Kostenlose Wettprognosen 2026 – was sie wert sind, was sie kosten und wann sie nichts nützen

Updated Oktober 2026
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Ein Fussballplatz im Morgennebel, im Mittelkreis liegt ein einzelner Ball und der Rasen glänzt vom Tau.

Stand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu Bewilligungen, Limiten und Spielerschutz wurden gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip in Version 4.2 sowie gegen die Bedingungen für die Online-Teilnahme von Swisslos in der ab 13. Januar 2025 gültigen Fassung und das Reglement Jouez Sport in der 17. Auflage geprüft; die Aufsicht führt die Gespa.

Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Sporttip-Livewetten haben eine Eigenschaft, die keine Wettbörse und kein ausländisches Portal nachahmt: Wer eine Wette platziert, nachdem der Wettausgang tatsächlich eingetroffen ist, bekommt sie mit der Quote 1.00 gewertet. Der Einsatz kommt zurück, der Gewinn bleibt aus. Und Swisslos darf in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters – Wetten ebenfalls mit 1.00 bewerten. Man kann also einen Treffer haben und trotzdem nichts gewinnen. Wer kostenlose Wettprognosen liest, sollte diese Zeile aus den Spielregeln kennen, bevor er sie auf einen Tipp anwendet. Denn die Prognose beschreibt ein Ereignis; das Regelwerk beschreibt, was davon auf dem Wettschein ankommt. Zwischen beidem liegt eine ganze Menge Kleingedrucktes.

Kostenlose Wettprognosen sind in dieser Szene ein seltsames Produkt. Sie kosten nichts, sie versprechen eine Menge, und ihr Wert liegt fast nie dort, wo das Publikum ihn sucht. Nicht im Tipp. Im Abstand zwischen Wahrscheinlichkeit und Quote. Wer eine Prognose liest und nicht weiss, was eine Quote über die Marge eines Veranstalters verrät, hat eine Zahl gelesen und keine Entscheidung gewonnen. Dieser Text arbeitet das der Reihe nach ab: zuerst, was eine Prognose mit dem eigenen Risiko macht – nämlich wenig –, dann, wie eine Prognose überhaupt entsteht, danach, woran sich Prognosequellen vergleichen lassen, wie eine Prognose einzuordnen ist, und am Ende, wo man in der Schweiz überhaupt auf sie setzen darf. Die Reihenfolge hat einen Grund. Wer zuerst die Quote versteht, liest die Prognose danach anders.

Risikokontrolle zuerst: was eine Prognose für den Spielerschutz nicht tut

Die These, mit der jeder Anbieter von Gratis-Tipps arbeitet, lautet: bessere Information, kleineres Risiko. Sie hält nicht. Eine Prognose beschreibt eine Wahrscheinlichkeit, und eine Wahrscheinlichkeit ist kein Schutz. Sie verschiebt eine Verteilung. Sie verändert nicht, was passiert, wenn der Spielverlauf die falsche Seite wählt. Wetten bleiben Wetten.

Ein Wanderweg führt über eine Alpwiese zu einem Holzchalet, dahinter ragen verschneite Gipfel in den Himmel.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9'999, unter 21 Jahren CHF 1'000).

Was den Unterschied macht, lässt sich in einem Satz aus den Bedingungen von Swisslos nachlesen: Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer sein Limit heute heruntersetzt, spürt das heute. Wer es heute hochsetzt, spürt es erst am vierten Tag. Diese Asymmetrie ist kein Ärgernis, sie ist der ganze Mechanismus. Sie ist auch genug Grund, das Limit an einem nüchternen Tag zu setzen und nicht an einem, an dem ein Halbfinale ansteht.

Der Bund schreibt die Limiten nicht vor. Er schreibt vor, dass der Veranstalter sie verlangt: Die Vergnügungssteuerverordnung nicht, sondern die Verordnung des Bundesrats zum Geldspielgesetz, deren Artikel 87 einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangt. Gesetzt wird der Wert von der Person, die spielt. In der Schweiz existiert keine staatlich festgelegte Einzahlungsgrenze, keine Zahl, die für alle gilt. Wer nach einer solchen sucht, sucht etwas, das es nicht gibt. Was es gibt, ist die Pflicht, sich selbst eine zu geben.

Mehrere Töpfe, die man nicht verwechseln sollte

Neben der Verlustlimite kennt Swisslos eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage und eine Beschränkung im Wallet: Spielguthaben kann nur gekauft werden, solange das Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt, der Mindestkauf liegt bei CHF 20, und in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich. Das klingt nach mehreren Grenzen, die dasselbe tun. Sie tun es nicht. Die Verlustlimite bremst, was verloren gehen darf. Die Einzahlungslimite bremst, was hineingeschoben wird. Das Guthaben schliesslich ist Geld, das bereits im System liegt – es ist schon ausgegeben, nur noch nicht verspielt. Daraus folgt eine praktische Beobachtung: Ein Guthaben von CHF 9’000 verletzt keine einzige Limite und ist trotzdem die Situation, in der die meisten Spielenden die Kontrolle verlieren, weil zwischen «ich habe das Geld geladen» und «ich habe das Geld verspielt» keine Hürde mehr steht.

Die drei Topfarten haben unterschiedliche Rhythmen. Das Guthaben läuft nicht ab. Die Einzahlungslimite erneuert sich alle 30 Tage. Die Verlustlimite für 1, 7 und 30 Tage liegt gleichzeitig vor. Wer sich nur eine Grenze setzt, wählt faktisch aus, welche Art von Fehler er zulässt.

Was passiert, wenn eine Pause die richtige Antwort ist

Ein selbst gesetztes Limit greift irgendwann nicht mehr, weil es ein Betrag ist und kein Riegel. Für diesen Fall gibt es die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, und die Sperre wird vor Fristablauf nicht aufgehoben. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Der letzte Teil ist der, den die meisten falsch einschätzen. Die eigene Sperre ist nicht eine Pause bei einem Anbieter. Sie ist eine Türe, die an mehreren Orten gleichzeitig zugeht – und zwar auch dort, wo jemand anderes sitzt als der, den man im Blick hatte.

Wie lange diese Türe zu bleibt, ist gesetzlich geregelt: Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Zusätzlich muss ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten angeboten werden. Wer eine Spielsperre für drei Wochen braucht, findet sie nicht in der Sperre, sondern in der Verlustlimite oder im Wallet. Das ist die pragmatische Unterscheidung: Limiten sind für Spieler, die weniger spielen wollen. Die Sperre ist für Spieler, die nicht spielen wollen.

Wer gesperrt ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Der Satz steht im Gesetz und nicht in einer Hausordnung: Artikel 45 des Geldspielgesetzes schliesst Personen aus, die vom Spiel ausgeschlossen sind. Der Satz klingt härter, als er ist, und er sollte härter klingen. Wer ihn erst dann liest, wenn er ihn braucht, hat schon verloren. Wer unter 18 ist, ist von vornherein ausgeschlossen. Bei Sporttip steht das ausdrücklich: Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen.

Und hier die unangenehme Zahl zur Praxis. Bei Testkäufen der Aufsicht im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Rund jede zweite. Wer glaubt, der Schweigetresen an der Verkaufsstelle sei eine Schutzmauer, sollte diese Zahl kennen und ihr Verhalten danach richten: Das eigene Konto ist die Grenze, nicht das Kioskpersonal. Wer im Ausland wette, wette ohne jede dieser Sicherungen; in der Schweiz fehlt der Zugang zum Sperrregister und der Weg zu einer Schweizer Aufsicht. Die konkreten Folgen eines ausländischen Anbieters stehen im Abschnitt «Wie man die zehn Anbieter einordnet: zwei mit Bewilligung, acht als Referenz».

Budget, Vorhersagemarkt und der Griff zur Selbsthilfe

Ein festes Budget ist keine Limite im Sinne des Reglements, aber es ist die einfachere Idee. Wer CHF 100 im Monat einsetzt, ist nach einem schlechten Samstag nicht ruiniert. Die Zahlen aus dem Regelwerk sind eine Einladung, sich selbst zu überschätzen, und das gilt für die kleinen Limiten ausdrücklich: Bei Jouez Sport liegt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Diese Zahlen stehen in einem Reglement, nicht auf einem Werbeplakat. Wer sie zum ersten Mal im Gewinnfall sieht, hat sich vorher mit einem Gewinn beschäftigt und nicht mit einem Einsatz.

Bleibt die Frage, was eine Prognose im Rahmen eines solchen Budgets leisten kann. Eines: Haltung. Wer ein Budget gesetzt und ein Limit vergeben hat, kann eine Prognose als Information lesen. Ohne beides liest er sie als Anweisung. Und die Öffnungszeiten des Schutzes sind klar geregelt – Limiten vor der ersten Wette, nicht danach; Sperre auf Wunsch, aber drei Monate lang bindend; Hilfe bei einer Fachstelle, nicht bei einem Chatbot. Wer sich oder jemandem anderen beim Einstellen eines Limits helfen will, findet das Verzeichnis bei der Aufsicht und bei der eigenen Kantonsverwaltung. Das ist unspektakulär und wirkt.

Wann ein Gratis-Tipp teuer wird – und wann nicht

Selbst gesetzte Limiten sind stärker als jedes Wissen über Quoten. Eine Prognose kann genau eine Grenze heben: die Grenze zwischen «ich weiss nichts über dieses Spiel» und «ich weiss die Quote». Sie hebt keine andere. Nun sagt der Gegenstand dieser Seite, dass Gratis-Prognosen nichts kosten. Das ist der Teil, der stimmt. Und der zweite Teil, der nie im Titel steht: Kostet die Prognose nichts, dann lässt sie sich leicht in eine Wette übersetzen, und diese Übersetzung ist der Punkt, an dem der Preis am höchsten wird. Hier ein Anhaltspunkt, wie dieser Preis aussieht: Eine Quelle, die regelmässig Prognosen mit hohen Quoten im Bereich 4.00 oder 5.00 auf Aussenseiter liefert, verlangt eine andere Disziplin als eine, die auf Favoriten mit 1.40 setzt. Bei einer Quote von 4.00 bringt ein einziger Treffer aus vier Versuchen das Geld zurück. Bei 1.40 braucht man dafür schon mehr als die Hälfte. Die Trefferquote ist keine Eigenschaft der Quelle. Sie ist eine Eigenschaft der Quote, die sie empfiehlt.

Am Ende dieser ersten Passage steht keine Warnung, sondern ein Satz aus dem Regelwerk, den manchem Wettenden aus der eigenen Erfahrung bekannt sein wird: Bei Swisslos ist der Zugang sperrbar, und die Sperre bleibt bestehen. Wer also den Verdacht hat, dass er sie braucht, hat höchstwahrscheinlich recht. Das ist der einzige Rat dieser Seite, der keinen einzigen Haken hat.

Grundlagen: wie aus Form, Statistik und Quote eine Prognose wird

Eine Wettprognose ist eine Wahrscheinlichkeitsschätzung mit einem Vorzeichen. Wer das weiss, kann sie bewerten. Wer es nicht weiss, kann nur hoffen. Genau genommen ist die Prognose ein Vorhersage-Modell: Daten hinein, Prozentzahl hinaus. Die Arbeit liegt davor und danach.

Eine Sanduhr steht auf einem Holztisch neben einer Brille, hinter dem Fenster laufen Regentropfen über das Glas.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus beträgt 5 % bei vier und 20 % bei sieben.

Form, Heimvorteil, Statistik

Die erste Zutat ist die aktuelle Form: Ergebnisse der letzten Wochen, Tore, Gegentore, Ausfälle, Belastung durch englische Wochen. Die zweite ist der Heimvorteil, der in Fussballwettmärkten traditionell als eigener Faktor geführt wird, weil er über Jahre messbar zusätzliche Punkte bringt. Die dritte ist die Statistik über längere Zeiträume: Kopf-an-Kopf-Bilanzen, Erwartungswerte aus Schüssen und Ballbesitz, Tabellenlage. Wer diese drei Grössen mit unterschiedlichen Gewichten zusammenrechnet, erhält eine geschätzte Wahrscheinlichkeit. Wer nur eine von ihnen benutzt, erhält eine Meinung mit Zahlen.

Nun kommt der Teil, den kaum ein Gratis-Tipp erwähnt. Die Prognose endet nicht mit der Wahrscheinlichkeit. Sie endet mit dem Vergleich dieser Wahrscheinlichkeit gegen die Quote. Eine Schätzung von 50 % für ein Ereignis und eine Quote von 1.90 sind zwei Aussagen über dasselbe Spiel, und sie können sich widersprechen. Ein unsauber geschätzter Wert von 55 % bei derselben Quote sieht nach einem Fund aus. In der Regel ist es ein Rechenfehler. Diese Vorsicht ist der Kern einer jeden Nüchternheit: Je weiter die eigene Zahl von der Quote entfernt ist, desto eher hat sich nicht das Feld geirrt, sondern der Zettel.

Für die Schweiz kommt eine Besonderheit hinzu. Die Prognose für ein Fussballspiel bezieht sich ausdrücklich auf die reguläre Spielzeit: Die reguläre Spieldauer – im Fussball also die 90 Minuten – zählt samt Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Tipp, der auf ein Weiterkommen lautet, und ein Markt, der auf 90 Minuten läuft, sind nicht dieselbe Wette, auch wenn sie dasselbe Spiel meinen. Wer diese Zeile nicht kennt, liest eine korrekte Prognose und platziert eine andere Wette als der Tipp beschreibt.

Heute, unter der Woche, im Turnier

Die Prognosearten, nach denen gesucht wird, unterscheiden sich weniger im Verfahren als in der Menge der Information. Der Rückblick auf ein Turnier zeigt die Spanne: Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 ist gespielt, vom 11. Juni bis 19. Juli 2026. Eine Europameisterschaft findet in diesem Jahr nicht statt – wer aktuell nach EM-Prognosen sucht, sucht nach dem falschen Kalender. Die nächste Europameisterschaft steht 2028 an, und bis dahin sind es keine Wochen, sondern Jahre, in denen sich jede Information über die Form und Kader der Mannschaften vollständig ändert.

Was «heute» heisst, ist eine der schärfsten Fragen an eine Gratis-Prognose, und zwar nicht wegen der Auswahl, sondern wegen des Zeitstempels. Aufstellung, Wetter, kurzfristige Ausfälle: Alles das ändert den Wert einer Schätzung innerhalb weniger Stunden. Eine Prognose ohne Zeitstempel ist eine Behauptung, die nicht mehr weiss, wann sie zuletzt gestimmt hat. Damit steht die erste Prüfregel, und sie kostet nichts: erst auf das Datum schauen, dann auf die Zahl.

Ligaprognosen schliesslich sind ein anderer Fall, weil die Datenbasis eine andere ist. Eine Liga liefert über eine Saison Dutzende Spiele pro Team, mit stabilen Kadern und ähnlichen Gegnern, sodass Formkurven und Erwartungswerte überhaupt eine Kurve bilden. Ein Turnier liefert drei Gruppenspiele, dann ein K.-o.-Spiel. Wenige Beobachtungen, hohe Varianz, und die Form vom letzten Mal sagt über den nächsten Gegner womöglich gar nichts. Das erklärt die eigentümliche Erfahrung, dass Turnierprognosen nicht selten treffsicherer wirken als Ligaprognosen – drei richtige Tipps aus vier Spielen machen eine Quote, die eine ganze Saison nicht erlaubt. Es ist die kurze Strecke, nicht die bessere Methode.

Wann ein Preis einen echten Wert enthält

Ein Wert entsteht, wenn die eigene Wahrscheinlichkeit höher liegt als die im Preis enthaltene. Nichts weiter. Umgekehrt ist ein Preis nicht deswegen gut, weil die Quote hoch ist, und nicht deswegen schlecht, weil sie niedrig ist. Genau das ist der Satz, an dem sich die Sorte Gratis-Tipp entscheidet, die man vor sich hat: Ein Tipp mit Begründung nennt einen Wert. Ein Tipp mit Ausrufezeichen nennt eine Quote.

Die zweite Frage lautet, wann ein Preis keinen Wert enthält. Nämlich dann, wenn die Schätzung, die hinter der Quote steckt, mehr Information über das Spiel hat als die eigene. Die Buchmacher bei den bewilligten Veranstaltern bauen Marktanalysen und Beobachtungsnetze. Ein Publikum, das einen kostenlosen Tipp liest, tut das in der Regel nicht. Das heisst nicht, dass ein besserer Blick unmöglich ist – es heisst, dass er begründet werden muss. Und es heisst, dass die Anbieter von Gratis-Tipps, deren Geschäftsmodell Klicks sind, von einem spektakulären Tipp mehr haben als von einem genauen.

Was ein Kombiboost an einer Prognose ändert

Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Die Struktur dieser Staffel sagt mehr über den Mechanismus als das Wort «Bonus»: Nicht eine gute Prognose wird belohnt, sondern viele gleichzeitig richtige. Bei sieben Voraussagen müssen sieben eintreffen. Der Zusatz im Prozentsatz ist eine Entschädigung für ein erhöhtes Risiko, nicht ein Rabatt darauf.

Ähnlich steht es mit den Quoten- und Profitboosts. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der letzte Punkt ist die Art von Klausel, die in einem Vergleich zweier Strategien nicht vorkommt, im echten Konto aber sofort: Wer eine Position mit einem Boost bestückt und dann den Cash-Out zieht, verliert die Erhöhung und behält den Ausstieg.

Warum eine Prognose keine Zusage ist

Zum Schluss dieses Abschnitts die nüchterne Buchhaltung, die keine Prognose der Welt ändern kann. Schweizer Wetten sind ein Grossspiel, und die Nettoerträge gehen über Artikel 125 des Geldspielgesetzes an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Ein System, in dem der Ertrag abgeschöpft und Zwecken zugeführt wird, kann seinen Teilnehmenden im Aggregat nichts anderes zurückgeben als weniger, als sie eingezahlt haben. Das ist keine Anklage, es ist eine Beschreibung der Konstruktion. Wer das einmal verstanden hat, sieht in jeder Gratis-Prognose ein Werkzeug, das eine Entscheidung vorbereitet – und in keinem Fall ein Einkommen.

Es gibt noch einen zweiten Grund, warum eine Prognose nie eine Zusage ist, und er ist statistischer Natur: Genauigkeit auf kurze Sicht ist Zufall in einer Schätzung. Ein Gratis-Tippgeber kann mit drei richtigen Tipps aus vier Spielen ein Archiv vorweisen, das nach Können aussieht. Dasselbe Archiv kann aus einem Münzwurf entstanden sein. Erst eine Serie über viele Spiele hat eine Aussagekraft. Alles andere ist eine schöne Woche.

Prognosequellen im Vergleich: woran sie sich bewerten lassen

Verglichen wird nicht der Tipp. Verglichen wird die Methode. Eine Schätzung kann aus einem Modell stammen und eine andere aus einem Bauchgefühl, und beide kommen als fertige Zahl daher. Der erste Prüfpunkt ist die Nachvollziehbarkeit: Nennt die Quelle die Eingangsgrössen – Form, Heimvorteil, Verletzte – oder nur das Ergebnis? Eine Zahl mit offengelegtem Weg lässt sich prüfen. Eine Zahl ohne Weg muss man glauben, und Glauben ist bei Wetten eine teuere Angewohnheit.

Der zweite ist der Zeitraum. Die relevante Frage lautet nicht, wie viele Treffer eine Quelle hatte, sondern wie viele über wie viele Monate. Die Kombination aus beidem entscheidet, ob ein Eindruck entsteht. Eine gute Trefferquote über vier Wochen und hundert Wetten kann beeindruckend aussehen und trotzdem nicht aussagekräftig sein – bei vierzig Wochen und tausend Wetten wird sie zu einer Zahl, mit der sich arbeiten lässt. Eine Trefferquote ohne Angabe der Bezugsgrösse ist eine Dekoration. Wer grosse Zahlen anstrebt, sollte den relevanten Grundsatz kennen: Je mehr Wetten es sind, desto aussagekräftiger wird eine Bilanz.

Der dritte ist die Quote, gegen die getippt wurde. Eine Trefferquote von 55 % klingt gut, bis man bemerkt, dass die Tipps auf Favoriten im Bereich 1.20 bis 1.40 laufen. Dort reicht 55 % bei Weitem nicht. Eine Trefferquote von 35 % klingt schlecht, bis man sieht, dass sie auf Aussenseiter im Bereich 4.00 bis 5.00 läuft; dort wäre sie mehr als ausreichend. Die Zahl ohne die Quoten, gegen die sie erzielt wurde, erlaubt keine Bewertung. Das ist die Regel, die man sich merken sollte.

Daraus folgt, was von reinen Ergebnislisten zu halten ist. Eine Liste der besten Gratis-Tipps einer Woche ist fast so nützlich wie eine Liste der besten Münzwürfe. Sie notiert das Ergebnis eines Ereignisses, das sich in der nächsten Woche anders verhält.

Und was für einzelne Tipps gilt, gilt für Werbeaussagen: Wer mit «der höchsten Trefferquote» wirbt, muss die Bezugsgrösse nennen, sonst ist es kein Vergleich. Bei den beiden bewilligten Veranstaltern gibt es keine solche Trefferquotenspielerei, weil sie keine Prognosen verkaufen. Bei ausländischen Portalen ist die Prognose oft das Produkt, mit dem ein Konto beworben wird – und damit ist der Anreiz nicht mehr die Genauigkeit, sondern der Klick.

Was eine Prognosequelle unterscheidbar macht

Eine Prognosequelle, die ihren Wert belegt, nennt drei Dinge: die Methode, den Zeitraum und die Quote, gegen die sie läuft. Eine Quelle, die keines davon nennt, mag nützlich sein, aber sie liefert keinen Grund für diese Annahme.

Und noch eines: Kein Anbieter von Gratis-Prognosen kennt ein Ergebnis im Voraus, weil es niemand kann. Wer behauptet, einen sicheren Tipp zu haben, verkauft keine Analyse, sondern eine Hoffnung. Wer eine Reihe von Tipps verkauft, die «immer gewinnen», verkauft keine Prognose, sondern ein Versprechen über die Zukunft.

Was an dieser Stelle praktisch bleibt, ist klein und belastbar: die Prognose als Vorbereitung, nicht als Entscheidung. Wer wissen will, wie stark zwei Mannschaften in den letzten drei Jahren gegeneinander stehen, findet das in jeder Statistikseite. Nutzen lässt sich diese Information, um zu verstehen, warum eine Quote bei 2.60 und nicht bei 1.60 steht.

Was kostenlose Prognosen in der Schweiz rechtlich dürfen

Free Tipps dürfen alles, denn sie sind Äusserungen über Sportereignisse und keine Wetten. Das Verbot trifft die andere Seite des Satzes: das Setzen. In der Schweiz ist Sportwetten ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, und die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten bei zwei gedeckelt. Damit liegen die Zahlen auf dem Tisch: zwei Veranstalter, ein Land.

Der eine ist Swisslos, mit Sitz in Basel, dessen Sportwetten unter dem Namen Sporttip laufen. Er wird getragen von der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, der IKV 2020. Der andere ist die Loterie Romande, die ihr Sportwettprodukt unter dem Namen Jouez Sport führt. Die Teilnahme am Online-Angebot ist dabei an den Wohnsitz geknüpft: Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz, und in der Praxis bedeutet das, dass ein Konto nur Personen offensteht, die im Gebiet des jeweiligen Veranstalters wohnen. Wer in Zürich lebt, hat kein Konto bei Jouez Sport, und wer in Genf lebt, keines bei Sporttip.

Das Vertragsgebiet von Swisslos umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt ihre Kontaktadresse in Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Wer in der Westschweiz wohnt, hat also einen Veranstalter, wer in der Deutschschweiz wohnt, einen anderen. Zwei Veranstalter heisst nicht zwei Alternativen an jeder Adresse. Es heisst, dass an einer bestimmten Adresse genau eine Alternative existiert.

Aufsicht: Die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, führt die Sportwetten. Wer sich an die eidgenössische Spielbankenkommission erinnert, denkt an die falsche Behörde – die ist für Spielbanken zuständig, nicht für Wetten. Die Aufsicht veröffentlicht keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt. Sie veröffentlicht eine Sperrliste der ausländischen Domains, die von Schweizer Telekommunikationsanbietern per DNS blockiert werden; diese Liste wurde erstmals am 3. September 2019 publiziert und umfasste Ende 2025 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt – die Aufsicht nennt dieses Domain-Hopping beim Namen und hat unter anderem Anbieter wie Interwetten und Bet-at-Home genannt sowie bet365 als auf der Liste geführt.

Was aus der Bewilligung folgt und was nicht

Aus der Bewilligung folgt ein Paket, und die Ausgangsvermutung, die dieses Paket «sicher» nennt, ist so schlicht wie falsch. Es bedeutet erstens: Der Veranstalter ist an das Gesetz gebunden und untersteht der Aufsicht. Zweitens: Die Teilnahme ist an den Wohnsitz gebunden, was für einen Teil der Landesbevölkerung das gesamte Angebot ausschliesst. Drittens: Die Auszahlung geht nur an ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers – anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht. Kein Kredit an Spielende. Wohin ein Schweizer Anbieter Geld überweist, ist eine Kontofrage und keine Vorliebenfrage.

Aus der Bewilligung folgt viertens: nicht alles ist wettbar. Zulässig sind nur Sportwetten; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste – die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in der Version vom 10. September 2026. Qualifikationsrunden stehen nur auf der Liste, wenn sie dort stehen; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder ein Podest entscheidet; auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden. Corner- und Card-Märkte zeigt die Liste nicht, und einen Esport-Abschnitt hat sie ebenfalls nicht. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.

Live, Cash-Out, abgesagte Spiele

Livewetten sind zulässig, sowohl vor dem Spiel als auch während des Spiels, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt; das Gesetz enthält keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Was in der Schweiz dagegen nicht reguliert ist: der Cash-Out. Er ist eine Funktion jedes einzelnen Veranstalters und kein gesetzlicher Anspruch. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Auszahlungsbetrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Diese Beschreibung gilt für Sporttip, nicht für andere Anbieter und nicht als Marktstandard. Bei einem ausländischen Anbieter ist der Cash-Out eine Hausregel ohne Schweizer Aufsicht.

Ein weiteres Detail, das zur Rechtslage gehört, weil es den Rückfluss des Geldes betrifft: Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn – oder im Rahmen eines Turniers – nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Es ist derselbe Wert, den Livewetten in der eingangs beschriebenen Situation erhalten. Für die Kalkulation einer Kombination heisst das: Ein gestrichenes Spiel neutralisiert seine Position. Der Rest der Kombination bleibt bestehen, mit einer kleineren Gesamtquote.

Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks von Swisslos. Wenn die Auszahlung verweigert wird, muss die Einsprache innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief erfolgen. Zwei Fristen, beide unbarmherzig. Wer dazu neigt, einen Gewinn eine Weile liegen zu lassen, sollte sie sich ins Konto oder in den Kalender schreiben.

Steuern: wann der Gewinn ein Thema wird

Gewinne aus Schweizer Grossspielen, zu denen die Steuerverwaltung auch die Sportwetten zählt, sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Schwellenwert weicht ab – je nach Kanton also, und nie eine einzelne kantonale Zahl. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Die praktische Konsequenz für einen normalen Wettenden: unterhalb der Schwelle keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Bei wachsenden Wetten und hohen Einsätzen gibt es jedoch eine andere Steuerfrage, die man kennen sollte: Auf Einsätze gibt es in der Schweiz keine Wettsteuer. Wer eine solche Steuer in einem Vergleich mit dem Ausland einrechnet, rechnet eine Zahl ein, die es hier nicht gibt.

Klarer ist die Lage bei einem ausländischen Anbieter: Gewinne sind nicht verrechnungssteuerpflichtig, aber die kantonale Praxis kann sie anders behandeln. Der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als volles steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist eine kantonale Praxis und nicht die Regel aller Kantone, und deshalb gehört dazu der Verweis auf die kantonale Steuerverwaltung oder auf eine Steuerberatung. Das ist eine allgemeine Information und keine Steuerberatung, und sie wird hier nur deshalb erwähnt, weil «steuerfrei» ein Wort ist, das für ein ausländisches Konto nicht ohne Weiteres gilt.

Was ein ausländischer Anbieter nicht hat

Die einfachen Antworten, die in Wettforen üblich sind, gehen in zwei Richtungen, und beide sind falsch. Die eine lautet: bewilligt ist sicher. Die andere: ausländisch ist besser. Was sich belegen lässt, ist eine Liste von Dingen, die einem ausländischen Konto fehlen: eine Schweizer Bewilligung, der Eintrag im Schweizer Sperrregister, ein Schweizer Rechtsweg. Dazu kommt die steuerliche Frage, die oben beschrieben ist. Dazu kommt, dass die Aufsicht die Domains auf die Sperrliste setzen und per DNS blockieren lassen kann, und dass sie das tut. Das sind Nachteile, die sich benennen lassen. Wer sie nicht benennen kann, sollte nicht behaupten, die Sache sei schon entschieden. Es gibt aber auch Kosten auf der bewilligten Seite, und sie sind ebenso konkret: zwei Veranstalter, ein geschlossener Katalog von Sportarten und Märkten, Wohnsitzbindung und Identitätsprüfung. Beide Wege haben einen Preis. Deshalb steht hier kein Urteil über eine bessere Welt, sondern im Abschnitt «Die zehn Plattformen im Vergleich» die Angaben, die man zur Beurteilung braucht.

Der Katalog aus Sicht der Prognose

Was folgt daraus für einen, der Prognosen liest? Wer eine Prognose für einen Markt liest, den die zugelassene Liste gar nicht enthält, wird diese Prognose in der Schweiz bei keinem bewilligten Veranstalter spielen können. Wer eine Prognose für ein Frauenspiel liest, das nicht auf der Liste steht, kann sie nur mit einem ausländischen Konto spielen. Wer eine Prognose für ein Vorbereitungsspiel liest, findet es möglicherweise nicht im Programm. Das sind keine Verbote, mit denen man argumentieren müsste. Es sind Bezugsgrössen, gegen die man einen Tipp auf seine Verwendbarkeit prüfen kann. Und sie erklären, warum ein Markt, der international üblich ist, in der Schweiz schlicht nicht existiert.

Wie man die zehn Anbieter einordnet: zwei mit Bewilligung, acht als Referenz

Im ersten Schritt dieses Vergleichs steht das rechtliche Merkmal, nicht die Quote. Die Bewilligung entscheidet darüber, ob die Regeln dieses Landes gelten oder nicht. Bewilligt sind zwei, der Rest sind Referenzpunkte im Sinne des Gesetzes – die ausländischen Sportwetten sind ohne Schweizer Bewilligung. Wer sich für einen ausländischen Anbieter entscheidet, wählt ein anderes Regelwerk. Die Übersicht nennt für jeden Anbieter die Bewilligungslage und das, was zur ausländischen Erlaubnis mitgeteilt wird. Für die beiden Schweizer Veranstalter stehen die Behörden und das jeweilige Gesetz dahinter. Bei den anderen acht ist der Stand bei der Lizenz nach den vorliegenden Angaben nicht erstellt und hat in der Schweiz keine Kraft nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter bzw. mitgeteilte Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS, Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS, Aufsicht Gespa Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); Jouez Sport
HornetBet keine Schweizer Bewilligung Lizenz nach den Angaben nicht erstellt; in der Schweiz ohne Kraft
myBet keine Schweizer Bewilligung Lizenz nach den Angaben nicht erstellt; in der Schweiz ohne Kraft
Betovo keine Schweizer Bewilligung Lizenz nach den Angaben nicht erstellt; in der Schweiz ohne Kraft
BassBet keine Schweizer Bewilligung Lizenz nach den Angaben nicht erstellt; in der Schweiz ohne Kraft
GG.BET keine Schweizer Bewilligung Lizenz nach den Angaben nicht erstellt; in der Schweiz ohne Kraft
FortuneJack keine Schweizer Bewilligung Lizenz nach den Angaben nicht erstellt; in der Schweiz ohne Kraft
BetLabel keine Schweizer Bewilligung Lizenz nach den Angaben nicht erstellt; in der Schweiz ohne Kraft
Jackbit keine Schweizer Bewilligung Lizenz nach den Angaben nicht erstellt; in der Schweiz ohne Kraft

Die Tabelle ist bewusst eine zweispaltige Antwort auf eine einzige Frage, und der Grund ist die Verwechslungsgefahr. Eine ausländische Erlaubnis, woher auch immer sie kommt, hat in der Schweiz keine Kraft. Umgekehrt beschreibt die Bewilligung nicht die Qualität des Angebots; sie beschreibt den Rechtsrahmen. Diese Zeile ist die wichtigste des ganzen Vergleichs: Die beiden Merkmale, die man nicht vermischen darf, sind die Schweizer Bewilligung und eine ausländische Lizenz. Aus der Bewilligung folgt der Schweizer Rahmen – das Register, die Limiten, der geschlossene Marktkatalog, die Wohnsitzbindung. Daraus folgt, dass niemand ohne ein Konto in der Schweiz bewilligt ist. Wer das durcheinanderbringt, hält ein ausländisches Konto für ein Schweizer und übersieht, dass die Verantwortung für sein Geld in einem anderen Land liegt.

Und was fehlt, ist ebenso aussagekräftig: In dieser Gegenüberstellung findet sich kein einziger Schweizer Anbieter ohne Bewilligung. Das ist das Ergebnis des Deckels auf zwei Veranstalter, kein Zufall der Auswahl. Wer nach einem dritten bewilligten Anbieter sucht, sucht ihn vergeblich.

Die zehn Plattformen im Vergleich

Bei jedem Eintrag steht zuerst, was diesen Anbieter von den anderen unterscheidet, und danach, wie das für einen Wettenden aussieht. Die beiden Schweizer Veranstalter stehen zuerst, weil sie die einzigen mit Bewilligung sind. Danach folgen die acht ausländischen Plattformen in der Reihenfolge, die der Vergleich dieses Marktes vorgibt – nicht als Empfehlung, sondern als Referenz, weil man ihnen in Diskussionen und in Suchergebnissen begegnet.

Swisslos Sporttip: die Marke mit allen Schweizer Regelwerken im Rücken

Ein Konto gibt es nur für Personen, die im Swisslos-Gebiet wohnen – also in den 19 Kantonen der Liste, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Registrieren muss man sich persönlich: mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, und pro Person nur eine Registrierung. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Dieser Vorgang ist die Eintrittskarte zu allem anderen, was auf dieser Seite steht: Ohne ein verifiziertes Konto existieren Sperrregister, Auszahlung auf den eigenen Namen und Limiten nur als Theorie. Die Kehrseite derselben Medaille ist, dass die Wahrscheinlichkeit einer doppelten Anmeldung, sofern die Verifikation funktioniert, gleich null ist.

Die Mindest- und Höchsteinsätze sind eng: Für Einzel- und Kombinationswetten liegt der Mindesteinsatz bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos darf diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer aus grossen Einzelwetten eine Strategie bauen will, stösst hier an eine Decke; wer gelegentlich einen Zehner setzt, spürt sie nie. Bemerkenswert ist die Obergrenze von CHF 1’000 für eine Systemwette: Sie ist so hoch wie die normale Obergrenze, und in der Praxis ist das ein deutliches Signal, dass der Anbieter grosse Einzelpositionen für Grossverdiener nicht will.

Das Angebot selbst umfasst Wetten online auf der Website und über die Sporttip App für iOS und Android; in der App zusammengestellte Wetten lassen sich per QR-Code an einer Verkaufsstelle spielen. Der Nutzen dieser Verbindung ist konkret, denn im App-Ökosystem können Zwischenstände live verfolgt werden, und der Wettschein bleibt an den Ort gebunden, an dem er zusammengestellt wurde. Enger wird es bei den Auszahlungen: Spielguthaben wird innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto ausbezahlt. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Das ist keine Kleinigkeit. Wer sein Konto als Zwischenlager für viele kleine Auszahlungen nutzt, zahlt ab der dritten Überweisung für etwas, das bei anderen Anbietern selbstverständlich gratis ist.

Ein weiterer Punkt zur Auszahlung: Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben. Gewinne über CHF 1’000 gehen bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das eigene Schweizer oder Liechtensteiner Konto. Der Unterschied zwischen den beiden Wegen ist wichtig: Bis CHF 1’000 landet der Gewinn im Spielguthaben und bleibt dort, bis es aktiv ausgezahlt wird. Darüber hinaus geht er den Weg auf das Bankkonto. Wer nicht genau hinschaut, hat also bei einem Gewinn von CHF 900 einen Saldo und bei einem Gewinn von CHF 1’100 eine Überweisung.

Auf der Einzahlungsseite kennt Swisslos unter anderem die Zahlung mit PostFinance Pay, bei der die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Auch das Guthaben selbst hat Grenzen: Der Mindestkauf liegt bei CHF 20, in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Diese Grenzen sind keine Spielverderberei; sie sind die operative Umsetzung des Schutzes, den das Gesetz verlangt.

Was ein Prognosenleser hier bekommt, ist also: Schutzregeln, ein klar begrenztes Angebot, ein Konto, das nur im eigenen Kantonsgebiet zu haben ist, und Gebühren, die beim dritten Auszahlen beginnen. Für einen Wettenden mit Wohnsitz in Zürich, Bern oder St. Gallen, der ohnehin eine Schweizer Wette will, ist Sporttip die naheliegende Wahl. Und die Limite, die am wenigsten sichtbar ist, sitzt am engsten: Die Obergrenze von CHF 1’000 pro Wette gilt auch für einen, der sein Konto mit CHF 9’999 auffüllt.

Was das Regelwerk praktisch bedeutet

Der Rahmen, den Swisslos vorgibt, hat Auszahlungen, die ein Prognosenleser selten im Blick hat. Gewinne aus Gratisspielguthaben sind nicht auszahlbar, und die Staffel der Auszahlungen wird ab der dritten Transaktion kostenpflichtig. Wer regelmässig kleine Beträge abzieht, sollte das wissen. Wer sein Guthaben stehen lässt, hat es im Spiel.

Loterie Romande Jouez Sport: das Westschweizer Pendant mit dem anderen Terminplan

Jouez Sport ist das Sportwettprodukt der Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse liegt in Lausanne, und die Gesellschaft nennt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Diese Zahl ist für einen Prognosenleser von direktem Nutzen, denn sie beschreibt einen Vertrieb, dem man physisch gegenübertritt – was für die Nutzung der App oder die Auszahlung von Gewinnen eine Rolle spielt.

Die Kennzahlen des Spielangebots setzen den Rahmen: Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Obergrenze von 1.10 als Minimum ist hier die Zahl, die viele überrascht: Sie ist hoch für eine Mindestquote und trifft Longshot-Kombinationen, die ohne die Regel in den Hunderttausender-Bereich laufen würden. Die Marge nimmt diese Kappe nicht weg. Sie begrenzt nur, wo die Marge berechnet wird.

Der Deckel von CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples ist die Zahl, die eine Kombinationsstrategie praktisch begrenzt. Wer 10 Spiele mit einer Gesamtquote von 100’000 spielt und mindestens CHF 10 einsetzt, sprengt die Grenze rechnerisch sofort. Wer CHF 5’000 einsetzt und einen Gewinn von 500’000 erzielt, bleibt darunter – und muss sich fragen, ob er wirklich CHF 5’000 auf zehn Voraussagen gesetzt hätte.

Für die Prognosenfrage ist der wichtigste Punkt der Bewilligungsrahmen: Jouez Sport ist einer der beiden Veranstalter, die das Gesetz überhaupt zulässt. Wer in der Westschweiz wohnt, hat damit eine bewilligte Option, die ausserhalb dieses Gebiets nicht zugänglich ist. Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat hier kein Konto, und umgekehrt. Die Regel ist also nicht «pro Person ein Konto beim besten Anbieter», sondern «pro Adresse ein Veranstalter».

HornetBet: ein ausländisches Portal mit deklarierter Erlaubnis, aber ohne Kraft in der Schweiz

HornetBet ist ohne Schweizer Bewilligung. In der Schweiz gibt es nur die beiden bewilligten Veranstalter, und die Erlaubnis, über die HornetBet verfügt, hat nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes hier keine Kraft. Für einen Wettenden bedeutet das konkret: keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden. Wer dort ein Konto führt, muss akzeptieren, dass die Schweizer Aufsicht für Streitigkeiten nicht zuständig ist. Was auf der anderen Seite der Bilanz steht, ist ebenfalls zu nennen: Die Limiten des Schweizer Regimes gelten nicht. Wer ausländische Märkte wie Corner-Wetten oder Esport spielen will, findet bei HornetBet mehr als bei den bewilligten Veranstaltern. Der Vorteil ist also nicht der Preis, sondern die Auswahl. Der Preis liegt darin, dass Auswahl und Schutz zwei verschiedene Dinge sind.

Bevor man hier ein Konto einrichtet, lohnt sich ein Blick auf die eigenen Bedingungen: Wie lange Auszahlungen dauern, welche Nachweise verlangt werden, wie weitgelaufen die Bedingungen sind. Das sind Fragen, für die es in der Schweiz keine Aufsicht gibt, die sie beantwortet. Deshalb stehen sie im Abschnitt «Was ein ausländischer Anbieter nicht hat» auch nicht als Nachteil, sondern als Lücke.

myBet: eine Plattform ohne Schweizer Aufsicht, mit internationalem Sportprogramm

myBet ist eine Plattform für internationale Wetten. Eine Schweizer Bewilligung hat sie nicht, und eine auswärtige Erlaubnis hat in diesem Land keine Kraft. Bleibt es bei zwei bewilligten Veranstaltern, folgt daraus, dass myBet dem Schweizer Regelwerk nicht unterliegt und die Aufsicht nicht tätig wird. Der Zugriff auf die Schweizer Sperrliste mit ihren DNS-Sperren ist ebenfalls ein Punkt, den man beachten muss: Die Aufsicht kann Domains aufnehmen, und sie tut es.

Für einen Wettenden mit internationalen Interessen ist der Nutzen einleuchtend: Es gibt Märkte, die im Schweizer Angebot fehlen, und einen Zugang zu Sportarten, den der Katalog der bewilligten Veranstalter nicht kennt. Die Zahlen auf der Gegenseite bleiben trotzdem: keine Schweizer Regelung der Auszahlung an den eigenen Namen, keine Schweizer Limitenvorschrift, keine Schweizer Beschwerdestelle.

Wer im internationalen Markt Erfahrung hat, weiss, dass diese Abwesenheit von Aufsicht in einem guten Jahr nicht auffällt und in einem schlechten sehr. Genau deshalb gehört das in diese Zeile und nicht in eine Randnotiz.

Betovo: dieselbe Ausgangslage, anderer Name

Betovo ist ohne Schweizer Bewilligung; die mitgeteilte Lizenz hat hier keine Kraft, und die Aufsicht ist nicht zuständig. Für den Vergleich heisst das: Das Merkmal, das Betovo von Sporttip und Jouez Sport unterscheidet, ist nicht sein Sportprogramm, sondern die Abwesenheit eines Schweizer Rahmens.

Was daraus für einen Wettenden folgt, ist ein Bündel: kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, kein Anspruch auf Auszahlung an ein Konto mit dem eigenen Namen, und die Sperrliste als mögliche Zugangshürde. Was das für einen Einsteiger heisst, der eine Gratis-Prognose in eine kleine Wette umsetzen will: Der Schutz, der ohnehin die halbe Arbeit dieser Seite ausmacht, beginnt bei ihm in seinem eigenen Werkzeugkasten – Verlustlimite im Kopf, festes Budget, kein Konto ohne festen Plan. Wer mit ausländischen Portalen liebäugelt, tut gut daran, diese Grenze ernst zu nehmen.

BassBet: die Referenz ohne Schweizer Rahmen

Bei BassBet fehlt die Schweizer Bewilligung, und eine auswärtige Erlaubnis entfaltet in diesem Land keine Wirkung. Es gilt das, was für die anderen ausländischen Anbieter der Liste gilt: keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, keine Aufsichtsbeschwerde, keine Schweizer Regeln für Einzahlung und Auszahlung. Der Domainschutz der Aufsicht einerseits und der Zugang zu internationalen Märkten andererseits sind zwei Seiten derselben Sache.

Was auf diesen Plattformen praktisch an die Stelle des staatlichen Schutzes tritt, ist die Selbstkontrolle. Wer dort spielt, sollte seine Limiten selbst setzen, weil niemand es für ihn tut. Und wer sich vor der Anmeldung unsicher ist, sollte sich die Bedingungen des Anbieters durchlesen; bei den Schweizer Anbietern ist das gesetzlich vorgeschrieben, hier steht die Information im eigenen Interesse.

GG.BET: ein Name mit vielen Sportarten, aber ohne Schweizer Bewilligung

GG.BET ist ohne Schweizer Bewilligung. Damit gilt dieselbe Ausgangslage wie für die anderen ausländischen Anbieter: Die Bewilligung fehlt, eine auswärtige Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft, es gibt keine Verbindung zum Sperrregister und keine Schweizer Aufsicht. Die Domains können per DNS blockiert werden; die Aufsicht hat in ihrer Liste ausländische Namen geführt und nennt bet365 als auf der Sperrliste geführt und Interwetten sowie Bet-at-Home als Beispiele für Domain-Hopping.

Der klarste Vorteil einer solchen Plattform liegt in der Auswahl: mehr Sportarten, mehr Märkte, mehr Live-Wetten, als der Katalog der bewilligten Veranstalter vorsieht. Der klarste Nachteil steht daneben und lässt sich nicht wegdiskutieren: Es gibt kein Schweizer Verfahren, in dem man sein Geld zurückfordern könnte, wenn etwas schiefgeht. Bei der Entscheidung geht es nicht um eine Meinung über GG.BET. Es geht um die Frage, wie viel Auswahl einem ein Schweizer Rechtsweg wert ist. Diese Frage beantwortet niemand ausser einem selbst – aber man sollte sie beantworten, bevor man einzahlt, nicht danach. Wer bei einem ausländischen Anbieter gewinnt, sollte zusätzlich wissen, dass die kantonale Steuerpraxis auf einen solchen Gewinn anders blicken kann als auf einen Schweizer.

FortuneJack: eine Plattform, die stark auf Krypto setzt

FortuneJack ist ohne Schweizer Bewilligung; die mitgeteilte Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Bei diesem Anbieter fällt eine Eigenheit auf, die nicht in die Kategorie der reinen Sportwette gehört: Er ist stark auf Krypto ausgerichtet. Damit ist der Anschluss an die Schweiz besonders weit weg, und wer im bewilligten Schweizer Angebot Auszahlungen nur an ein Konto auf den eigenen Namen kennt, sollte genau hier die Prüfung ansetzen. Was auf der anderen Seite steht, ist die Geschwindigkeit: Krypto-Auszahlungen sind schnell. Was fehlt, ist die Rückverfolgbarkeit – und genau die ist der Teil des Schweizer Rahmens, der anonyme oder Krypto-Auszahlungen ausschliesst.

Wer sein Konto bei einem Krypto-Anbieter führt, hat also nicht nur einen anderen Veranstalter, sondern eine andere Art von Geldbewegung. Das ist eine legitime Wahl für einen erfahrenen Wettenden. Es ist keine Wahl für jemanden, der gerade erst eine Gratis-Prognose gelesen hat und sich im Sportwetten ausprobieren will.

BetLabel: ohne Bewilligung, mit dem üblichen Preis der Auswahl

BetLabel ist ohne Schweizer Bewilligung; die mitgeteilte Lizenz hat hier keine Kraft. Es bleibt bei der bekannten Ausgangslage: keine Schweizer Aufsicht, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Aufsicht kann Domains per DNS blockieren. Für einen Wettenden heisst das, dass er sich vor der Einzahlung selbst über die Bedingungen informiert, weil es keinen Aufsichtsweg gibt, der das für ihn tut.

Praktisch lohnt sich bei solchen Portalen ein kurzer Test der Auszahlung mit einem kleinen Betrag, bevor das eigentliche Guthaben eingezahlt wird. Das ist kein technisches Detail. Es ist die einzige Probe, die vor dem Schaden möglich ist, und sie kostet ein paar Tage Geduld.

Jackbit: internationale Auswahl, ausländisches Regelwerk

Jackbit ist ohne Schweizer Bewilligung; die mitgeteilte Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Damit steht auch hier das ausländische Regelwerk, nicht das Schweizer. Kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und kein gesetzlicher Anspruch auf eine Auszahlung auf ein Konto mit dem eigenen Namen. Die Domain kann auf der Sperrliste landen und per DNS blockiert werden.

Was bleibt, ist das englische Wort «Jackpot» und ein internationales Sportprogramm. Was nicht bleibt, ist die Schweizer Aufsicht. Wer seine Wetten dort platziert, tut das mit den Regeln eines anderen Landes – und mit dem Steuerrisiko, das im Abschnitt «Steuern: wann der Gewinn ein Thema wird» beschrieben ist. Die Entscheidung liegt bei ihm. Die Information darüber sollte auch dort liegen, und dafür ist dieser Abschnitt da.

Was die Marge aus einem Gratis-Tipp macht

Ein Beispiel, und keines aus einem echten Programm. Nehmen wir einen Zwei-Weg-Markt, bei dem beide Seiten die Quote 1.90 tragen. Die Auszahlungsquote ergibt sich aus 1 geteilt durch 1 geteilt durch 1.90 plus 1 geteilt durch 1.90, und das sind 0.5263 plus 0.5263, also 1.0526. Der Kehrwert davon liegt bei 0.95. Die Auszahlungsquote beträgt also rund 95 %, die Marge des Veranstalters rund 5 %. Anders gesagt: Von jedem Franken, der in diesen Markt fliesst, bleiben im Durchschnitt fünf Rappen beim Veranstalter und 95 Rappen gehen an die Wettenden zurück – unter der Voraussetzung, dass beide Ausgänge mit 1.90 angeboten werden und die Einsätze sich entsprechend verteilen.

Zwei Dinge sollte man dabei auseinanderhalten. Erstens, was die Zahl nicht ist: Die Marge ist kein Aufschlag, der sich an einer Wette ablesen lässt, sondern die Theaterkulisse des Marktes. Sie verschiebt den Erwartungswert jedes einzelnen Scheins. Aus 100 Einsätzen zu einem Franken gegen faire 2.00 werden bei einer Quote von 1.90 durchschnittlich 95 Franken zurück – das ist der Mechanismus, der aus einem Zufallsspiel ein Geschäft macht. Zweitens, was sie für eine Prognose bedeutet: Eine Schätzung von 50 % trifft nicht auf einen fairen Preis von 2.00, sondern auf 1.90. Man muss also besser sein als der Markt, bevor man auf null kommt. Die Differenz zwischen 1.90 und 2.00 ist der Preis für die Prognose.

Und die Marge ist nicht überall gleich. Die Kommission des Schweizer Systems ist im Preis enthalten und nicht auf dem Wettschein: Der Katalog der bewilligten Veranstalter enthält keine Wettsteuer auf Einsätze. In einem Markt mit einer Quote von 1.90 auf beiden Seiten liegt die Marge bei rund 5 %. In engeren Märkten ist sie kleiner.

Die praktische Konsequenz für jeden, der eine Gratis-Prognose liest: Eine Trefferquote von 52 % oder 53 % genügt nicht, um die Marge auszugleichen. Man muss deutlich über 50 % liegen. Und je höher die Marge, desto mehr Prognosegüte braucht man, um überhaupt auf null zu kommen. Wer dauerhaft auf einen Tipp setzt, verschwindet nicht wegen eines Fehlers aus dem Spiel, sondern wegen dieser fünf Prozent. Am Ende steht eine unbequeme Buchhaltung: Wer einer Gratis-Prognose folgt und dabei nicht besser ist als der Markt, verlässt das Spiel mit rund 95 Rappen pro Franken. Für den Fantasie-Markt mit zwei Quoten von 1.90 beträgt die Auszahlungsquote rund 95 % und die Marge rund 5 %.

Zuletzt noch: die Tücke mit dem Zeitstempel und was man selbst prüfen kann

Ein Zeitstempel ist eine kleine Sache mit grossen Folgen. In dem Regelwerk, das für Sporttip-Wetten gilt, finden sich mehrere Stellen, an denen eine Uhr über die Wette entscheidet. Bei abgesagten Ereignissen sind es 48 Stunden, bis eine Wette als ungültig gilt und der Einsatz zurückfliesst. Bei Verlustlimiten sind es 72 Stunden, bis eine Erhöhung wirkt. Bei Sporttip-Gewinnen sind es 26 Wochen, nach denen ein nicht abgeholter Gewinn verfällt. Bei der Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung sind es 10 Tage. Wer einen Zeitplan für seine Wetten aufstellt, sollte diese Fristen kennen; wer sie nicht kennt, plant nicht.

Praktisch empfiehlt sich ein kurzer Blick vor jeder Wette. Die erste Frage: Was steht in den Bedingungen meines Anbieters zu Auszahlungen, Limiten und Fristen? Diese Informationen stehen bei beiden bewilligten Veranstaltern offen zugänglich, und sie sind der Massstab, der im Streitfall zählt. Die zweite Frage: Wie sieht die Bilanz nach mehreren Monaten aus – nicht nach einem gewonnenen Wochenende? Die dritte: Wo endet die eigene Wette in einem System, das den Ertrag dem Gemeinwohl zuführt? Wer diese drei Fragen beantworten kann, braucht keine zweite Meinung von einem Gratis-Tipp.

Und es gibt noch die kleine Dosis Hausverstand, die kein Regelwerk ersetzt: Bei Swisslos braucht die Registrierung ein Konto und einen Ausweis; ein zweites Konto gibt es nicht, und der Wohnsitz muss im Vertragsgebiet liegen. Damit ist das Publikum in der Deutschschweiz grundsätzlich anders zusammengesetzt als das in der Westschweiz, weil die Plattformen schlicht nicht dieselben sind. Wer aus zwei Kantonen stammt, kennt den Unterschied. Wer neu ist, spürt ihn bei der ersten Anmeldung.

Häufige Fragen zu kostenlosen Wettprognosen

Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Daten fliessen ein?

Sie entsteht aus einem Modell oder aus Erfahrung, das Ergebnis ist eine geschätzte Wahrscheinlichkeit. Eingangsgrössen sind meist die Form der letzten Wochen, der Heimvorteil, langfristige Statistiken und die aktuellen Quoten. Entscheidend ist der letzte Schritt: Die Schätzung wird nur dann zum Wert, wenn sie gegen den Preis geprüft wird.

Warum ist eine kostenlose Wettprognose keine Garantie für einen Gewinn?

Weil sie ein Schätzwert bleibt und kein Ereignis. Selbst eine gute Methode liegt regelmässig falsch. Die Schätzung verändert nur die Chance. Sie verändert nicht das Ergebnis eines einzelnen Spiels. Wer einen Tipp als Zusage liest, hat eine Information in ein Versprechen verwandelt, das niemand geben kann.

Welche Rolle spielen Quoten bei der Bewertung einer Prognose?

Eine Trefferquote sagt allein nichts aus, weil dieselbe Quote bei 1.40 etwas anderes verlangt als bei 4.00. Bei der niedrigen Quote müssen mehr als die Hälfte der Tipps aufgehen, bei der hohen deutlich weniger. Deshalb gehören Quote und Trefferquote immer zusammen auf den Tisch.

Was ist die Marge eines Wettanbieters, und wie wirkt sie auf eine Prognose?

Sie ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem eingesetzten Franken einbehält. Bei einer Quote von 1.90 auf beiden Seiten eines Zwei-Weg-Markts liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 % und die Marge bei rund 5 %. Für eine Prognose heisst das: Der eigene Schätzwert muss den Preis schlagen, nicht nur das Ereignis.

Nur bei Swisslos mit dem Produkt Sporttip und bei der Loterie Romande mit Jouez Sport. Die Bewilligung gilt in der Schweiz, und ein Online-Konto bekommt nur, wer im jeweiligen Gebiet wohnt. Eine ausländische Lizenz hat hier keine Kraft.

Wie verlässlich sind Prognosen für Turniere wie eine Weltmeisterschaft im Vergleich zu Ligaspielen?

Bei Turnieren gibt es wenige Spiele pro Team und deshalb wenig Daten. Die kurze Strecke kann eine gute Trefferquote erzeugen, ohne dass die Methode besser wäre. Eine Liga liefert über eine ganze Saison Vergleichswerte. Turnierprognosen sind darum eher Momentaufnahmen als belastbare Prognosen.

Inhalt erstellt vom Team «handywettench»