Livewetten in der Schweiz 2026 im Klartext: Bewilligung, Quoten, Cash-out
Ladevorgang...
Stand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu Bewilligungen, Limiten und Bedingungen wurden gegen die Veröffentlichungen der Gespa und die Spielregeln der beiden konzessionierten Veranstalter geprüft.
Wer in der Schweiz live auf ein Fussballspiel setzen will, stösst auf eine kurze Liste und eine lange Frage. Nein, verboten ist es nicht. Ja, es ist strenger geregelt als fast überall sonst in Europa. Zwei Veranstalter teilen das Land unter sich auf, und jeder von ihnen bedient nur sein eigenes Gebiet. Wer das nicht weiss, sucht nach einem Vergleich, den es nicht gibt, und landet am Ende auf einer Seite, die ihm zehn Anbieter zeigt, von denen acht keine Schweizer Bewilligung haben.
Genau dort fängt die eigentliche Arbeit an. Ein Auslandskonto ist in der Schweiz nicht verboten, aber es liegt ausserhalb des Schweizer Schutzsystems: keine Limitenpflicht, kein Sperrregister, kein Rechtsweg. Die acht Namen ohne Schweizer Bewilligung sind deshalb keine Alternativen in einem Ranking, sondern Anhang. Wer das verwechselt, bezahlt es später.
Limiten vor der ersten Wette: was Spielerschutz bei Livewetten praktisch heisst
Wer bei Sporttip zum ersten Mal mittippen will, kommt an einer Einstellung nicht vorbei. Bevor überhaupt eine Wette angenommen wird, müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt sein, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Spielende unter 21 Jahren. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer mit kleinem Budget einsteigt, merkt davon nichts Erleichterndes: Der naheliegende Gedanke, die Limite erst tief anzusetzen und später anzupassen, ist bei dieser Frist kein taktischer Kniff, sondern eine Einbahnstrasse.

Bemerkenswert ist, wo die Grenze gezogen wurde. Der Staat setzt keine feste Verlustsumme. Er verlangt vom Veranstalter, dass der Spielende sich selbst eine setzt. Das ist eine Verschiebung der Verantwortung auf den, der sie am wenigsten überblickt. Dazu lässt sich für jeweils 30 Tage eine freiwillige Einzahlungslimite festlegen — ein zusätzliches Werkzeug, das die Limite auf der Einzahlungsseite zieht statt auf der Verlustseite.
| Limite | Betrag | Verschärfung wirkt | Lockerung wirkt |
|---|---|---|---|
| Verlustlimite, 1 Tag | selbst gewählt | sofort | nach 72 Stunden |
| Verlustlimite, 7 Tage | selbst gewählt | sofort | nach 72 Stunden |
| Verlustlimite, 30 Tage | selbst gewählt | sofort | nach 72 Stunden |
| Oberlimite der Verlustlimiten | CHF 9’999 | — | — |
| Oberlimite für Spielende unter 21 Jahren | CHF 1’000 | — | — |
| Einzahlungslimite, je 30 Tage | selbst gewählt | — | — |
Die Tabelle zeigt den Kern der Sache: Verschärfen geht immer, lockern kostet drei Tage. Wer sein Budget kennt, sollte die erste Einstellung deshalb nicht als Testlauf behandeln.
Warum gerade Livewetten Disziplin verlangen
Was eine Limite im laufenden Betrieb bedeutet, merkt man erst, wenn ein Tor in der 88. Minute den Plan umwirft. Eine Livewette ist keine Entscheidung, die man in Ruhe abwägt. Die Quote bewegt sich mit jedem Spielstand, und zu den beliebtesten Live-Wettarten zählen die Wette auf das nächste Tor, die Restzeitwette und die Tore-ab-jetzt-Wette, auf die Branchenangaben zufolge rund 60 bis 70 Prozent des Marktanteils entfallen. Diese drei teilen eine Eigenschaft: Sie werden in Sekunden entschieden.
Genau hier greift die Verlustlimite härter als bei einem Wettschein vor dem Anpfiff. Wer sich CHF 200 für 30 Tage setzt, kann am Samstagabend nicht dreimal nachfassen, weil der Betrag schon im September aufgebraucht war. Das ist unangenehm, und es ist die Absicht. Die Limite ist die einzige Zahl im ganzen Angebot, die den Einsatz betrifft und nicht die Quote.
Eine wichtige Einschränkung betrifft alle, die bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung mitspielen. Die Limiten- und Sperrvorschriften gelten in ihrer vollen Verbindlichkeit nur für die konzessionierten Veranstalter. Kein Sperrregister, keine Fachstelle, kein Anspruch auf eine Senkung mit sofortiger Wirkung: Was bei Sporttip verbindliche Hausregel ist, existiert ausserhalb der Schweizer Bewilligung nicht. Dort muss der Spielende die Grenze selbst ziehen, und niemand prüft sie.
Was dagegen überall gilt, ist die Altersgrenze und die Identitätsprüfung. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Bei der Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Einen Punkt, der bei all dem zu kurz kommt, betrifft die Teilnahme am Geschehen selbst. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Es gibt Livewetten auf Begegnungen, die man nirgends sieht, und das senkt die Hemmschwelle zusätzlich, weil der soziale Rahmen einer Übertragung fehlt.
Die Spielsperre und ihre Folgen für Betroffene
Für Betroffene gibt es das schärfere Werkzeug. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben, und daran ist eine Fachstelle beteiligt. Wer eine freiwillige Pause von bis zu sechs Monaten wünscht, muss sie geboten bekommen. An diesen Fristen ist nichts verhandelbar, und das ist ihr Zweck: Eine Sperre, die man am nächsten Tag wieder lösen kann, ist keine.
Ein Kontrollkauf der Gespa im Jahr 2025 hat an Verkaufsstellen 200 Sportwettenversuche mit Minderjährigen geprüft. In 47,5 Prozent der Fälle wurde eine Wette an eine minderjährige Person verkauft. Man muss die Zahl langsam lesen, weil sie die Erwartung widerlegt: Die Schweizer Regelung, so streng sie in der Norm klingt, wird an der Theke nicht lückenlos durchgesetzt. Für Eltern ist das die eine Zahl, die zählt. Für Spielende ist es der Hinweis, dass eine Vorschrift und ihre Einhaltung zwei verschiedene Dinge sind.
- Selbst gesetzte Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Teilnahme, Senkung sofort, Erhöhung erst nach 72 Stunden.
- Produktbezogene Sperre für 1 bis 180 Tage ohne Aufhebung vor Fristablauf; unbefristet im schweizweiten Register, das auch Casinos und Liechtenstein erfasst.
- Mindestalter 18 Jahre, eine Registrierung pro Person, Ausweisprüfung gegen Adressdatenbanken, Wohnsitz im Vertragsgebiet.
Wo eine Spielsperre oder eine Minderjährigkeit besteht, haben Betroffene keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Das steht in der Regelung und nicht in einer Fussnote, und es ist der Grund, warum die Sperre tatsächlich schliesst und nicht nur warnt.
Wer spürt, dass Livewetten aus dem Rahmen fallen, sollte die Sperre als Instrument behandeln und nicht als Versagen. Sie ist der einzige Mechanismus, der den Weg zum Wettschein ganz zumacht.
Wie eine Livewette tickt und was der Cash-out wirklich abzieht
Quotenbewegung, Karenz und warum das Tor oft zählt, bevor der Klick ankommt
Eine Livewette erweitert das traditionelle Wettangebot um einen Faktor, den es früher nicht gab: Es kann noch während des laufenden Spiels gewettet werden, und die Annahme endet erst nach Spielbeginn, gegebenenfalls zuzüglich einer Karenzzeit. Das ist die ganze Mechanik, und sie erklärt mehr als jede Werbebroschüre darüber, worin sich eine Livewette von einer Wette vor dem Spiel unterscheidet.
Zwei Dinge folgen daraus, und die zweite ist die unbequeme. Erstens: Ein Tor oder eine Rote Karte zwingt den Markt zur Reaktion. Nach solchen Ereignissen müssen die Quoten angepasst oder die Wettabgabe ausgesetzt werden; die Anpassung erfolgt teils automatisch anhand von Spielstand, Einsätzen oder Spielzeit. Ein Live-Wettprogramm ist deshalb keine Preisliste, sondern ein Zustand, der sich permanent verändert. Zweitens: Zwischen dem Ereignis und der angepassten Quote liegt ein Fenster. Wer dieses Fenster vom Veranstaltungsort aus nutzt, betreibt Courtsiding — ein Betrugsmodell, das die Zeitverzögerung bei der Quotenanpassung ausbeutet. Ein Schreibtisch in Zürich hat diesen Vorteil nicht.
Der praktische Schluss daraus ist unbequem für alle, die glauben, schneller zu sein als die Maschine. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. In Live-Situationen ist das keine Randnotiz, sondern der Normalfall einer knappen Sekunde.
Cash-out bei Sporttip: vollständig oder gar nicht
Der vorzeitige Ausstieg wird gern als Sicherheitsnetz verkauft. Bei Sporttip gibt es den Cash-out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-out ohne Teilauszahlung. Wer CHF 100 auf eine Kombination gesetzt hat und die ersten beiden Begegnungen durch sind, kann nicht zwei Drittel herausziehen und den Rest laufen lassen. Es gibt alles oder nichts — und das Alles ist bereits gekürzt.
Denn der Cash-out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Ein ausgeführtes Cash-out lässt sich nicht rückgängig machen. Der Punkt ist nicht, dass Cash-out ein schlechtes Werkzeug wäre. Der Punkt ist, dass es ein Verkaufsangebot ist: Die Differenz zwischen dem möglichen Wettgewinn und der Summe, die der Veranstalter jetzt anbietet, ist sein Preis für die Risikoübernahme. Wer aussteigt, kauft sich Ruhe und zahlt dafür mit einem Teil des Gewinns, den er noch nicht hat.
Wer den Quotenboost angenommen hat, verliert ihn bei einem Cash-out. Beide Werkzeuge zusammen funktionieren nicht, und wer den Zuschlag braucht, sollte sich vorher entscheiden, welches der beiden ihm mehr wert ist.
Was auf dem Wettschein steht, ist nicht immer das, was gilt
Der Abschnitt, den die wenigsten lesen, ist der, der am häufigsten greift. Vier Mechanismen entscheiden bei Sporttip-Livewetten über den Ausgang, und keiner davon steht auf dem Wettschein.
Eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird, zählt mit Quote 1.00. Der Einsatz kommt zurück, der Gewinn nicht.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Ärger liegt hier weniger im Geld als im Vertrauen: Eine Kombination, die man für gültig hielt, kann rückwirkend nicht existiert haben.
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt; in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00, was die Gesamtquote empfindlich drückt. Ein Ausfall in einer Zehnerkombination kann so einen grossen Teil des möglichen Gewinns löschen.
Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer, im Fussball etwa 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer im Pokalspiel auf ein Tor in der Verlängerung setzt, ohne das Programm zu lesen, setzt auf ein Ergebnis, das nicht gewertet wird.
Dazu kommt die Frist, die nach dem Gewinn greift. Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Wer den Wettschein verliert und sich im übernächsten Quartal meldet, hat seinen Gewinn verloren — die Frist ist keine Mahnung, sondern eine Grenze.
Die Rangliste der Live-Anbieter in der Schweiz: zwei Bewilligungen, zehn Namen
Wer Livewetten in der Schweiz sucht, bekommt eine kurze Liste und viel Anhang. Die Rangfolge ergibt sich nicht aus Quoten, sondern aus dem Feld, das ein Anbieter überhaupt bestellen darf: live verfügbare Sportarten, Annahmeregeln und Cash-out-Möglichkeiten. Preisvielfalt ist kein Qualitätsmerkmal, wenn sie aus einer Bewilligung stammt, die in der Schweiz keine Wirkung hat.
| Brand | Bewilligungsstatus | Veranstalterin oder berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Cloudbet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| DirectionBet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| ZotaBet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Interwetten | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetLabel | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetAlright | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetPanda | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Fezbet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Die Verteilung ist die eigentliche Aussage: eine Zwei-Parteien-Struktur mit regional getrennten Gebieten. Swisslos versorgt die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande versorgt die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.
Für den Einzelnen heisst das: Ob ein Anbieter überhaupt ein Konto eröffnet, hängt am Wohnkanton. Der Romand, der sich bei Sporttip registrieren möchte, und der Deutschschweizer, der Jouez Sport ausprobieren will, stehen vor derselben unsichtbaren Grenze. Ein Konto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet voraus, jede Person darf sich nur einmal registrieren, und die Ausweisdaten werden gegen Adressdatenbanken geprüft. Wahlfreiheit zwischen den beiden gibt es faktisch nicht.
Der Wettbewerb zwischen zwei regional monopolistischen Veranstaltern findet deshalb nicht über den Preis statt. Er findet über das Produkt statt: über Sportarten, Live- und Vorlaufprogramm, Annahmeregeln und Werkzeuge wie den Cash-out. Acht der zehn Namen sind keine Alternative zur Auswahl, sondern das Umfeld, in dem die Wahl stattfindet. Wer das begriffen hat, liest den Rest dieser Seite mit dem richtigen Massstab.
Swisslos Sporttip: die Alternative, die kein Haus anbietet
Swisslos betreibt Sporttip im Vertragsgebiet aus den Deutschschweizer Kantonen, dem Tessin und Liechtenstein. Für den Vergleich der Livewetten sind zwei Dinge entscheidend. Das erste ist die Auswertungsregel, die Sporttip selbst anwendet: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Das zweite ist die Einsatzspanne. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000, wobei Swisslos die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern kann und eine Wette über der Limite nicht angenommen wird. Ein Wettschein über CHF 1’001 ist daher kein Fehler des Spielenden, sondern eine nicht zustande gekommene Wette.
Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Das ist ein echter Anreiz und zugleich eine Klippe: Wer drei statt vier Voraussagen trifft, bekommt nichts. Das vierte Spiel ist die Eintrittskarte.
Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-out verfällt der Boost. Der «Boost» ist also nicht gestreut, sondern punktuell, und er überlebt den vorzeitigen Ausstieg nicht.
Auf der Auszahlungsseite steht die Regel, die den tatsächlichen Betrag bestimmt: Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die zweite Rundung läuft gegen den Spielenden. Sie ist zu klein für einen Vertrag und zu gross, um sie zu vergessen, wenn man über einen Monat viele Wetten auszahlt.
Dass es kein Geheimnis um das Angebot gibt, zeigt die Regel zur Spielzeit: Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, und Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist. Das ist keine Tücke, sondern eine Festlegung — aber eine, die man kennen muss, bevor man im Pokalspiel auf ein Tor in der Verlängerung wettet.
Wem Sporttip passt: Wer im Vertragsgebiet wohnt, die Auswertungsregeln kennt und das Risiko lieber selbst trägt, als sich gegen einen Abschlag freizukaufen, hat hier die richtige Umgebung.
Loterie Romande Jouez Sport: eine Westschweizer Sache mit zwei Spielarten
Jouez Sport gehört der Loterie Romande mit Sitz in Lausanne, die das Produkt für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura veranstaltet. Laut eigenen Angaben betreibt sie 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz mit 221 Mitarbeitenden. Das ist die eine Hälfte ihres Vertriebs und erklärt zugleich die wichtigste Einschränkung.
An Verkaufsstellen der Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal können nur natürliche Personen ab 18 Jahren teilnehmen, und dort gibt es ausschliesslich Prematch-Wetten. Livewetten bietet allein die Internet-Spielplattform. Wer also das Live-Angebot der Romandie nutzen will, ist auf das Online-Konto angewiesen, und ein Konto setzt den Wohnsitz im Vertragsgebiet voraus. Ein Weg über die Verkaufsstelle existiert für Livewetten nicht.
Damit steht Jouez Sport im Vergleich doppelt hinten: keine Livewetten im stationären Vertrieb und keine Produktinformationen auf der Stufe, die Swisslos mit eigener Cash-out-Regel dokumentiert. Das macht Jouez Sport nicht zu einem schlechteren Angebot für die Menschen im Westen — es gibt für sie innerhalb der Schweiz keine Alternative. Es macht aber deutlich, dass die Westschweiz bei Livewetten von einem einzigen Online-Kanal abhängt, und ein einziger Kanal ist eine dünne Decke.
Jouez Sport bleibt für die Westschweizer Leser die richtige Wahl, weil es die einzig verfügbare ist.
Cloudbet, DirectionBet und ZotaBet: dasselbe Modell ohne Schweizer Bewilligung
Bei dieser Gruppe ist die zentrale Angabe dieselbe wie bei allen folgenden Namen: keine Schweizer Bewilligung. Was diese Anbieter in ihrem Herkunftsland melden, hat in der Schweiz keine Wirkung nach Art. 4 BGS. Sie sind an das Schweizer Sperrregister nicht angeschlossen, es gibt keine Schweizer Behörde, an die sich ein Spielender mit einer Beschwerde wenden könnte, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren.
Was das praktisch bedeutet, zeigt die Grösse der Liste. Am Ende des Jahres 2025 standen 671 Domains darauf; die erste Liste wurde am 3. September 2019 veröffentlicht. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — Domain-Hopping. Die Gespa nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home, und bet365 steht auf der Liste. Für die drei Namen in diesem Abschnitt heisst das konkret: Die Existenz eines DNS-Blocks sagt nichts über die Seriosität einer Marke, und das Fehlen auf der Liste sagt ebenso wenig. Ein Name ohne Schweizer Bewilligung kann heute von einem Schweizer Wohnzimmer aus erreichbar sein und morgen nicht.
Drei Nachteile betreffen die ganze Gruppe und lassen sich in keiner Tabelle abbilden. Es gibt keinen Zugriff auf das Schweizer Sperrregister: Wer sich dort sperren lässt, behält bei einem dieser Anbieter vollen Zugang. Es gibt keine Schweizer Aufsicht, die Streitfälle über Annahmeregeln und Auszahlungen prüft. Und es gibt keinen bewilligten Veranstalter — was die Werbung für dieses Angebot nach Art. 74 Abs. 3 und Art. 131 BGS zu einer Handlung macht, die mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 belegt werden kann.
Cloudbet, DirectionBet und ZotaBet verfolgen ein Offshore-Modell mit weltweiter Kundschaft ohne Präsenz in der Schweiz. Das ist kein Urteil über ihre Zahlungsmoral, aber es ist ein Urteil über die Durchsetzbarkeit: Ein Anspruch, den man nur vor einem Gericht durchsetzen kann, das man nicht erreicht, ist kein Anspruch, auf den man bauen sollte.
Interwetten, BetLabel und BetAlright: dieselbe Lücke, anderer Name
Diese drei Namen gehören in dieselbe Gruppe, und die für die Schweizer Bewertung massgeblichen Angaben sind identisch: keine Schweizer Bewilligung, eine berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg und die Möglichkeit der DNS-Sperre.
Interwetten ist der einzige Name dieser Gruppe, den die Gespa in einem anderen Zusammenhang ausdrücklich nennt — im Umfeld des Domain-Hopping auf der Sperrliste. Das ist kein Vorteil, sondern ein Hinweis auf die Dynamik. Ein Anbieter, der Schweizer Sperrungen durch schnellen Domainwechsel umgeht, nimmt dem Spielenden die Vorhersehbarkeit, die eine nationale Regelung bietet. Wer Interwetten nutzt, opfert die Verlässlichkeit der Domains, die er verwendet, und damit die Verlässlichkeit der Bedingungen, unter denen er spielt.
BetLabel und BetAlright werden nach denselben Kriterien bewertet wie jeder Name dieser Gruppe. Eine lange Liste angebotener Sportarten hilft in einem Streitfall nicht.
Die Schweizer Bewilligungslage bleibt für alle drei dieselbe: Der Veranstalterstatus fehlt, und mit ihm der Anschluss an Limitenpflicht, Sperrregister und Aufsicht.
BetPanda und Fezbet: der Schluss der Liste und seine Konsequenz
BetPanda und Fezbet schliessen die Rangliste aus demselben Grund ab, aus dem die meisten Namen darauf stehen: keine Schweizer Bewilligung. Bei beiden fehlt jede Verbindung zu einer Schweizer Aufsicht, an die sich ein Spielender mit einer Beschwerde wenden könnte.
Ihren Platz am Ende teilen sie mit der ganzen Gruppe ohne Schweizer Bewilligung, aber aus einem strukturellen Grund: Über eine Entscheidung der Gespa zur Schweizer Sportwette verfügt keiner von ihnen. Die einzigen Schweizer Bewilligungen für Sportwetten liegen bei zwei Veranstaltern, und jeder andere Name fällt aus dem Aufsichtsrahmen heraus.
Die Konsequenz daraus ist direkt. Bei diesen Anbietern haftet der Spielende für die Einhaltung seiner eigenen Grenzen. Der Schweizer Schutzmechanismus, der so viel wert ist, greift hier nicht. Was bleibt, ist die eigene Entscheidung, und niemand prüft sie.
Livewetten verstehen: Grundbegriffe, Markt und die Marge, die in jeder Quote steckt
Was eine Livewette von einer Wette vor dem Spiel unterscheidet
Eine Livewette ist eine Wette, die noch während des laufenden Spiels abgegeben wird, und die Annahme endet erst nach Spielbeginn, gegebenenfalls zuzüglich einer Karenzzeit. Das ist der ganze Unterschied, und er reicht, um die Struktur des Angebots zu verändern.
Die erste praktische Folge betrifft den Zeitpunkt der Entscheidung. Wer vor dem Spiel wettet, kennt die Aufstellung, aber nicht den Verlauf. Wer live wettet, sieht, wie das Spiel läuft, und zahlt dafür mit einer Quote, die bereits reagiert hat. Eine Mannschaft, die früh ein Tor kassiert, wird live höher angeboten — nicht weil das Spiel entschieden wäre, sondern weil sie jetzt weniger wahrscheinlich erscheint. Die Livequote ist also kein Geschenk für den, der mehr sieht, sondern der Preis für die Information, die alle anderen auch haben.
Die zweite Folge ist technischer Natur. Ereignisse wie ein Tor oder eine Rote Karte müssen in die Quoten eingearbeitet werden, in manchen Fällen wird die Wettabgabe ausgesetzt, bis die Anpassung durchgeführt ist. Das geschieht teils automatisch anhand von Spielstand, Einsätzen oder Spielzeit. Wer live wettet, ist damit auf einen Markt angewiesen, dessen Preisgestaltung vom System des Anbieters abhängt.
Die dritte Folge betrifft die Grenze zwischen Information und Manipulation. Zwischen dem Ereignis und der Anpassung liegt ein Fenster, und wer es vom Ort des Geschehens aus für sich nutzt, begeht Courtsiding. Für normale Nutzer ist die Verzögerung der Quotenanpassung ein Nachteil beim eigenen Tipp. Für den Betrüger ist sie die Einnahmequelle.
Wer den Wert einer Wette beurteilen will, muss noch eine Zahl kennen: die Marge im Preis. Bei zwei gleichwahrscheinlichen Ausgängen würde eine Quote von 2.00 auf beiden Seiten für den Veranstalter ein Nullsummengeschäft bedeuten. Deshalb liegt mindestens eine der angebotenen Quoten unter dem, was der Ereigniswahrscheinlichkeit entspricht, und der Abstand ist der Anteil, den der Veranstalter behält.
Der Quotenschlüssel und warum die Marge live breiter ausfällt
Der Quotenschlüssel eines Marktes, in der Marktsprache Auszahlungsquote genannt, beschreibt den Anteil aller Einsätze eines Marktes, den dieser Markt zurückzahlt. Bei einem Zwei-Weg-Markt mit den Quoten 1.90 und 1.90 ergibt sich der Kehrwert der Summe der Kehrwerte: Der Kehrwert von 1.90 beträgt rund 0’526, doppelt genommen 1’053, der Kehrwert davon rund 0.95. Der Quotenschlüssel liegt damit bei rund 95 Prozent, die Marge bei rund 5 Prozent. Das sind zwei Ansichten derselben Zahl: Der Spielende sieht 95 Prozent Rückzahlung, der Veranstalter 5 Prozent Behalten.
Bei Live-Märkten fällt diese Marge häufig breiter aus, und der Grund ist nachvollziehbar. Ein Markt, der sich während des Spiels ständig ändert, trägt für den Anbieter ein höheres Risiko als ein Markt, der nach Spielbeginn geschlossen wird. Ein Tor in der 90. Minute kann einen Live-Markt in Sekunden umdrehen. Die breitere Marge ist der Preis für diese Unsicherheit, und der Spielende zahlt ihn bei jeder einzelnen Wette. Die Frage, die jeder für sich beantworten muss, lautet, ob ihm eine Quote, die vor zehn Minuten noch 1.90 stand, jetzt 1.75 wert ist. Genau dieses Nachrechnen trennt den informierten Livewetter vom reaktiven.
Die populären Live-Märkte und ihr Anteil
Die drei beliebtesten Live-Wettarten sind die Wette auf das nächste Tor, die Restzeitwette und die Tore-ab-jetzt-Wette. Ihr gemeinsamer Marktanteil liegt Branchenangaben zufolge bei etwa 60 bis 70 Prozent. Die Zahl erklärt sich fast von selbst: Alle drei Märkte werden durch Ereignisse entschieden, die nur live absehbar sind.
Wer eine Restzeitwette abschliesst, wettet im Kern auf die Ruhe des Spiels. Wer auf das nächste Tor setzt, wettet auf seine Dynamik. Die Tore-ab-jetzt-Wette setzt auf die Anzahl der verbleibenden Treffer und verlangt eine Einschätzung darüber, wie sich das Spiel noch entwickelt. Alle drei hängen an der Qualität der Live-Übertragung, und deshalb ist die folgende Regel praktisch wichtiger, als sie klingt: Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Ein Live-Angebot muss nicht an eine Fernsehübertragung gekoppelt sein, und wer das nicht weiss, hält ein Fehlen für einen technischen Fehler, wo eine bewusste Ausgestaltung steht.
Wo die Grenze der Livewette verläuft
Die Livewette hat einen äusseren Rand, und er ist wörtlich zu nehmen. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer, also etwa 90 Minuten im Fussball, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine Livewette in der Verlängerung ist also nur dann eine Wette auf die Verlängerung, wenn sie es ausdrücklich ist.
Noch empfindlicher wird es, wenn das Spiel gar nicht stattfindet. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt; in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Der Einsatz geht also nicht verloren, der Gewinn schon. Wer eine Kombination mit einer abgesagten Begegnung hält, merkt das erst bei der Auswertung.
Rechenbeispiel: was CHF 10 bei Quote 2.50 zurückbringen
Der Auszahlungsbetrag einer Wette entspricht dem Einsatz mal der Quote. Bei einem Einsatz von CHF 10 und einer Quote von 2.50 ergibt sich ein Rückzahlungsbetrag von CHF 25, der Nettogewinn beträgt CHF 15. Das ist ein illustratives Beispiel und keine zitierte Quote: Es zeigt die Grössenordnung dessen, was ein einzelner erfolgreicher Tipp einbringt, und es zeigt, wie stark die Zahl an der Quote hängt.
Bei Sporttip gilt dieselbe Rechnung mit einer Besonderheit, die den tatsächlichen Betrag bestimmt. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 10 wären es nach dieser Regel rund CHF 25 bei Quote 2.50, bei Quote 2.51 rund CHF 25.10 und bei Quote 2.55 rund CHF 25.50. Die Rundung auf 5 Rappen verschiebt das Ergebnis nur um Rappen, nicht um Franken — und sie läuft immer zugunsten des Veranstalters, was den Betrag klein, aber die Richtung eindeutig macht.
Der Nettogewinn von CHF 15 bei Quote 2.50 sagt nichts darüber aus, ob die Wette gewonnen wird. Die Rechnung gilt unter der Annahme eines Treffers, und diese Annahme ist keine Vorhersage. Wer aus einem Auszahlungsbetrag eine Gewinnerwartung ableitet, verwechselt die Auszahlung mit der Wahrscheinlichkeit.
Wie die Kombination mehrerer Voraussagen den Wert verschiebt
Bei einer Kombinationswette aus mehreren Einzelquoten beträgt der Gesamtpreis das Produkt der Einzelquoten. Zwei Voraussagen mit Quote 2.00 und 2.00 ergeben zusammen 4.00; bei einem Einsatz von CHF 10 sind das CHF 40 möglicher Auszahlungsbetrag und CHF 30 Nettogewinn, falls beide Voraussagen eintreffen. Die Kehrseite steht in derselben Zahl: Beide Ereignisse müssen eintreten, und die Auswertung nach der regulären Spielzeit gilt für jede einzelne Voraussage.
Die Sporttip-Systemwette erlaubt, mehrere Voraussagen so zu kombinieren, dass nicht alle eintreffen müssen. Der Höchsteinsatz liegt hier mit CHF 10’000 deutlich höher als bei der Einzel- oder Kombinationswette mit CHF 1’000, und das ist kein Zufall: Eine Systemwette erzeugt mehr einzelne Wetten und damit mehr Umsatz aus demselben Einsatz. Der Kombiboost verlangt dagegen mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50 und gilt nur online; bei einem Cash-out verfällt er.
Die Rechtslage: Livewetten sind in der Schweiz nicht verboten, aber auch nicht frei
Zulassung als Grossspiel und die Aufsicht der Gespa
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel. Die gesetzliche Grundlage ist das Geldspielgesetz, BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, mit den Artikeln 3 lit. c und lit. e. Die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat. Es ist nicht die ESBK, deren Aufsicht sich auf Casinos beschränkt.

Veranstalten darf Sportwetten nur, wer zwei Bewilligungen besitzt: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, nach den Artikeln 21 bis 25 BGS. Und eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz, nach Art. 4 BGS. Daraus folgt die Antwort auf die am häufigsten gestellte Frage: Livewetten sind in der Schweiz nicht verboten, sie sind bewilligungspflichtig.
Die Kantone haben die Anzahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Anbieter, weil es keinen gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.
Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, die IKV 2020. Zusammen mit dem Vertragsgebiet über die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein deckt sie den grösseren Teil des Landes ab. Die Loterie Romande ist die Société de la Loterie de la Suisse Romande mit Sitz in Lausanne und deckt Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Erträge fliessen nach Art. 125 BGS gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zu.
Was gewettet werden darf und was nicht
Die erlaubten Sportwetten stehen auf einer geschlossenen Liste. Massgebend ist die Liste der Gespa der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in der Version vom 10.09.2026, auf Grundlage von Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Das ist kein Katalog von Beispielen, sondern eine abschliessende Aufzählung, und daran hängt mehr, als man beim ersten Lesen vermutet.
Qualifikationsrunden stehen nur zur Verfügung, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe bleiben auf die Liste beschränkt. Ranglistenwetten sind ausschliesslich dann zulässig, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe gibt es nicht. Die Liste enthält weder Eckball- noch Kartenmärkte und keinen E-Sport-Abschnitt: E-Sport kommt in der Liste schlicht nicht vor.
Diese Einschränkungen sind der Punkt, an dem die Schweizer Regelung am sichtbarsten über das Angebot entscheidet. Wer auf die Anzahl der Eckbälle setzen möchte, findet dafür keinen Markt — nicht weil er unrentabel wäre, sondern weil er nicht auf der bewilligten Liste steht. Für Livewetten ist die Regelung dagegen offen: Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt, und das BGS enthält keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte.
Darüber hinaus gibt es harte Grenzen. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt, nach Art. 25 Abs. 2 BGS. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt; Sportwetten sind Sportwetten.
Die Online-Registrierung als Voraussetzung
Ein Online-Konto ist die Voraussetzung für Livewetten bei Swisslos, und die Anforderungen sind klar. Man braucht mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Der Identitätsnachweis ist also keine Formalität, sondern die Bedingung der Kontoeröffnung.
Ein Online-Konto braucht nach Art. 47 Abs. 3 VGS ausserdem einen Wohnsitz in der Schweiz, in der Praxis zusätzlich im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Die Regelung schliesst damit nicht nur Auslandsschweizer aus, sondern jeden, der nicht im passenden Kanton wohnt. Wer umzieht, sollte wissen, dass ein Kantonswechsel die Kontofrage neu stellt.
Ein Punkt, der in der Diskussion um Bezahlmethoden oft untergeht: Das Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet wird gekauft. Der Kauf ist per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein möglich, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Auszahlungen erfolgen ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers, nach Art. 50 Abs. 2 VGS. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Angebot nicht, und Kredite an Spielende sind nach Art. 75 Abs. 1 BGS ausgeschlossen. Welche Zahlungsmittel ein Anbieter im Einzelnen akzeptiert, ergibt sich aus seinen Bedingungen.
Was eine fehlende Schweizer Bewilligung bedeutet
Für Anbieter ausserhalb des Schweizer Systems gilt: Eine ausländische Bewilligung — ob Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — hat in der Schweiz keine Wirkung, nach Art. 4 BGS. Das ist kein Formfehler, sondern die Konstruktion des Gesetzes: Die schweizerische Bewilligung gilt nur im schweizerischen Gebiet, und eine ausländische Bewilligung gilt hier gar nicht.
Daraus folgen mehrere Konsequenzen für den Spielenden. Es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister; wer sich dort sperren lässt, bleibt bei einem solchen Anbieter zugänglich. Es gibt keine schweizerische Stelle, die Streitfälle über Annahmeregeln oder Auszahlungen prüft. Und es gibt einen strafrechtlichen Hintergrund: Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar, nach Art. 130 BGS, mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spielende selbst wird nicht bestraft. Einsätze und Gewinne können aber in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fair-Play-Kontrolle.
Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren, nach den Artikeln 86 bis 93 BGS. Die erste Liste erschien am 3. September 2019, und am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt, ein Vorgang, der als Domain-Hopping bekannt ist. Die Gespa nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home; bet365 steht auf der Liste.
Ehrlich bleibt festzuhalten, dass keine der beiden Seiten die bequeme Wahl ist. Das bewilligte Angebot bedeutet vollen Schweizer Schutz, aber auch nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Identitätsprüfung. Das Offshore-Angebot bedeutet, was es bedeutet: keine Schweizer Bewilligung, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und ausländische Gewinne, die nach kantonaler Praxis steuerbar sein können. Wer hier von einem sicheren Hafen spricht, hat die eine oder die andere Hälfte nicht gelesen.
Steuern auf Gewinne aus Sportwetten
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt die Sportwette ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt hier «je nach Kanton» und nie eine einzelne kantonale Zahl.
Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Für einen typischen Wettenden liegt der Gewinn weit unter dieser Schwelle: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.
Anders sieht es bei ausländischen Anbietern aus. Gewinne von ausländischen Veranstaltern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles steuerbares Einkommen. Eine Schweizer Wette auf ein Auslandskonto kann also zu einem Steuerfall werden, den niemand auf dem Wettschein sieht. Es gibt in der Schweiz keine Wettsteuer auf Einsätze. Wer seine Situation klären will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Häufige Fragen zu Livewetten in der Schweiz
Wie funktionieren Livewetten, und worin unterscheiden sie sich von Wetten vor dem Spiel?
Bei einer Livewette wird der Tipp während des laufenden Spiels abgegeben, die Annahme endet erst nach Spielbeginn, gegebenenfalls nach einer Karenzzeit. Die Quote bewegt sich mit dem Spielverlauf. Ereignisse wie ein Tor oder eine Rote Karte zwingen zur Anpassung, teils automatisch, teils mit ausgesetzter Wettabgabe. Vor dem Spiel steht die Quote dagegen fest.
Sind Live-Wetten in der Schweiz verboten?
Nein. Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, BGS, SR 935.51, und Livewetten sind darin nicht untersagt. Sie setzen aber eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung voraus. Diese Bewilligungen besitzen ausschliesslich zwei Veranstalter: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport.
Wer darf in der Schweiz Livewetten anbieten, nur Sporttip und Jouez Sport?
Ja, nur diese beiden. Swisslos ist im Vertragsgebiet aus den Deutschschweizer Kantonen, dem Tessin und Liechtenstein tätig, die Loterie Romande in Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im jeweiligen Gebiet möglich. Weitere bewilligte Anbieter gibt es nicht.
Was geschieht mit einer Wette, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird?
Bei Sporttip zählt eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird, mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen wie einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einem Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Der Einsatz wird zurückgezahlt, ein Gewinn entsteht nicht.
Gibt es bei Livewetten einen Cash-out, und was bedeutet der volle Cash-out bei Sporttip?
Sporttip bietet den vollständigen Ausstieg für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und ohne Teilauszahlung. Der Cash-out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Spielstand ab und kann jederzeit geändert werden. Eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Wie schützen Verlustlimiten und die Spielsperre bei schnellen Livewetten, und wann gilt eine Erhöhung der Limite?
Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine Sperre von 1 bis 180 Tagen lässt sich nicht vor Fristablauf aufheben, eine unbefristete Sperre steht im schweizweiten Register. Gerade die Schnelligkeit des Live-Angebots verlangt diese Disziplin.
Wettarten – handywettench
Inhalt erstellt vom Team «handywettench»
