Schachwetten in der Schweiz — erlaubt, aber nur bei zwei Veranstaltern
Ladevorgang...
Wettende in der Schweiz treffen auf ein Angebot, das kaum grösser werden kann. Nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport dürfen hierzulande Sportwetten veranstalten — zwei Namen für ein ganzes Land, und wer nicht im jeweiligen Vertragsgebiet wohnt, bekommt online gar kein Konto. Genau daraus folgt alles Weitere auf dieser Seite: ein enger erlaubter Katalog, eine Bewilligung, die nur in der Schweiz gilt, und eine Reihe ausländischer Seiten, die sich anfühlen wie eine Alternative und rechtlich keine sind.
Stand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu den Bewilligungen wurden gegen die Gespa als zuständige Aufsichtsbehörde und die von den beiden Veranstaltern veröffentlichten Teilnahmebedingungen geprüft.
Spielerschutz zuerst: Was vor der ersten Wette festgelegt wird
Die Reihenfolge auf dieser Seite ist nicht zufällig. Wer sich für Schachwetten interessiert, landet selten über die Steuerfrage in dem Thema, sondern über eine Partie, die sechs Stunden dauert und in deren Verlauf sich die Quoten noch dreimal bewegen. Was zuerst passiert, ist deshalb etwas, das nichts mit dem Brett zu tun hat.

Limiten gehören zur Anmeldung, nicht in die Fussnote
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für einen, sieben und dreissig Tage setzen. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Bedingung des Kontos. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten.
Das Gesetz verlangt, dass die Veranstalterin einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste fordert — die Zahl selbst wählt die Person, die spielt. Diese Konstruktion hat eine unangenehme und eine angenehme Seite. Angenehm: es gibt in der Schweiz keine staatlich festgeschriebene Einzahlungsobergrenze, die pauschal für alle gilt. Unangenehm: die Bremse ist nur so gut wie die Zahl, die man in einer ruhigen Minute eingetragen hat. Wer das Formular ausfüllt, während eine WM-Partie läuft, trägt eine andere Zahl ein als jemand, der es im Januar tut. Die 72 Stunden bis zur Erhöhung sind die Sperrfrist, die das auffangen soll — sie ist die einzige Bremse im System, die gegen die eigene Ungeduld arbeitet, und wer sie als lästig empfindet, hat ihren Zweck gerade verstanden.
Die Spielsperre und was sie wirklich bedeutet
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für einen bis 180 Tage selbst sperren, ohne dass die Sperre vor Fristablauf aufgehoben wird. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt dann auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder löschen, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.
Was hier oft falsch verstanden wird: die Sperre ist kein Abo, das man kündigt, wenn die nächste Partie ansteht. Sie ist ein Registereintrag mit Sperrfrist. Ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne — ein Satz, über den man kurz nachdenken sollte, weil er die Richtung des Schutzes zeigt: er richtet sich nicht gegen die Veranstalterin, er nimmt dem Spiel seinen wirtschaftlichen Anreiz.
Diese Regeln gelten für jede Wette, nicht nur für das grosse Geschäft. Ein Schachwetten-Konto ohne Verlustlimite ist in der Schweiz einfach nicht zu haben. Sechs Balkenpartien am Samstagabend unterscheiden sich in dieser Hinsicht nicht von einem Fussballwochenende.
Wo der Schutz bei ausländischen Seiten endet
Ausländische Anbieter sind nicht an das schweizerische Sperrregister angebunden, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg gegen sie. Auszahlungen laufen nicht über die Regelung, dass Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto im Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers gehen dürfen — diese Vorgabe kennt das hiesige Bewilligungsregime, ein Anbieter ohne Bewilligung nicht. Von dort aus folgt der ganze Rest: keine Limitenpflicht, keine Kontrolle über die Identität im Sinne des schweizerischen Rechts, keine Instanz, die sich für einen Streit um eine falsch gewertete Wette interessiert.
Der Bundeskontrolle ist bewusst, dass die Geografie hier eine Rolle spielt. Bei Testkäufen an Verkaufsstellen im Jahr 2025 wurde einer minderjährigen Person in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette verkauft. Man sollte die Kontrolle am Schalter also nicht als streng darstellen — sie ist es nicht, und das ist keine Kleinigkeit, wenn man bedenkt, dass die Bewilligung als Garantie für genau diese Kontrolle gilt.
Spielplan: Kandidatenturnier, WM-Kampf und die Daten im Wettprogramm
Der grösste Schachwettmarkt ist kein Ligabetrieb, sondern ein Zweikampf. Die Schachweltmeisterschaft wird zwischen dem Titelträger und einem Herausforderer ausgetragen, der sich in der Regel über das Kandidatenturnier qualifiziert — nur 1948 und 2007 wurde sie als Turnier ausgespielt. Wer eine WM-Wette platzieren will, platziert also eine Wette auf ein Ereignis, dessen Teilnehmerfeld Monate vorher feststeht.
Ein Zweikampf mit achtzehn Partien und einem festen Punktziel
Die Schachweltmeisterschaft 2024 fand vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur statt und wurde im Modus Best of 14 klassische Partien gespielt. Für den Sieg waren mindestens 7½ Punkte nötig. Dommaraju Gukesh gewann mit 7½:6½ gegen Ding Liren — drei Siege, zwei Niederlagen, neun Remis. Ein Tiebreak war nicht nötig.
Diese Zahlen sind der ganze Grund, warum Schachquoten anders aussehen als Fussballquoten. Vierzehn Partien. Neun davon remis. Der Sieger gewann die Hälfte der Partien, die er für sich entschied, nicht durch Überlegenheit in der Mehrheit der Duelle, sondern weil er eine einzige mehr gewann als er verlor. Wer auf einen Schachweltmeisterschaftskampf wettet, wettet auf einen Prozess mit neun Zwischenergebnissen, die alle auf demselben Wettschein stehen können oder nicht — je nachdem, wie die Veranstalterin das Ereignis aufteilt.
Bei Gleichstand nach den vierzehn Partien hätte ein Tiebreak entschieden: zuerst Schnellschachpartien, dann ein Schnellschach-Minimatch, dann Blitzpartien, zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod. Für Wettende ist das die wichtigste Regel der ganzen Veranstaltung. Sie entscheidet, ob die Marktart «Wer wird Weltmeister» nach vierzehn klassischen Partien abgerechnet wird oder erst nach einer Nacht mit deutlich mehr Fehlern pro Zug. Beides sind legitime Märkte, aber es sind nicht dieselben.
Was die Partie selbst als Ereignis definiert
Das Schachbrett hat 8 × 8 = 64 Felder; zu Beginn stehen 32 Figuren darauf, je 16 pro Seite, verteilt auf König, Dame, zwei Türme, zwei Springer, zwei Läufer und acht Bauern. Der Weltschachbund FIDE wurde 1924 in Paris gegründet und vergibt seit 1948 den Titel des Schachweltmeisters. Der erste Titelträger war Wilhelm Steinitz, der 1886 den Zweikampf gegen Johannes Hermann Zukertort mit 12,5:7,5 gewann.
Dazwischen liegen Jahrzehnte Formatwechsel, und genau darin liegt die praktische Schwierigkeit für den Wettmarkt. Ein Ereignis «Schachweltmeisterschaft» ist keine Norm, sondern eine Serie von Einzelregelungen, die von Austragung zu Austragung wechseln. Für eine Langzeitwette heisst das: die Bedingungen im Wettprogramm sind die Tatsachen, nicht das, was man aus früheren Kampfjahren kennt.
Die reguläre Spielzeit und warum sie einen langen Abend hat
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — etwa 90 Minuten im Fussball — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.
Für Schach ist dieser Satz eine Warnung in allgemeiner Formulierung. Wer die Abrechnung einer klassischen Partie an den Fussballrhythmus knüpft, wird von der Wirklichkeit eines sechsstündigen Endspiels überrascht. Vor einer Wette auf eine Schachpartie lohnt der Blick in das Wettprogramm mehr als bei irgendeinem anderen Sport, weil die Dauer des Ereignisses hier keine Konstante ist.
Vergleich der zugelassenen Anbieter und der ausländischen Seiten
Die Tabelle ordnet die zehn Bewertungskandidaten nach ihrem Bewilligungsstatus ein. Die Reihenfolge folgt nicht versprochenen Gewinnen; sie folgt der Frage, welcher Rahmen überhaupt greift.
| Wettanbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin oder berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Aufsicht Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne; Aufsicht Gespa |
| Donbet | ohne Schweizer Bewilligung | — |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | — |
| AmunRa | ohne Schweizer Bewilligung | — |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | — |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung | — |
| Gamdom | ohne Schweizer Bewilligung | — |
| MyStake | ohne Schweizer Bewilligung | — |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | — |
Zwei Bewilligungen in einer Spalte, acht Mal nichts, und dazwischen steht die ganze Aussage dieser Seite. Die Lücke ist keine Recherchelücke, sondern der Inhalt: es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains, kein Verzeichnis zusätzlicher Anbieter.
Die untere Hälfte der Tabelle verdient trotzdem Aufmerksamkeit, und zwar eine andere Art. Diese Seiten existieren, Schweizer Spielende treffen auf sie, und der Vergleich mit ihnen ist nützlich, weil er zeigt, was fehlt. Was fehlt, ist nicht das Wettprogramm. Was fehlt, ist der Rahmen: keine Anbindung ans Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Pflicht zu Verlustlimiten und eine Domain, die von den Telekommunikationsanbietern jederzeit über DNS blockiert werden kann. Domains werden nach einer Blockierung innert Stunden ersetzt — die Gespa betreibt dazu eine eigene Liste. Die Juristen der Aufsicht nennen das Domain-Hopping und haben in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home genannt; bet365 steht auf der Sperrliste.
Für die Wahl des Lesers heisst das: die zweite Tabellenhälfte ist keine Alternative zur ersten, sondern eine andere Kategorie. Sie taugt als Vergleichsmaterial für Quotenvergleiche und für die Frage, wie ein Schachprogramm aussehen könnte. Sie taugt nicht als Ort, an dem ein Rechtsweg besteht.
Die Marge: was die zwei Seiten eines Marktes verbirgt
Für die Rechnung braucht es kein Schachprogramm, nur ein Beispiel: ein zweiseitiger Markt mit je Quote 1.90 auf die eine und die andere Seite. Der Auszahlungsschlüssel folgt aus 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) und liegt bei rund 95 %. Die Marge ist die Differenz zu 100 %, also etwa 5 %.
Das ist die Zahl, die auf jedem Wettschein steht, ohne dass sie aufgedruckt wird. Bei Quoten von 1.90 und 1.90 ist ein fairer Markt rechnerisch unmöglich: zwei Seiten zu je 1.90 bedeuten zusammen einen Auszahlungsschlüssel von ungefähr 95 %, und die fehlenden fünf Prozent sind der durchschnittliche Anteil, den die Veranstalterin von jedem Einsatz auf diesen Markt behält — gerechnet über die Gesamtheit des Marktes, nicht pro Wette. Man kann jede einzelne Wette gewinnen. Man kann nicht gegen diese Rechnung gewinnen, solange man lange genug auf denselben Markt setzt.
Die Marge ist hier ein illustratives Beispiel, kein quotierter Preis. Sie liegt bei anderen Wettarten, anderen Sportarten und anderen Anbietern anders, und sie kann innerhalb desselben Anbieters von Markt zu Markt schwanken. Genau deshalb ist ein Vergleich zweier Anbieter über die Hauptmärkte eines grossen Ereignisses aussagekräftiger als ein Vergleich über eine Quote, die irgendwo abgeschrieben wurde. Wer beim Schach auf ein Nebenmarkt-Angebot setzt — «wird die Partie remis», «genau 30 Züge», «Tiebreak nötig» — sollte damit rechnen, dass der Anteil über dem der Hauptmärkte liegt, weil enge Märkte teurer bepreist werden.
Der praktische Umgang damit ist unspektakulär. Wer zwei Quoten nebeneinanderlegt, vergleicht den Auszahlungsschlüssel, nicht die Zahl. Der Sprung von 1.90 auf 1.92 sieht harmlos aus und verändert die Rechnung kaum; der Sprung von 1.90 auf 2.05 auf einem Randmarkt ist eine andere Entscheidung. Die Marge ist der Preis für die Information, wer im Vergleich zur fairen Wahrscheinlichkeit zu hoch oder zu tief bepreist ist — und bei einem Zweikampf über vierzehn Partien mit neun Remis ist diese faire Wahrscheinlichkeit besonders schwer zu schätzen.
Grundlagen: Warum die Remisquote jede Schachwette prägt
Ein 1X2-Markt mit drei Ausgängen, bei dem einer davon regelmässig das häufigste Ergebnis ist. So lässt sich Schach als Wettgegenstand in einem Satz beschreiben, und alles Weitere folgt daraus.

Zweiundfünfzig Prozent der Ergebnisse, die den Markt durcheinanderbringen
Im Schach erzielt Weiss im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte; bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %. Bei der Weltmeisterschaft 2024 waren es neun Remis in vierzehn Partien.
Man muss diese beiden Zahlen nebeneinanderlegen, um zu sehen, was sie für einen Wettschein bedeuten. In der Spitze enden mehr als vier von zehn Partien ohne Sieger. Und das bedeutet für den einfachsten Markt, auf den ein Gelegenheitswetter schaut, dass der Ausgang mit der häufigsten Einzelwahrscheinlichkeit unter den drei bewerteten keineswegs ein seltener Störfall ist — er ist das Normalergebnis. Eine Quote von 1.90 auf einen Sieger, wie sie in den Köpfen vieler Wettender herumspukt, gibt es bei einem Zweikampf nicht geschenkt; sie muss über alle drei Ausgänge erwirtschaftet werden.
Die zweite Zahl macht die Sache interessanter. Weiss liegt im Mittel bei rund 54 % der möglichen Punkte, was den Anzugsvorteil gut beschreibt und gleichzeitig die Tür für einen Markt wie «Mit wem endet die erste Partie entschieden?» öffnet, der ohne diese Zahl schwer zu bepreisen wäre. Der Anzugsvorteil ist gross genug, um relevant zu sein, und klein genug, um keine einzelne Partie zu entscheiden.
Wie eine Partie überhaupt anders enden kann als mit Sieg
Eine Schachpartie endet remis unter anderem durch Patt — der Spieler am Zug hat keinen legalen Zug und steht nicht im Schach —, durch Einigung, durch dreifache Stellungswiederholung, die nur auf Antrag reklamiert werden kann, und durch die 50-Züge-Regel, ebenfalls auf Antrag.
Daneben gibt es die Fälle, die automatisch eintreten: fünffache Stellungswiederholung, 75 Züge ohne Bauernzug und ohne Schlagfall, sowie die tote Stellung, in der kein Spieler mehr mattsetzen kann.
Der zweite Satz ist der wichtigere, wenn man auf Remis wetten will. Bei den ersten vier Wegen liegt die Entscheidung bei einem Menschen — einer der beiden Spieler einigt sich, oder einer reklamiert. Bei den letzten drei greift die Regel von selbst, das Brett spielt das Ergebnis aus. Auf dem Papier ist «Remis» eine einzige Kategorie. Praktisch schweben in einer Remis-Partie mehrere verschiedene Ereignisse übereinander, und ein Teil davon hängt an der Bereitschaft eines Spielers, den Kampf aufzugeben. Wer diese Unterscheidung kennt, kann einschätzen, warum ein Anbieter auf Remis andere Quoten stellt als auf einen Sieg — der Ausgang ist nicht einfach nur der mittlere von dreien, sondern der, der auf zwei Wegen zustande kommt.
Quoten auf Sieg, Remis und Niederlage zusammengelesen
Ein Markt mit drei Ausgängen hat drei Quoten, und nur die drei zusammen ergeben die Marge. Wenn die praktische Welt der Schachquoten selten so sauber aussieht wie das Beispiel mit 1.90 und 1.90, liegt das an der Form des Zweikampfs: ein Weltmeisterschaftskampf über vierzehn Partien wird als eine Reihe von Einzelereignissen ausgespielt, und die Anbieterin stellt für jede Partie neue Quoten. Die Marge des einen Marktes ist nicht die des anderen, und die Marge eines einzelnen Partiemarktes ist nicht die des WM-Marktes.
Das ist kein Detail für Buchhalter. Es entscheidet, ob eine Wette überhaupt eine Chance hat, den Preis zu rechtfertigen. Ein Weltmeisterschaftskampf, der praktisch ausschliesslich aus engen Partien besteht, zwingt jedes Quotenmodell an seine Grenzen. Die Anbieterin kompensiert das mit einem höheren Anteil, und dieser Anteil kommt aus dem Einsatz der Wettenden, nicht aus einem Topf.
Wie man damit praktisch umgeht: nicht nach der höchsten Quote suchen, sondern nach der Quote, die plausible Ausgänge plausibel bepreist. Wer auf Weiss setzt, weil Weiss angeblich Vorteil hat, aber die 54 % für einen blossen Anschlag auf einen der drei Ausgänge hält, hat den Markt nicht gelesen. Und wer bei einem Zweikampf auf «kein Sieger» setzt, ohne zu wissen, dass in der Spitze etwa 43 % der Partien remis ausgehen, setzt auf ein Gefühl.
Was in der Schweiz erlaubt ist und was nicht
Der Rahmen ist eng, und er ist es mit Absicht. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa beaufsichtigt — der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, in Kraft seit 1. Januar 2021. Nicht zuständig ist die ESBK, die nur die Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung besteht aus einer Veranstalterbewilligung und einer Bewilligung pro Spiel (Art. 21 bis 25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Nettoerträge gehen in der Schweiz an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS).
Die kantonalen Regelungen begrenzen die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei. Für die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein läuft das über das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura werden von der Loterie Romande mit Jouez Sport bedient; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Die Gespa-Liste: der Katalog, der entscheidet
Wetten sind in der Schweiz nur auf Sportwetten möglich — auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen nicht. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS).
Das ist die Schraube, an der Schachwetten in der Schweiz tatsächlich hängen. Die Liste führt Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind; Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet; Trainingsläufe nie. Die Liste enthält keine Eck- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Wer wissen will, ob ein Schachturnier heute bepreist werden darf, prüft also nicht, ob Schach ein Sport ist — das ist es. Er prüft, ob dieses Turnier und diese Wettart in der Liste stehen. Ein Kandidatenturnier und ein Weltmeisterschaftskampf sind nicht automatisch dasselbe Ereignis im Sinne dieser Liste, und «wer gewinnt die WM» ist nicht derselbe Eintrag wie «mit wem endet Partie sieben».
Livewetten sind erlaubt, vor dem Ereignis und währenddessen, sofern die Veranstalterin über die entsprechende Bewilligung verfügt; das Gesetz beschränkt sie nicht auf bestimmte Live-Märkte. Zu virtuellen Sportarten ist nichts festgestellt — dazu bleibt hier nichts zu schreiben. Für E-Sport gilt nur der eine Satz: er steht nicht in der Gespa-Liste.
Online-Konto, Wohnsitz und Identität
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Für ein Konto braucht es Wohnsitz in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS), praktisch im Gebiet des jeweiligen Unternehmens.
Auszahlungen gehen nur auf ein Zahlungskonto im Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht, und eine Kreditgewährung an Spielende ist untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht in seinen eigenen Bedingungen. Es gibt in der Schweiz kein Instrument, mit dem Banken oder Kartennetzwerke Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten blockieren — die Sperre läuft über DNS bei den Telekommunikationsanbietern.
Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Steuern, je nach Kanton
Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der eidgenössische Schwellenwert liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); der kantonale Schwellenwert weicht davon ab, deshalb «je nach Kanton». Oberhalb des Schwellenwerts behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.
Für einen typischen Wettenden ist das eine Debatte über einen Betrag, der nie auftritt: die Wette gewinnt weit unterhalb dieses Schwellenwerts, es fallen weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an. Es gibt keine schweizerische Wettsteuer auf Einsätze. Und für Gewinne bei ausländischen Anbietern gilt: keine Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis ist unterschiedlich — Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als vollständig steuerbares Einkommen. Das ist allgemeine Information; verbindlich ist die kantonale Steuerverwaltung oder eine Steuerberatung.
Werbung, Gratisguthaben und die ausländische Bewilligung
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und -bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen der jeweiligen Veranstalterin. Ein Werbeverbot zu bestimmten Tageszeiten gibt es nicht.
Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS). Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat: bis zu drei Jahre oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die Spielenden werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht kein Schutz und keine Fairplay-Kontrolle. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die schweizerische Telekommunikationsanbieter über DNS blockieren (Art. 86 bis 93 BGS; erste Liste 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025).
Daraus folgt eine unbequeme Symmetrie, die man auf dieser Seite nicht mit Marketing-Ton auflösen sollte. Die bewilligte Seite bedeutet Schutz durch das schweizerische System — und dafür nur zwei Veranstalterinnen, eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Die nicht bewilligte Seite bedeutet ein grösseres Programm ohne diese Grenzen — und dafür kein Sperrregister, keinen Rechtsweg, keine Limitenpflicht und eine Besteuerung nach kantonaler Praxis. Keine der beiden Seiten ist per se die sichere Wahl. Man wählt zwischen einem engen Rahmen mit Kontrolle und einem weiten Rahmen ohne.
Die zwei bewilligten Veranstalter: Swisslos Sporttip
Swisslos ist eine der beiden Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht überhaupt zulässt, und das ist die wichtigste Eigenschaft vor allen Produktdetails.
Die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Swisslos-Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Für 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Diese Zahlen sind der Grund, warum das System so gebaut ist, wie es ist, und gleichzeitig eine ehrliche Beobachtung über seine Grenzen: der Ertrag fliesst an Sportverbände und kantonale Fonds, und er ist im Sportwettenbereich rückläufig, obwohl das Gesamtbild stabil wirkt.
Bei den Einsätzen beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Zahl, die hier wirklich zählt, ist die 1’000. Bei einem Weltmeisterschaftskampf mit seinen vierzehn Partien ist eine Systemwette über mehrere Partien schnell eine vierstellige Angelegenheit — und für eine Kombiwette greift die niedrigere Grenze, nicht die der Systemwette.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro wettender Person nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der letzte Halbsatz ist der Preis der Sache: der Boost lässt sich nicht absichern. Wer den Cash-Out zieht, verliert die Erhöhung, und damit ist die Entscheidung, ob man den Boost überhaupt einsetzt, eine Entscheidung über den Verzicht auf die Absicherung.
Zum Cash-Out selbst: es gibt ihn bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Diese Bündelung ist der eigentliche Kritikpunkt an dem Feature. Der Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn, das Angebot gilt nicht garantiert für jeden Markt, und es kann sich jederzeit ändern. Wer darauf plant, plant auf eine Option, die jemand anders hält. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Der letzte Punkt ist keine Schikane, sondern die Folge davon, dass ein Live-Angebot nur funktioniert, wenn das Modell zwischen Eintreten und Abrechnung unterscheiden kann.
Das Urteil fällt kurz aus, weil die Fakten nur eine Richtung zulassen: die Zulassung und die Herkunft des Ertrags tragen diesen Anbieter, das Wettprogramm ist das eines nationalen Veranstalters und keine Konkurrenz zu einem auf Schach spezialisierten Buchmacher, und der Cash-Out ist die offenkundigste Schwachstelle im Angebot.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, anderes Gebiet
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Rechtlich steht sie neben Swisslos, nicht dahinter: dieselbe Bewilligungsart, dieselbe Aufsicht durch die Gespa, dasselbe Verbot für alle anderen. Was die beiden trennt, ist die Landkarte und die Grösse. Wer in Genf wohnt, findet hier sein Konto, und wer in Zürich wohnt, findet es nicht. Ein Kontoinhaber in Lausanne und eine Kontoinhaberin in Basel spielen unter demselben Gesetz, aber nicht im selben Vertragsgebiet, und keiner der beiden kann beim anderen ein Konto eröffnen. Das ist die konkreteste Folge der Zwei-Veranstalter-Lösung, und sie trifft einen Umzug innerhalb der Schweiz so hart wie eine Grenze.
Die Infrastruktur erklärt ein Stück davon: 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende sind ein Vertriebsnetz, das auf einem Flächendeckungsauftrag beruht. Gemessen an einem reinen Online-Buchmacher ist das teuer, gemessen an einem kantonalen Versorgungsauftrag ist es die Grundlage dafür, dass Wetten überhaupt in jedem Westschweizer Kanton physisch erreichbar sind.
Die Kehrseite: 2’350 Verkaufsstellen sind auch 2’350 Orte, an denen ein Gesicht, nicht eine Datenbank entscheidet. Die Testkäufe der Aufsicht haben gezeigt, wie weit die Kontrolle am Schalter trägt — ein Umstand, der die Betonung der Online-Verifikation verständlich macht und der jeden Satz über «strengen Schutz» am Verkaufspunkt vorsichtig werden lässt. Wer sein Konto online eröffnet, kommt mit einer geprüften Identität durch den Registrierungsprozess; wer am Schalter spielt, durchläuft diese Prüfung nicht zwingend im gleichen Rhythmus.
Das Urteil über diesen Anbieter dreht sich deshalb um die Verkäuferin am Schalter, nicht um die Quoten. Wer online und mit geprüfter Identität spielt, bekommt denselben Rahmen wie bei Swisslos. Wer die Filiale nutzt, verlässt sich auf eine Kontrolle, die laut Testkäufen der Aufsicht in knapp der Hälfte der geprüften Fälle nicht gegriffen hat.
Donbet: kein Schweizer Schutz, kein Sperrregister
Bei Donbet handelt es sich um einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hierzulande Sportwetten veranstalten; eine berichtete ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS). Es besteht keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und über DNS blockiert werden.
Für einen Wettenden heisst das konkret: die Verlustlimiten, die bei einem bewilligten Anbieter zur Kontoeröffnung gehören, sind hier eine freiwillige Funktion oder gar keine. Wird ein Schachwettmarkt mehrere Stunden live verschoben, greift keine Schweizer Regel, die ein Nachsetzen bremst. Und wenn ein Streit um eine Wertung entsteht — etwa über die Abrechnung eines Zweikampfs nach Abbruch —, gibt es keine hiesige Instanz, die ihn anhört.
Die Domain-Blockade ist dabei kein Nebenaspekt, sondern das, was ein Nutzer an diesem Anbieter tatsächlich erlebt: die Seite kann innert Stunden unerreichbar werden und auf einem neuen Namen wieder auftauchen. Wer dort ein Guthaben stehen lässt, plant mit einem Zugang, den er nicht kontrolliert.
Sportuna: weites Programm, fremde Regeln
Sportuna ist ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung tätig und damit nicht Teil des schweizerischen Bewilligungsregimes. Eine berichtete ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS), es besteht keine Anbindung ans Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg; die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden.
Was das für Schachwetten bedeutet, lässt sich in einem Satz sagen: die Regeln, die auf einem Wettschein stehen, sind die des Anbieters, und keine davon ist durch die Gespa oder durch schweizerisches Recht überprüfbar. Bei einem Sport, dessen Ereignisse sechs Stunden dauern können, ist die Frage «ab wann gilt eine Wette als platziert und wann wird sie mit 1.00 gewertet» eine der praktisch wichtigsten überhaupt — und sie wird hier ausschliesslich in den Bedingungen des Anbieters beantwortet.
AmunRa: registriert, aber nicht für die Schweiz
AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Nur die beiden einheimischen Veranstalterinnen dürfen Sportwetten anbieten, eine ausländische Bewilligung gilt hier nicht (Art. 4 BGS). Kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als Möglichkeit.
Ein Angebot, das über mehrere Produkte läuft, wirft bei einem Sport wie Schach zusätzlich die Frage nach der Trennung auf. Wer ein Wettkonto führt, das auch Casino und andere Spiele enthält, sollte wissen, dass Verlustlimiten und Sperren nach schweizerischem Verständnis gerade nicht anbieterneutral über alles laufen — die Spielsperre gilt beim bewilligten Anbieter produkt- oder personenbezogen und wird ins Register eingetragen, eine freiwillige Sperre ist erst nach drei Monaten lösbar. Diese Mechanik gibt es ausserhalb des Regimes nicht, und ein Konto, das Wetten und Glücksspiel unter einem Login bündelt, macht den Unterschied praktisch spürbar.
myBet: der Name ist keine Bewilligung
myBet gehört zu den Anbietern ohne Schweizer Bewilligung. Die Rechtslage ändert sich durch den Namen nicht: veranstalten dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande, eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS), es besteht keine Verbindung zum Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg, die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Bei aller Unterschiedlichkeit der ausländischen Seiten gibt es einen gemeinsamen Nenner, und er betrifft die Steuer. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, dafür greift die kantonale Steuerpraxis — Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Wer eine grössere Schachwette gewinnt, sollte das wissen, bevor er sie platziert.
Betscore: Sportangebot ohne Schweizer Rahmen
Betscore tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Eine erteilte ausländische Bewilligung hat hier keine Geltung (Art. 4 BGS); es fehlen die Anbindung ans Sperrregister, der Schweizer Rechtsweg und jede Schweizer Limitenpflicht. Die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und über DNS blockiert werden.
Bei einem auf Sportwetten ausgerichteten Angebot ist der Vergleich mit den bewilligten Veranstalterinnen der aufschlussreichste Teil. Der Unterschied liegt nicht in der Auswahl an Märkten, sondern im Erlaubten: die bewilligte Seite bietet nur, was die Gespa-Liste zulässt, und sie bietet es mit einer Bewilligung, die nur in der Schweiz gilt. Es gibt kein Instrument, mit dem sich das Angebot einer ausländischen Seite in diesen Rahmen hineinprüfen liesse. Wer dort setzt, vertraut nicht dem Schweizer System, sondern dem Anbieter.
Gamdom: Spielsperre, die hier nicht greift
Gamdom ist ohne Schweizer Bewilligung tätig. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS), es besteht keine Anbindung ans Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg; die Domain kann blockiert werden.
Die wichtigste Konsequenz betrifft eine Personengruppe, die oft übersehen wird: Wer sich bei einem bewilligten Anbieter hat sperren lassen, ist dort und in den Casinos gesperrt, nicht in der weiten Welt. Eine unbefristete Selbstsperre wird in einem schweizerweiten Register eingetragen und deckt Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie Liechtenstein ab. Eine ausländische Seite liegt ausserhalb dieses Registers. Für einen Anbieter, der mehrere Spielarten unter einem Dach führt, ist das der praktisch bedeutsamste Unterschied zu den Bewilligten — und keiner, den das eigene Marketing erwähnt.
MyStake: Livemärkte ohne Kontrollinstanz
MyStake bietet ohne Schweizer Bewilligung an. Kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Limitenpflicht; die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Wer Schach live verfolgen und während der Partie setzen will, sollte wissen, wie der bewilligte Rahmen dieses Feld regelt: Livewetten sind erlaubt, sofern die Veranstalterin über die entsprechende Bewilligung verfügt, und das Gesetz beschränkt sie nicht auf bestimmte Live-Märkte. Bei Swisslos gilt die Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird, und Wetten nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs werden mit Quote 1.00 gewertet. Solche Wertungsregeln sind das, was bei einem Streit tatsächlich hilft. Bei einem Anbieter ausserhalb des Regimes ist die Wertungsregel seine eigene, und es gibt hier keine Stelle, die sie überprüft.
Jackbit: Vergleichswert ohne Schutzversprechen
Jackbit gehört zur Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Eine berichtete ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS); es fehlen Sperrregister-Anbindung, Schweizer Rechtsweg und Limitenpflicht, die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Bleibt die Frage, warum diese Seiten hier überhaupt stehen. Sie stehen hier, weil Schweizer Wettende ihnen begegnen und weil der Vergleich mit ihnen zeigt, was der Schweizer Rahmen wert ist: zwei Veranstalterinnen, ein geschlossener Katalog, Wohnsitzpflicht, Identitätsprüfung und Verlustlimiten ab dem ersten Login. Wer das für Gängelung hält, findet draussen ein breiteres Programm. Wer es für den eigentlichen Gegenwert hält, hat hier nur zwei Adressen zur Auswahl.
Häufige Fragen zum Wetten auf Schach in der Schweiz
Wie prüfe ich, ob ein Schachturnier in der Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten steht?
Geprüft wird die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in ihrer jeweils gültigen Fassung. Sie führt Qualifikationsrunden, Frauenwettkämpfe und Ranglistenwetten nur, wenn diese ausdrücklich aufgeführt sind. Entscheidend ist also der Eintrag zum konkreten Turnier und zur konkreten Wettart, nicht die Sportart Schach.
Warum bestimmt die Remisquote die Schachquoten so stark?
In der Spitze enden etwa 43 % der Partien remis; bei der Weltmeisterschaft 2024 waren es neun von vierzehn. Der häufigste Ausgang eines 1X2-Marktes steht damit zwischen Sieg und Niederlage und nicht am Rand. Wer Quoten liest, ohne diese Häufigkeit einzurechnen, liest nur zwei von drei Zahlen.
Wie rechnet man den Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?
Der mögliche Gewinn ist der Einsatz mal der Quote minus dem Einsatz — bei CHF 1 zu Quote 1.90 also CHF 0,90 Nettoertrag. Die Marge ist der Teil des Marktes, den die Veranstalterin behält: bei Quoten von 1.90 auf beide Seiten eines zweiseitigen Marktes liegt der Auszahlungsschlüssel bei rund 95 % und die Marge bei etwa 5 %.
Welche Verlustlimiten stehen vor der ersten Wette, und was bewirkt die Spielsperre?
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip werden Verlustlimiten für einen, sieben und dreissig Tage gesetzt, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Sperre schliesst den Zugang für einen bis 180 Tage; eine unbefristete Sperre wird ins schweizerweite Register eingetragen.
Was fehlt Wettenden bei Auslandsseiten ohne Schweizer Bewilligung?
Es fehlen die Anbindung ans Sperrregister, der Schweizer Rechtsweg, die Pflicht zu Verlustlimiten und die Identitätsprüfung nach schweizerischem Recht. Hinzu kommt die Blockierbarkeit der Domain über DNS. Gewinne aus solchen Angeboten sind zudem nach kantonaler Praxis steuerbar — Thurgau behandelt sie unabhängig von der Höhe als Einkommen.
Sportarten – handywettench
Inhalt erstellt vom Team «handywettench»
