Pferdewetten in der Schweiz: zwei Veranstalter, eine Rechnung
Ladevorgang...
In der Schweiz dürfen Pferderennen-Wetten nur bei Veranstaltern mit Bewilligung abgeschlossen werden – und davon gibt es genau zwei. Wer auf einer ausländischen Seite ein Pferd auf die Siegerquote setzt, wettet ohne Schweizer Schutz, ohne Eintrag im Sperrregister und mit einer Steuerlage, die je nach Kanton unangenehm wird. Wo Pferderennen im Spielplan auftauchen, wie Quoten gerechnet werden und was eine Wette nach Abzug der Marge kostet, steht im Folgenden.
Datenstand: Oktober 29, 2026, geprüft gegen die Sporttip-Spielregeln und die Bedingungen für die Online-Teilnahme von Swisslos sowie gegen die Angaben der Gespa zum Geldspielgesetz.
Die zehn Anbieter im Vergleich
Wer nach Pferdewetten sucht, stösst zuerst auf Angebote und erst danach auf die Frage, ob hinter dem Angebot überhaupt eine Schweizer Bewilligung steht. Diese Reihenfolge ist falsch herum, und sie ist teuer. Zwei der folgenden Plattformen verfügen über eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, acht nicht. Das ist keine Feinheit im Kleingedruckten, sondern der Unterschied zwischen einem Anspruch, den man in der Schweiz durchsetzen kann, und einem Anspruch gegen eine Firma, die hier nie greifbar sein wird.

Die Tabelle sortiert die Plattformen nach genau diesem Merkmal. Bei den beiden Schweizer Veranstaltern steht, welcher Kantonsteil bedient wird; bei den übrigen steht nichts, was sich als Bewilligung verkaufen liesse.
| Anbieter | Bewilligungsstatus in der Schweiz | Veranstalter oder verwendete Bewilligungsangabe | Zugang für Spielende |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel | Deutschschweizer Kantone, Tessin und Fürstentum Liechtenstein |
| Loterie Romande (Jouez Sport) | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande | Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS |
| BetPanda | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte | kein Zugang über ein Schweizer Spielerkonto |
| BillyBets | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte | kein Zugang über ein Schweizer Spielerkonto |
| PowBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte | kein Zugang über ein Schweizer Spielerkonto |
| ZotaBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte | kein Zugang über ein Schweizer Spielerkonto |
| Betovo | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte | kein Zugang über ein Schweizer Spielerkonto |
| BDMBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte | kein Zugang über ein Schweizer Spielerkonto |
| 1xBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte | kein Zugang über ein Schweizer Spielerkonto |
| HornetBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte | kein Zugang über ein Schweizer Spielerkonto |
Die Spalte ganz rechts ist die, über die am wenigsten gesprochen wird. Ein Spielerkonto setzt nach den Schweizer Regeln einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters voraus. Ein Wettender aus Zürich kommt an Jouez Sport nicht heran, einer aus Genf nicht an Sporttip. Wer in der Deutschschweiz wohnt und die Westschweizer Plattform ausprobiert, scheitert nicht an einer Quote, sondern an einer Adresse. Das ist keine Härte des Zufalls, sondern die Konsequenz eines Systems, das die Zahl der Veranstalter bewusst klein hält und jedem ein Gebiet zuweist.
Die acht übrigen Namen stehen hier, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen, nicht weil sie eine Option wären, die man empfehlen könnte. Alle acht ohne Schweizer Bewilligung. Bei keinem ist eine Bewilligung belegt, die in der Schweiz irgendeine Wirkung entfaltet – eine ausländische Erlaubnis hat hierzulande keine Kraft. Keiner ist an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, keiner bietet einen Schweizer Rechtsweg. Und die Gespa kann Domains solcher Anbieter auf die Sperrliste setzen, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS-Sperre umsetzen.
Was das für den einzelnen Abend bedeutet: Wenn ein Rennen falsch bewertet wird, wenn eine Auszahlung ausbleibt, wenn das Konto ohne Begründung geschlossen wird – dann gibt es keine Stelle in der Schweiz, an die man sich wenden könnte. Bei den beiden Veranstaltern mit Bewilligung gibt es sie. Das ist der ganze Unterschied, und er wiegt schwerer als jede Quote.
Die Rangfolge dieser zehn Plattformen folgt damit keinem Geschmack, sondern der Rechtslage. Innerhalb der beiden zugelassenen Veranstalter entscheidet dann, was das jeweilige Wettprogramm an Rennen führt und welche Limiten gelten. Ein Vergleich nach versprochenen Gewinnen wäre unseriös, weil niemand Gewinne versprechen kann. Ein Vergleich nach dem, was der Veranstalter einbehält, ist dagegen möglich – und darum geht es im nächsten Abschnitt.
Pferderennen im Schweizer Wettangebot
Pferderennen live zu wetten heisst, sich innerhalb eines Nachmittags zu entscheiden, während sich die Quoten zwischen zwei Starts verschieben. Wer zum ersten Mal auf ein Rennen setzt, sollte deshalb zuerst verstehen, worauf er überhaupt setzt. Ein Galopprennen ist nicht einfach ein Lauf von A nach B. Es gibt Flachrennen auf hindernisfreier Bahn und Hindernisrennen, und die Distanz entscheidet darüber, welcher Typ Pferd überhaupt in Frage kommt. Galopprennen laufen meist zwischen 800 m und 4200 m; deutsche Flachrennen reichen von 1000 m im Sprint bis 3400 m. Ein Sprinter über 1000 m und ein Steher über 3400 m sind zwei verschiedene Sportarten auf derselben Anlage.
Der Spielplan eines Renntags ist damit auch eine Vorauswahl des Ergebnisses. Ein Pferd, das über kurze Distanzen gewinnt, kann über die weite Strecke chancenlos sein, und die Quote sagt einem das nicht immer deutlich genug. Das ist der erste Kostenpunkt, und er hat nichts mit der Marge zu tun: Ein Einsatz auf ein Pferd in der falschen Distanz ist ein Einsatz auf ein Pferd, das nicht gewinnen kann. Wer den Renntag vorbereitet, liest Distanz und Bahnzustand vor der Form. Wer das nicht tut, bezahlt die Nachlässigkeit mit dem ganzen Einsatz, nicht mit ein paar Prozent.
Dazu kommt das Gewicht. Im Handicap tragen die Pferde unterschiedliche Lasten, damit die Siegchancen ausgeglichen sind – der Ausgleich ist der Zweck der Übung. Deutsche Flachrennen kennen vier Ausgleichsklassen, Hindernisrennen drei. Für den Wettenden heisst das: In einem Handicap ist die Feldstärke künstlich gedrückt, und ein Pferd, das zuletzt deutlich gewann, trägt beim nächsten Start mehr. Die Formzeile vergleicht also nicht dasselbe mit demselben. Wer nur die letzten drei Platzierungen aneinanderreiht, vergleicht Rennen mit unterschiedlichem Gewicht und unterschiedlicher Distanz und wundert sich über die Quote.
Rennen laufen nicht immer so aus, wie das Feld es nahelegt. Erreichen zwei oder mehr Pferde gleichzeitig die Ziellinie, spricht man von einem toten Rennen. Die gleichzeitig ins Ziel gekommenen Teilnehmer gelten dann als gemeinsam auf der besseren Platzierung; die Platzierungen der späteren Teilnehmer bleiben unberührt. Ein totes Rennen ist selten, aber es trifft die Platzwette unmittelbar, weil dort die Zahl der gewerteten Plätze über den Ausgang entscheidet.
Wer heute Quoten vergleichen will, sucht «aktuelle Pferderennen Wettquoten» und findet Listen, die sich während des Renntags ändern. Die Quoten entstehen im Totalisator, also aus den Einsätzen der Teilnehmenden selbst, und nicht aus einer Einschätzung des Veranstalters. Das ist ein Unterschied mit Folgen: Eine Totalisatorquote kann man nicht «schlagen», weil sie sich mit jedem weiteren Einsatz auf dasselbe Pferd verschiebt. Wenn viel Geld auf ein Pferd läuft, sinkt seine Quote – und der späte Einsatz bekommt einen schlechteren Preis als der frühe. Bei festen Quoten, wie sie Sporttip für Sportwetten führt, gilt der Preis im Moment der Wettabgabe.
Was die Marge im Rennsport für den Wettenden bedeutet
Jede Quote trägt die Marge des Veranstalters in sich, und die Marge ist kein Zufallsprodukt, sondern die Einnahmequelle. Man kann sie ausrechnen. Nimmt man ein illustratives Zwei-Wege-Rennen mit Quoten von 1,90 auf beide Ausgänge, so zahlt dieses Marktsegment im Schnitt rund 95 Prozent aller Einsätze an die Wettenden zurück – und der Veranstalter behält rund 5 Prozent. Diese 1,90/1,90 sind ein Rechenbeispiel auf beiden Seiten, kein irgendwo abgelesener Preis; der wahre Quotenschlüssel lässt sich aus dem Totalisator ohnehin erst nach dem Rennen definitiv ermitteln.
Wichtig ist die Bandbreite. Die 95 Prozent gelten für einen Markt mit zwei gleich teuren Ausgängen. Je mehr Pferde ein Feld hat, desto stärker streut der Quotenschlüssel, und desto eher rutscht die Rückzahlungsquote in einen Bereich, der den Spielraum des Veranstalters vergrössert. In einem Rennen mit zwölf oder sechzehn Startern addieren sich sechzehn Aufschläge, und der Schlüssel liegt entsprechend tiefer als in einem Feld mit vier Pferden. Der Punkt ist nicht die exakte Zahl, sondern die Richtung: Die Kosten einer Wette wachsen mit der Zahl der Möglichkeiten, die man zu ihrem Scheinbilde macht.
Genau hier liegt der Unterschied zu ausländischen Plattformen mit glänzenden Angeboten. Eine Hausmarge verschwindet nicht dadurch, dass eine Seite grosszügig aussieht. Sie verschwindet auch nicht in einer Live-Wette. Und sie ist der Grund, warum jede Pferdewette ein Erwartungswert unter 100 Prozent ist, bevor überhaupt ein Pferd losgaloppiert. Wer einen Abend lang auf jedes Rennen setzt, multipliziert diese Kosten mit der Zahl seiner Wetten. Zehn Wetten à CHF 20 sind CHF 200 Umsatz; bei rund 5 Prozent Marge sind davon statistisch etwa CHF 10 weg, bevor irgendjemand ein Ergebnis gesehen hat.
Rechtliche Lage: Bewilligung, Gespa-Liste und was fehlt
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die nur die Casinos prüft. Eine Bewilligung braucht einen Veranstalter und ein Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport.
Das ist die ganze Landschaft. Es gibt keine längere Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es sie nicht gibt – die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains. Für Pferderennen heisst das konkret: Pferderennen-Wetten sind in der Schweiz nur zulässig, wenn sie innerhalb der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten liegen und der Veranstalter die entsprechende Bewilligung hat.
Diese Liste ist geschlossen und führt eine Reihe von Bedingungen mit sich. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie aufgeführt sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe stehen nicht auf der Liste. Eckball- und Kartenmärkte fehlen ebenso wie ein Esport-Abschnitt. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen. Wer heute eine Wette abgeben will, die auf einer ausländischen Seite selbstverständlich wäre, findet sie hier möglicherweise gar nicht.
Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Rennen und während des Rennens, wo der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat – das Geldspielgesetz beschränkt Live-Märkte nicht auf bestimmte Arten. Der Cash-Out dagegen ist nicht gesetzlich geregelt. Er ist eine Funktion jedes einzelnen Anbieters, und mehr nicht.
Nur Sportwetten auf Sportereignisse sind zugelassen. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen stehen nicht zur Verfügung, so naheliegend sie einem manchmal vorkommen mögen. Und virtuelle Sportarten: dazu ist die Rechtslage offen; man sollte daraus kein Argument für oder gegen einen Anbieter bauen.
Ein Punkt, den man leicht übersieht: Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Der Reiter und derjenige, der auf ihn setzt, sind nicht dieselbe Person, und das Gesetz achtet darauf.
Zur Bezahlung: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht. Ein Kredit an Spielende ist nicht möglich. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht in dessen eigenen Bedingungen; in der Schweiz existiert kein Zahlungsblocking-Werkzeug gegen unzulässige Wettseiten – Banken und Kartensysteme sperren solche Zahlungen nicht.
Und noch eine Zahl, die man kennen sollte. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer den Schutz an der Verkaufsstelle als streng beschreibt, hat die Zahl nicht gelesen.
Steuern: Was von einem Gewinn bleibt
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen, und die EstV nennt Sportwetten ausdrücklich, sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Der eidgenössische Betrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückholt. Die kantonale Schwelle weicht ab – «je nach Kanton», und nicht ein einziger kantonaler Wert ist hier der richtige. Ein gewöhnlicher Wettender auf ein Pferderennen bleibt weit unter dieser Grenze: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht.
Bei ausländischen Anbietern sieht es anders aus. Deren Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist der stille Kostentreiber, über den kein Bonusprospekt ein Wort verliert: Die 200 Franken, die auf einer Offshore-Seite gewonnen wurden, können später auf einer Steuerrechnung wieder auftauchen. Für verbindliche Auskünfte bleibt nur der Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Es lohnt, diesen Punkt in seiner ganzen Schärfe zu benennen. Die Verkaufsargumente der Offshore-Anbieter leben von der Vorstellung, man entkomme den Schweizer Regeln. Tatsächlich entkommt man dem Schutz und behält die Steuerpflicht über dem Freibetrag. Die Rechnung geht nicht auf.
Verlustlimiten und Spielsperre
Ein Renntag ist eine Folge von Ereignissen im Minutentakt, und genau darin liegt die Gefahr. Zwischen zwei Starts liegt keine Nacht zum Nachdenken; die Einsätze wiederholen sich schnell und summieren sich, während der Abend noch jung ist. Die Schweiz verlässt sich dabei nicht darauf, dass die Einsicht von selbst kommt.
Limiten setzt der Spielende selbst, nicht der Staat. Der Veranstalter muss aber verlangen, dass ein oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste festgelegt werden. Vor der ersten Teilnahme bei Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Nach Gesetz gilt für die Erhöhung eine Frist von 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Dass die Wartezeit nur in eine Richtung scharf ist, ist Absicht: Wer weniger riskieren will, soll nicht aufgehalten werden. Wer mehr riskieren will, soll warten.
Diese Wartezeit ist einer der wirksamsten Kostenbremsen im ganzen System, gerade weil man sie als Einschränkung liest. Ein schlecht gelaufener Nachmittag lässt sich nicht am selben Abend mit einem erhöhten Limit beantworten.
Eine feste gesetzliche Einzahlungsobergrenze kennt die Schweiz nicht. Wer «die Schweizer Einzahlungslimite» sucht, sucht etwas, das nicht existiert – es gibt die selbst gesetzte Limite, und sonst nichts.
Dazu kommt die Spielsperre. Sie trifft überschuldete oder suchtgefährdete Personen und wird in einem gesamtschweizerischen Register geführt. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in das Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Freiwillig kann eine Sperre erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, und ein Fachgremium ist daran beteiligt. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer gesperrt ist oder minderjährig, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Die konkrete Bremse für einen Rennabend liegt bei der Sporttip-Limite von 1 bis 180 Tagen: Man kann sich für eine einzelne Renntag-Serie aussperren, ohne für ein halbes Jahr auszusteigen. Das ist praktischer als es klingt, und es ist die einzige Stelle im System, an der die Selbstkontrolle so kurzfristig greift.
Ein Hinweis, der in der Schweiz Pflicht ist und trotzdem wenig gelesen wird: Die Verlustlimiten sind keine Empfehlung, sondern die Grenze, an der ein Abend endet. Wer sie beim ersten Mal auslotet, hat die Grenze schon verschoben.
Prognosen und Strategie: Was ein Tipp wirklich ist
Tipps für Pferderennen sind die meistgesuchte und am wenigsten haltbare Sache im ganzen Geschäft. Eine Prognose im Rennsport stützt sich auf Form, Bahn, Distanz und Quote – auf Daten, die alle anderen auch haben. Was daraus folgt, ist eine Schätzung mit Fehlermarge, kein Wissen. Kein Tipp ist sicher. Wetten sind kein Einkommen. Wer mit einem Einkommen rechnet, hat bereits verloren, unabhängig davon, welches Pferd zuerst ankommt.
Die Formzeile ist der erste Filter, und der wichtigste. Sie zeigt, was ein Pferd in seinen letzten Starts erreicht hat, unter welchen Bedingungen, mit welchem Gewicht. Zwei Platzierungen in Folge bedeuten nicht, dass die dritte folgt. Der Bahnzustand – weich, gut, tief – verschiebt die Chancen bestimmter Lauftypen mehr, als die meisten Quotenlisten sichtbar machen. Und die Distanz setzt allem eine Grenze: Ein Pferd, das über 1200 m seine Klasse zeigt, verliert über 2400 m gegen ein Pferd, das es im Sprint geschlagen hätte.
Der zweite Filter ist die Quote selbst. Eine niedrige Quote sagt nicht «sicher», sie sagt «viele erwarten das auch». Eine hohe Quote sagt nicht «Chance», sie sagt «viele schliessen es aus». Der Wert einer Wette ist der Abstand zwischen der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit und der Wahrscheinlichkeit, die in der Quote steckt – und diese tatsächliche Wahrscheinlichkeit kennt niemand. Ein Wert-Tipp bleibt eine Schätzung. Wer das nicht akzeptiert, verwechselt eine Meinung mit einem Messwert.
Der dritte Filter ist das Geld. Eine vernünftige Einsatzplanung ist das, was verhindert, dass eine Serie die Bankroll beendet, bevor ein guter Tag kommt. Wer nach jedem Verlust verdoppelt, hat kein System, sondern eine Verlustkurve mit steilerem Fall. Und die Marge arbeitet in jedem Einsatz mit: Jeder beglichene Wettchein senkt den Erwartungswert.
Die praktische Reihenfolge für einen Renntag sieht so aus: Zuerst Bahn und Distanz prüfen und Pferde ausschliessen, die unter diesen Bedingungen nicht in Frage kommen. Dann die Form lesen, mit Gewicht und Starterzahl, nicht die letzten drei Zahlen. Danach die Quote ansehen und sich fragen, ob man selbst noch dieselbe Einschätzung hätte, wenn der Veranstalter sie nicht vorgegeben hätte. Erst dann ein Einsatz in einer Höhe, die auch dann zu verkraften ist, wenn das Pferd Letzter wird. Wenn ein Schritt übrig bleibt, ist es der letzte, der die meiste Wirkung hat.
Und ein Tipp, der nichts kostet: auf ein einziges Rennen setzen, nicht auf alle. Die Marge nimmt bei jeder Wette etwas, und die geringste Zahl an Wetten hat die geringste Marge. Ein Abend mit zwei guten Einschätzungen zahlt sich statistisch besser aus als ein Abend mit zwölf.
Wettarten und Quoten
Die Pferdewette kennt vier Grundarten: die Siegwette, die Platzwette, die Zweierwette und die Dreierwette in der richtigen Reihenfolge. Die Quoten werden am Totalisator ermittelt, also aus den Einsätzen der Teilnehmenden. Für den Wettenden heisst das: Man schwimmt im selben Becken wie alle anderen, und ein spät einlaufender grosser Einsatz verändert den Preis, den alle bekommen.
Die Platzwette ist die Unterscheidung, die am meisten missverstanden wird. Sie gewinnt, wenn das Pferd unter den ersten drei einläuft – bei weniger als sieben Startern aber nur unter den ersten zwei. Diese Bedingung hängt an der Feldgrösse, und genau hier steckt die Logik des Ausgleichs: Bei einem kleinen Feld ist ein Platz unter den ersten drei kein Kunststück, deshalb schrumpft die Zahl der gewerteten Plätze auf zwei. Wer eine Platzwette auf ein Feld mit fünf Startern abschliesst, hat nicht die Wette, die er kennt, sondern eine mit derselben Bezeichnung und anderem Massstab.
Diese Bedingung erklärt auch, warum die Platzquote sich nicht als schlichter Bruchteil der Siegquote ableiten lässt – jedenfalls nicht so, wie man es oft lesen kann. Und die «beste Platzwette» lässt sich nicht vorher bestimmen; der Preis entsteht am Totalisator und hängt an den Einsätzen der anderen. Die drei Plätze sind eine erweiterte Trefferfläche und werden als solche bezahlt: kleiner als die Siegquote, aber mit geringerem Risiko.
Zweierwette und Dreierwette verlangen mehr als das Eintreffen, nämlich eine genaue Reihenfolge. Das ist die Klasse der Wetten, in der ein einziger Tippfehler im Kopf den ganzen Schein wertlos macht. Die Zweierwette zahlt mehr als eine Platzwette, die Dreierwette zahlt deutlich mehr als die Zweierwette – und beide verlieren bei jedem richtigen Pferd an der falschen Stelle.
Für die Auszahlung einer Siegwette gibt es eine klare Rechnung: Bei einem Einsatz von CHF 10 und einer Quote von 3,50 ergibt sich eine Rückzahlung von CHF 35 – der Nettogewinn beträgt CHF 25, also der Einsatz mal 2,50. Bei einer Kombination aus zwei Pferden mit je Quote 3,50 multiplizieren sich die Quoten zu 12,25, und aus CHF 10 werden CHF 122,50, sofern das Totalisator diese Preise hergibt. Das sind Rechnungen mit Beispielzahlen, nicht abgelesene Quoten eines bestimmten Renntags.
Die 47,5 Prozent dagegen sind eine abgelesene Zahl, und zwar eine über das Verhalten an Verkaufsstellen, nicht über die Güte eines Marktes.
Platzwetten und Siegwetten unterscheiden sich im Risiko nicht nur graduell. Eine Siegwette verliert alles, wenn das Pferd Zweiter wird. Eine Platzwette gewinnt dann. Auf einem Renntag mit einem klaren Favoriten, der selten verliert, aber auch selten eine grosszügige Quote trägt, ist die Platzwette die Wette mit dem kleineren Bruchrisiko – bezahlt mit einem kleineren Preis. Wer den Nervenkitzel sucht, nimmt die Siegwette; wer den Abend überleben will, nimmt die Platzwette. Das ist keine Prognose, sondern eine Aufteilung des Risikos.
Zu den aktuellen Quoten gehört auch der Zeitpunkt. Die frühen Quoten eines Tages sind die Meinung des Publikums, bevor die Zahl der Einsätze gross genug ist. Kurz vor dem Start sind sie belastbarer – und schlechter zu schlagen, weil alle dieselbe Information haben. Es gibt ein Fenster, in dem der Wert am grössten ist, es liegt irgendwo dazwischen, und niemand kann es mit Sicherheit treffen.
Die Marge sitzt in jeder dieser Wettarten, und sie sitzt in der Siegwette nicht anders als in der Dreierwette. Nur ist sie bei der Dreierwette weniger sichtbar, weil niemand erwartet, dass vier Pferde in der richtigen Reihenfolge einlaufen. Genau darin liegt die Verführung des grossen Scheins.
Spielplan und Rennen: Flach, Hindernis, klassisch
Der Spielplan eines Renntags zeigt Flachrennen, Hindernisrennen und die klassischen Rennen – und zeigt damit, welche Rennen als Ereignis überhaupt in Frage kommen. Das ist die Auswahlseite des Sports. Ohne einen Blick darauf wettet man auf Namen, die man vom Hörensagen kennt.
Zu den Klassischen Rennen des Galopprennsports für Dreijährige zählen Derby, 1000 Guineas, 2000 Guineas, Preis der Diana und St. Leger. Das St. Leger ist mit Beginn 1776 das älteste, und es läuft über etwa 2800 m. Ein Rennen mit dieser Distanz und diesem Alter ist kein Sprint für ein junges Pferd, sondern eine Prüfung über eine Strecke, die viele nicht durchhalten. Die Distanzliste, die ein klassisches Rennen ausmacht, ist auch eine Liste der Pferde, die ausscheiden werden.
Der deutsche Rennsport bietet 41 Galopprennbahnen; die grösste ist der Rennplatz Iffezheim bei Baden-Baden, die zweitgrösste Hoppegarten bei Berlin, Dachverband ist der Deutsche Galopp. Für Schweizer Wettende sind diese Bahnen insofern von Bedeutung, als deutsche und englische Rennen in grenznahen Wettprogrammen auftauchen und der Vergleich der Form über Grenzen hinweg mehr Sorgfalt braucht, nicht weniger.
Das Deutsche Derby ist ein Gruppe-I-Rennen für dreijährige Vollblüter über 2400 m auf der Galopprennbahn Hamburg-Horn und mit 650’000 € das höchstdotierte Gruppenrennen Deutschlands. Das Preisgeld verdeutlicht, dass es sich um eine Klasse handelt, in der es um viel geht. Auch ein Klassiker mit langer Geschichte bleibt ein Rennen mit vielen unbekannten Grössen; wie dünn der Grat zwischen einem Derby-Sieg und einem Platz im Mittelfeld ist, zeigen die Siegerlisten.
Die Royal-Ascot-Rennwoche dauert fünf Tage und findet jährlich Mitte Juni auf der Rennbahn Ascot in Berkshire statt; für 2023 wird ein Gesamtpreisgeld von 9,52 Millionen Pfund angegeben. Solche Zahlen sind keine Wettinformation, aber sie erklären, warum ein Rennen überhaupt eine Quote hat: Wo viel Prestige hängt, läuft auch viel Geld auf den Schein.
Was für Schweizer Spielende daraus folgt, ist die Einordnung, nicht die Begeisterung. Die Rennen, die in einem bewilligten Wettprogramm auftauchen, sind eine Teilmenge dessen, was international läuft. Wer eine Wette auf ein ausländisches Gruppenrennen bei einem ausländischen Anbieter sucht, verlässt den Rahmen, den das Gesetz hierzulande absteckt. Der Verlockungsfaktor eines grossen Rennens ist kein Grund für einen Schritt ins Ausland.
Die geprüften Anbieter im Einzelnen
Zehn Plattformen, und die Reihenfolge entspricht der Laws: erst die beiden Schweizer Veranstalter, dann die ausländischen ohne Bewilligung. Dass BetPanda vor BillyBets steht, heisst nicht, dass eine von beiden besser wäre. Es heisst nur, dass sie in einer Liste stehen, die irgendwie sortiert werden muss.
Swisslos Sporttip: der Veranstalter mit der strengsten Eingangskontrolle
Swisslos hat seinen Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Aufsicht führt die Gespa. Das ist keine Marketingangabe, sondern die Rechtsgrundlage, auf der eine Wette überhaupt abgeschlossen werden darf.
Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Zürcherin kommt herein, die Genferin nicht.
Die Eingangskontrolle ist die härteste im Vergleich. Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das ist unbequem und genau der Punkt. Wer ein Konto eröffnet, tut es mit einer Identität, die überprüft wurde. Wer Pferderennen live wetten will, wird diesen Aufwand nie umgehen können – und die Alternative, ein Konto ohne Prüfung, ist kein Vorteil, sondern eine offene Flanke.
Die Limiten sind durchsichtig geregelt. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen.
Cash-Out ist hier die Funktion mit dem grössten Haken. Er ist für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Wer den Cash-Out als Absicherung begreift, verwechselt ihn mit einer Versicherung, die er nicht ist. Er ist ein Kauf zum Preis, den Swisslos in diesem Moment nennt.
Zu den Boosts: Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer also boostet und danach auscasht, verliert den ganzen Vorteil. Das ist eine Regel mit Zähnen, und sie steht in den Bedingungen, nicht auf der Werbeseite.
Ein Blick auf die Zahlen hinter dem Angebot lohnt. Für 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. im Jahr 2025, nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Der gemeinnützige Zweck ist echt, und er ist auch die Antwort auf die Frage, was mit der Marge passiert: Sie geht nicht an einen Aktionär im Ausland, sondern in die Kantone. Wer das als Argument für die Höhe der Marge nimmt, hat die Zahlen verdreht – die Marge bleibt dieselbe, nur die Verwendung ist eine andere. Aber es ist ein Argument für die Frage, wo man sie lässt.
Die Verdict: Der Preis für Sporttip ist die Enge. Ein Vertragsgebiet, das eine Adresse verlangt, eine Ausweiskontrolle, die niemanden durchwinkt, ein Wettprogramm, das nur führt, was auf der Gespa-Liste steht – und ein Cash-Out, der bei jedem Griff zur Schaltfläche weniger bringt als die Wette selbst. Wer im Vertragsgebiet wohnt und den Rennsport als Freizeitvergnügen betreibt, für den sind diese Einschränkungen der Gegenstand des Geschäfts und kein Hindernis. Wer mehr Flexibilität will, wird sie in der Schweiz nicht bekommen, und zwar nirgends.
Loterie Romande (Jouez Sport): derselbe Rahmen, andere Westschweiz
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Diese Dichte an Verkaufsstellen ist für den Online-Wettenden kein unmittelbarer Vorteil, aber sie erklärt, woher die Limitenlogik kommt: Ein Vertrieb, der auf Papier und Schalter aufbaut, denkt in kleineren Einsätzen.
Die Bewilligungslage ist identisch. Jouez Sport verfügt über eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, unter Aufsicht der Gespa. Bei keiner anderen Plattform dieses Vergleichs steht eine solche. Ein Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in einem der sechs Kantone möglich. Der Genfer kommt herein, der Zürcher nicht.
Was Jouez Sport von Sporttip unterscheidet, sind in erster Linie zwei Dinge: Sprache und Verbreitung. Die Plattform ist französischsprachig, und wer kein Französisch liest, wird die Bedingungen schlechter lesen und die Limiten schlechter finden. Das ist ein Kostenfaktor der besonderen Art – kein Frankenbetrag, sondern eine Hürde auf dem Weg zur Information über die eigenen Grenzen. Ein Wettender, der seine Verlustlimite nicht findet, hat sie faktisch nicht.
Die zweite Besonderheit ist die Grösse des Vertragsgebiets. Sechs Kantone sind eine kleinere Population, und bei einem Totalisator heisst das weniger Einsätze, die zusammenkommen. Dieser Zusammenhang ist für den Preis eines einzelnen Scheins nicht so einfach lesbar wie bei einer festen Hausquote, aber die Richtung ist klar: Ein kleinerer Markt hat es schwerer, breit zu streuen. Wer eine grosse, vielbelegte Quote sucht, ist in einem dünneren Becken grundsätzlich schlechter dran.
Der Punkt, an dem diese Plattform am ehesten zu kurz kommt, ist der Vergleich selbst. Es gibt in der Schweiz nur zwei bewilligte Veranstalter, also bleibt es bei einem Duell, und ein Duell ist kein Markt. Wer in der Westschweiz wohnt, hat im Ergebnis eine Wahl, nicht zehn.
Die Verdict: Jouez Sport ist die richtige Adresse für Westschweizer, und sie ist so eng wie Sporttip, nur mit einer Sprachbarriere für alle anderen. Wer in den sechs Kantonen wohnt und Französisch spricht, verliert hier nichts gegenüber der Deutschschweizer Variante. Wer als Zürcher neugierig auf die Plattform ist, wird an der Wohnsitzregel scheitern, bevor er eine Quote sieht. Und wenn ein Anbieter ohne Bewilligung als «eleganter» beworben wird, weil kein Wohnsitzcheck im Weg steht: Diese Eleganz kostet den Schutz, und sie kostet den kantonalen Steuerzugriff.
BetPanda: ohne Bewilligung, ohne Schweizer Rechtsweg
BetPanda hat keine Schweizer Bewilligung. Das ist nach dem Geldspielgesetz eine klare Aussage: Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Eine Bewilligung ist bei diesem Anbieter nicht belegt, und eine ausländische Erlaubnis hätte hierzulande ohnehin keine Wirkung. Er ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen. Es gibt keinen Schweizer Rechtsweg. Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS-Sperre blockiert werden – und blockierte Domains werden erfahrungsgemäss innert Stunden ersetzt.
Wer hier eine Pferdewette abschliesst, schliesst sie ausserhalb des Rahmens ab, den die Schweiz dafür vorsieht. Es gibt keine Fair-Play-Kontrolle nach Schweizer Massstab, keinen Schiedsweg, keine Stelle, die einen Streit entscheidet. Und die Steuerlage eines Gewinns ist eine andere: Die kantonale Praxis behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen.
Die Verdict: Der Kostenpunkt bei BetPanda ist nicht die Quote, sondern die Fehlerbehebung. Wenn ein Rennen falsch gewertet wird – ein Fall, den jeder Renntag hervorbringen kann – dann beginnt der Ärger bei der Frage, wen man eigentlich anruft. Die Antwort lautet: niemanden in der Schweiz.
BillyBets: die Adresse, die sich in Luft auflösen lässt
BillyBets führt keine Schweizer Bewilligung. Es gelten dieselben Bedingungen wie bei den übrigen nicht bewilligten Plattformen: kein Zugang über ein Schweizer Spielerkonto, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Rechtsweg in der Schweiz, und eine Domain, die auf die Sperrliste kommen kann. Die DNS-Sperre ist dabei kein theoretischer Vorgang; sie wird umgesetzt, und ein blockiertes Angebot taucht meist unter anderer Adresse wieder auf.
Für den Wettenden bedeutet dieses Modell ein Konto, das an einer Adresse hängt, statt an einer Bewilligung. Wechselt die Domain, wechselt auch die Grundlage aller Ansprüche. Das ist keine abstrakte Gefahr, sondern die Bauart des Ganzen.
Die Verdict: Ein Anbieter, dessen Bestand von einer Domain abhängt, gibt einem Wettenden nichts, worauf er sich über einen längeren Zeitraum stützen könnte. Pferdewetten sind ein langfristiges Hobby, wenn sie denn eines sind, und die Grundlage sollte länger halten als eine Internetadresse.
PowBet: was der Standort nicht mitbringt
PowBet hat keine Schweizer Bewilligung. Auch hier gilt: Ein ausländischer Sitz erzeugt in der Schweiz keine Erlaubnis und keine Aufsicht. Kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und Domains, die auf die Sperrliste gehören. Die Bewilligungsangabe fehlt, und wo keine Bewilligung steht, steht auch kein Schutz.
Das Muster wiederholt sich, und deshalb lohnt der Blick auf den strukturellen Teil: Bei acht von zehn Plattformen dieses Vergleichs sind die drei Punkte identisch. Keine Bewilligung, kein Sperrregister, kein Rechtsweg. Dass die Namen verschieden sind, ändert an der Rechnung nichts.
Die Verdict: Bei PowBet gibt es keinen Schweizer Ansprechpartner für die einzige Frage, die bei einer Pferdewette wirklich zählt – was passiert, wenn das Ergebnis bestritten wird.
ZotaBet: keine Aufsicht, kein Vergleichsmassstab
ZotaBet hat keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg. Eine belegte Schweizer Bewilligung existiert nicht, und eine ausländische hätte keine Wirkung. Wer auf Pferderennen setzen will, findet hier keine Stelle, die einem Schweizer Massstab folgt – und deshalb auch keinen Anlass, eine Quote gegen Schweizer Quoten zu stellen und daraus eine Empfehlung zu machen.
Die Verdict: Ohne Aufsicht gibt es keinen Vergleichsmassstab, und ohne Massstab bleibt von einem Wettangebot nichts übrig, was man prüfen könnte. Das ist der teure Teil, nicht die Gebühr.
Betovo: der Rückweg, den es nicht gibt
Betovo führt keine Schweizer Bewilligung. Damit fehlen die drei Punkte, die bei allen nicht bewilligten Anbietern fehlen: eine Aufsicht, die einschreiten könnte, eine Registerverbindung, die eine Sperre respektiert, und ein Rechtsweg, der einen Streit entscheidet. Eine Domain kann auf die Sperrliste kommen und per DNS blockiert werden.
Die Verdict: Was bei Betovo fehlt, ist der Rückweg. Ein Streit über eine Wertung oder eine Auszahlung muss dort ausgetragen werden, wo die Firma sitzt, und das ist kein Ort, an dem ein Schweizer Wettender eine Woche verbringen möchte.
BDMBet: die fehlende Adresse im Streitfall
BDMBet hat keine Schweizer Bewilligung, keinen Anschluss an das Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Und wie bei allen acht ausländischen Plattformen dieser Liste gilt: Bei einem Gewinn über dem Freibetrag kann die kantonale Praxis eine volle Steuerpflicht annehmen.
Die Verdict: Bei BDMBet ist die Frage im Streitfall nicht, wer Recht hat, sondern wo man es geltend macht. Diese Frage beantwortet sich bei einem Anbieter ohne Bewilligung nicht zugunsten des Wettenden.
1xBet: bekanntes Angebot, unbekannte Grundlage
1xBet hat keine Schweizer Bewilligung. Das ist insofern bemerkenswert, als dieser Name zu den bekanntesten auf der Liste gehört und zu den Domains zählt, die von der Gespa auf der Sperrliste geführt werden. Bekanntheit ist keine Bewilligung. Eine ausländische Erlaubnis bleibt in der Schweiz wirkungslos, das Sperrregister kennt den Anbieter nicht, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht.

Die Verdict: Ein bekannter Name erzeugt eine Erwartung, die er nicht bedienen kann, wenn es darauf ankommt. Vertrautheit ist keine Aufsicht, und eine etablierte Marke ohne Schweizer Bewilligung bleibt acht gleich.
HornetBet: kein Schweizer Anschluss an irgendeiner Stelle
HornetBet hat keine Schweizer Bewilligung, keinen Anschluss an das Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg. Bei keinem Punkt dieser Liste steht ein Ja. Damit ist der Anbieter in jeder Kategorie gleich aufgestellt wie die sieben anderen ausländischen Plattformen: nicht zulässig, nicht registriert, nicht erreichbar im Streitfall.
Die Verdict: HornetBet und die sieben Plattformen vor ihm unterscheiden sich in ihren Namen und ihren Domains, nicht in ihrem Verhältnis zur Schweizer Aufsicht. Genau das ist die Information, die ein Vergleich liefern muss – mehr gibt es hier nicht zu finden.
Was am Ende der Liste steht
Zwei Veranstalter mit Bewilligung, acht ohne. Das ist die ganze Rangfolge, und sie ist nicht nach Geschmack sortiert. Innerhalb der beiden zugelassenen Anbieter entscheidet der Wohnsitz: Deutschschweiz, Tessin und Liechtenstein bei Sporttip, die sechs Westschweizer Kantone bei Jouez Sport. Diese Regelung ist nicht elegant, und sie ist nicht dazu da, es zu sein.
Was der Vergleich zeigt, ist eine Kostenrechnung in zwei Währungen. In Franken geht es um die Marge, die in jeder Quote steckt, um den Cash-Out, der weniger bringt als die Wette, um die Limite, die den Abend beendet, und um den Freibetrag, unterhalb dessen ein Gewinn steuerfrei bleibt. In allem anderen geht es um die Frage, ob es jemanden gibt, den man anrufen kann, wenn etwas schiefläuft. Bei zwei der zehn Plattformen gibt es ihn. Bei acht nicht, und kein Angebot wiegt das auf.
Wer Pferderennen als Thema mag, sollte die Reihenfolge deshalb umdrehen: zuerst die Bewilligung, dann das Wettprogramm, dann die Quote. Wer mit der Quote anfängt, hat die Frage schon falsch gestellt.
Häufige Fragen zum Wetten auf Pferderennen in der Schweiz
Darf man in der Schweiz überhaupt auf Pferderennen wetten, und bei wem?
Ja, aber nur bei einem Veranstalter mit Schweizer Bewilligung und nur innerhalb der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Von der interkantonalen Vereinbarung zugelassen sind zwei Veranstalter: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Jede weitere Plattform, die Pferdewetten anbietet, tut das ohne Bewilligung.
Stehen Pferderennen und Platzwetten in der Gespa-Liste der zugelassenen Wetten?
Die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten ist eine geschlossene Aufzählung und wird geführt, deshalb ist die gültige Fassung massgeblich. Ob ein bestimmtes Rennen und eine bestimmte Platzwette darunter fallen, prüft man im jeweiligen Wettprogramm vor dem Einsatz. Nur ein Veranstalter mit Bewilligung darf anbieten, was die Liste zulässt.
Wie berechnet sich die Auszahlung einer Siegwette aus Einsatz und Quote?
Die Rückzahlung ist der Einsatz mal die Quote. Bei CHF 10 Einsatz und Quote 3,50 ergibt das CHF 35, davon CHF 25 Nettogewinn. Eine Kombination aus zwei Pferden zu je 3,50 multipliziert die Quoten zu 12,25. Die Quote trägt die Marge des Veranstalters bereits in sich.
Worin unterscheiden sich Siegwette und Platzwette bei Risiko und Quote?
Die Siegwette gewinnt nur beim ersten Platz und wird dafür höher bezahlt. Die Platzwette gewinnt unter den ersten drei, bei weniger als sieben Startern aber nur unter den ersten zwei, und sie zahlt weniger. Sie deckt einen grösseren Teil des Feldes ab, weshalb der Preis kleiner ist.
Was ist von Wettseiten aus dem Ausland ohne Schweizer Bewilligung zu halten?
Eine ausländische Erlaubnis hat in der Schweiz keine Wirkung. Solche Seiten sind nicht an das Sperrregister angeschlossen, bieten keinen Schweizer Rechtsweg und können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden. Gewinne sind kantonal steuerrechtlich anders behandelt, und Schutz bei einem Streit gibt es nicht.
Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den bewilligten Anbietern?
Die Limiten setzt man selbst, der Veranstalter muss Höchstwerte verlangen. Bei Sporttip sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage Pflicht, mit Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine Spielsperre gilt schweizweit auch für Casinos.
Sportarten – handywettench
Inhalt erstellt vom Team «handywettench»
