilanz nicht, sondern verschiebt sie um ein paar Franken. Die Entscheidung, wie viel im Monat gesetzt wird, bleibt davon unberührt. Sie ist die einzige Zahl, die man selbst in der Hand hat.

Ob Gratis-Tipps rechtlich sauber sind: Regeln, Steuern und Grenzen

Ein Gratis-Tipp ist legal, solange er eine Meinung bleibt. Rechtliche Relevanz entsteht an zwei Stellen: bei der Frage, welches Angebot in der Schweiz überhaupt zulässig ist, und bei der Frage, was mit einem Gewinn steuerlich passiert.

Was in der Schweiz überhaupt gewettet werden darf

Zulässig sind nur Sportwetten — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Liste der Gespa der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangierung über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder auf das Podest entscheidet, Trainingsläufe nie; die Liste enthält keine Corner- oder Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS). Livewetten sind erlaubt, prematch und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt; das BGS kennt keine gesetzliche Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte.

Für einen Gratis-Tipp heisst das: Ein Hinweis auf einen Corner-Markt oder ein Esport-Spiel lässt sich bei den bewilligten Veranstaltern nicht umsetzen. Die Empfehlung ist nicht falsch, sie ist hier nur nicht spielbar.

Steuern: der Steuerfreibetrag und die Verrechnungssteuer

Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025 CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag ist je nach Kanton unterschiedlich. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer, und wer den Gewinn in der Steuererklärung deklariert, holt sie zurück.

Der typische Wettende gewinnt weit unterhalb des Freibetrags: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Es gibt in der Schweiz keine Wettsteuer auf Einsätze. Wer unsicher ist, sollte einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung fragen.

Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, womit die sachliche Erfassung bei den Kantonen bleibt. Hier gilt die Steuerpraxis des Kantons Thurgau als Beispiel, Wetteinkünfte aus ausländischen Grossspielen unbesehen ihrer Höhe als vollständiges Einkommen zu betrachten.

Werbung und Gratisangebote: warum ein Werbeversprechen keine Zusage ist

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Für Glücksspiel, das in der Schweiz nicht bewilligt ist, ist Werbung verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos). Ein zeitliches Werbeverbot gibt es nicht.

Für den Leser folgt daraus eine unbequeme Einsicht über das Ökosystem der Gratis-Tipps. Zwischen der Empfehlung und dem Anbieter liegt oft ein Vermittlungsverhältnis, und Vermittlung ist nicht von Natur aus unsauber. Aber die Werbeverbotsnorm verläuft genau entlang dieser Linie: Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten, während das Angebot selbst im Netz bleibt. Was der Leser als Empfehlung sieht, ist also an einer Stelle reguliert und an einer anderen nicht.

Ausländische Anbieter: keine Aufsicht, kein Register, kein Rechtsweg

Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Der Spieler wird nach der Praxis des Bundesamts für Justiz nicht bestraft, doch Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schutz- und Fairplay-Kontrolle.

Dazu kommt die Sperrliste. Die Gespa veröffentlicht eine Liste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren (Art. 86 bis 93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — Domain-Hopping. Ein Zahlungsblockierungsinstrument gegen nicht bewilligte Wettseiten gibt es in der Schweiz nicht; wer behauptet, Banken oder Kartenorganisationen blockierten solche Zahlungen, behauptet etwas Falsches.

Damit lässt sich das Bild schliessen. Ein bewilligter Anbieter bedeutet vollen Schweizer Schutz, aber auch nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzanforderung und eine Identitätsprüfung. Ein ausländischer Anbieter bedeutet keinen Schweizer Schutz, aber ein breiteres Programm. Wer so tut, als sei eine der beiden Varianten von Natur aus die sichere, verkauft eine Bequemlichkeit als Erkenntnis.

Häufige Fragen zu kostenlosen Sportwetten-Tipps

Wo finden sich kostenlose Sportwetten-Tipps, und wie verlässlich sind sie?

Kostenlose Tipps stehen in Wettportalen, in Tipp-Apps und in Live-Formaten sozialer Netzwerke. Verlässlich ist an ihnen das Format, nicht der Inhalt: Es sind Meinungen mit Zeitstempel. Ob eine Empfehlung fundiert ist, zeigt sich an der Begründung — Form, Ausfälle, Statistik —, nicht am Preis von null Franken.

Warum gilt kein Tipp, auch kein kostenloser, als sicher?

Weil der Ausgang eines Sportereignisses offen ist, bis er eingetreten ist. Ein Tipp beschreibt eine Wahrscheinlichkeit, und die Quote ist der Preis, den der Markt für diese Wahrscheinlichkeit zahlt. Die Marge des Anbieters steckt in jeder Quote, auch in der eines Gratis-Tipps. Sicherheit ist kein Bestandteil des Angebots.

Woran lässt sich ein nachvollziehbarer Tipp von blossem Marketing unterscheiden?

An der Offenlegung: genannte Daten, Methode, Zeitstempel der Veröffentlichung und ein benannter Markt. Marketing nennt starke Mannschaften und blendet die Quote aus, die es zu schlagen gilt. Wer die Methode nicht zeigt, verlangt Vertrauen statt Prüfung — und Vertrauen ist keine Analyse.

Was ist ein Value-Bet, und wie unterscheidet er sich von einem Tipp auf den Favoriten?

Ein Value-Bet setzt auf eine Quote, die über der eigenen Wahrscheinlichkeitsschätzung liegt. Ein Favoritentipp setzt auf den stärkeren Ausgang. Beim klaren Favoriten steckt fast die ganze Wahrscheinlichkeit schon in der niedrigen Quote. Wert entsteht nur, wenn der Preis über dem liegt, was die eigene Analyse hergibt.

Dürfen Sportwetten in der Schweiz nur bei Swisslos und der Loterie Romande abgeschlossen werden?

Ja. Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport sind die zwei Veranstalter, welche die Kantone zulassen. Eine ausländische Bewilligung hat nach Art. 4 BGS keine Wirkung. Ein Online-Konto braucht Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet und ein Mindestalter von 18 Jahren.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was bedeutet die Marge des Anbieters?

Bei Sporttip gilt: Gewinnbetrag gleich Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, danach auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und auf 5 Rappen abgerundet. Die Marge ist die Differenz zwischen 100 % und dem Quotenschlüssel des Marktes. In einem Zwei-Weg-Beispiel mit je Quote 1.90 liegt sie bei rund 5 %.

Inhalt erstellt vom Team «handywettench»